Historische (Sprach)wissenschaft

(Wenn ich will, krieg ich sowieso alles so gedreht, dass es zum Thema passt!)

Bei meinem kleinen Feldversuch hier nahm ich die Gelegenheit wahr, meiner alten Schule einen Besuch abzustatten. Es ist die Schule, die damals – angeblich – den besten Englisch-LK in Baden-Württemberg hatte, oder die Schule, die sich mal von ihrem leidlich inspirierenden Namen trennen wollte und den Namen einer FDP-Politikerin beantragte und die – selbstverständlich – das beste Jahrbuch der Republik hatte (äh, vergesst die Titanic!).

Davon abgesehen, dass die diesjährigen Abiturienten als Fünferle in dem Schuljahr am KG begannen, in dem ich Abitur machte, war’s eine Reise in die Vergangenheit.  Um’s kurz zu sagen: Allen der (noch) anwesenden Lehrern beim Schuljahresabschluss war meine Fresse nicht gänzlich unbekannt. Ich nehm’s mal als Kompliment!

Weniger aufregend ist die Feststellung, dass es mit und bei den meisten Lehrern nur bei der berüchtigten Smalltalk-Variante blieb. Haben die armen Menschen soviel mit Teenagern zu tun, dass sie mit einer gestandenen Endzwanzigerin nix zu bequatschen haben? Die warn doch auch mal anner Uni!

 Es ist ja auch nicht meine Schuld, dass sich eine Lehrerin noch daran erinnerte, auf einer Exkursionsfahrt nach Berlin (um und bei des Tages des Entscheids, dass Deutschland die WM 2006 ausrichten darf, also einer aus der Ecke “Ich weiß noch genau, wo ich war, als X passiert ist”) die Russen und die Franzosen verwechselt zu haben, noch habe ich entscheidenden Einfluss darauf, dass der berühmte Fenstersprung eines Mitschülers aus dem Biologie-Saal im Jahr 1997 heute noch nahezu unverändert unter der Schülerschaft kursiert. Oder es ist vielleicht so, dass die Lehrer in der ersten vagen Erinnerung meine Visage zwar erkannt haben, aber in der zweiten grauenhaften Bildern standhalten mussten, wer ich wirklich bin. Soll ja vorkommen.

An dieser Stelle fällt mir ein, dass ich meiner Deutschlehrerin und Satiretutorin gar nicht gesagt habe, wofür ich ihr wirklich dankbar bin. Damals, in der siebten Klasse – okay, es hat nicht direkt meine Versetzung gefährdet – stand’s auf der Kippe in Deutsch. Meiner miesen Vorstellung auf dem Gebiet der Grammatik wegen. Äh, Fünf-bis-Sechs, in Worten. Es darf Sie beruhigen, Frau Krämer-Kimmig, wir nennen uns seit einem Syntax-Seminar auch die Grammar Hammers! Und ich weiß jetzt auch, was es mit dem Hampelperfekt auf sich hat.

Und danke für die geile Jahrbuch-Zeit.


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Keine Kommentare zu „Historische (Sprach)wissenschaft“

  1. Max sagt:

    Hampelperfekt?
    Ich kenne das Verb aber nicht. Bitte, bitte erklär es mir! Ich lache jetzt schon…!

  2. suz sagt:

    Das war die Art und Weise, wie unsere Deutschlehrerin in der fünften Klasse uns das Partizip erklärte. Hampelperfekt sind also irgendwie alle Perfekte gewesen. Die erfordern ja immer ein Partizip (Perfekt und Plusquamperfekt). Und sie stand halt vorne und hat uns als Eselsbrücke immer einen vorgetanzt. Das ist in meiner Erinnerung schon sehr kultig.
    Äh ja und *klugscheissermodeon* Hampelperfekt ist natürlich ein Substantiv ;)

  3. Max sagt:

    JaJa, aber ich hatte nur hampeln im Kopf… :)

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