Feldforschung
Schneller als mir lieb war trat ich in der letzten Woche selbst zum hier angeratenen Feldversuch an. Das Nest, von dem ich rede, ist ein kleines malerisches Dorf auf halbem Weg zwischen Freiburg und Offenburg, inmitten von Weinbergen, Spargelfeldern und Kartoffeläckern. Dort, wo die Welt noch in Ordnung ist. Und dort, wo dr normale Mänsch sinne Schwiirigkeide hebbe duet, d’Iihhiimische z’vrschdoh.
Dort, wo sich die Menschen bei der Lesung einer Messe auf Hochdeutsch ähnlich fühlen müssen, als sei sie nach wie vor auf Latein gehalten. Dort bekommt man Sunnewirbele zu den Herdäpfele mit Süürbrode. Und wer nach wie vor glaubt, Dialekte dieser Art seien minderwertig und ewiggestrig, dem sei gesagt, dass sich das Badische modernen Kommunikationswegen nicht verschließt: der Badner scannt nicht, er duut iiläse.
Dies ist auch ein schönes Beispiel dafür, dass Denglisch nichts damit zu tun hat, dass der des Englischen nicht mächtige Personenkreis vom Verständnis ausgeschlossen wird, sondern derjenige, der mit dem Jargon oder den neuen technischen Entwicklungen nichts am Hut hat. Denn natürlich könnte man auf Hochdeutsch statt scannen auch einlesen sagen. Wer aber den Vorgang des Scannens nicht kennt, der wird auch mit “Ich habe das Dokument eingelesen” nichts anfangen können.
Demnächst wieder Rückkehr zum Thema.
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8. August 2009 um 23:26 Uhr
[...] meinem kleinen Feldversuch hier nahm ich die Gelegenheit wahr, meiner alten Schule einen Besuch abzustatten. Es ist die Schule, die [...]