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	<title>Kommentare zu: Kritik der Kritik</title>
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		<title>Von: suz</title>
		<link>http://www.extraflach.de/blog/2009/11/23/kritik-der-kritik/comment-page-1/#comment-131</link>
		<dc:creator>suz</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 07 Dec 2009 20:26:23 +0000</pubDate>
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		<description>Das wird dann extrem, wenn mir Menschen mit Abitur glaubhaft versichern, dass wir ja auch die Welt auch nicht versaut haben, weil wir keine Völker unterjocht und kolonisiert haben. Hihi sach ich nur.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Das wird dann extrem, wenn mir Menschen mit Abitur glaubhaft versichern, dass wir ja auch die Welt auch nicht versaut haben, weil wir keine Völker unterjocht und kolonisiert haben. Hihi sach ich nur.</p>
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		<title>Von: Max</title>
		<link>http://www.extraflach.de/blog/2009/11/23/kritik-der-kritik/comment-page-1/#comment-130</link>
		<dc:creator>Max</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 06 Dec 2009 18:29:04 +0000</pubDate>
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		<description>Das ist doch das, was mich nervt: weil niemand sich um Geschichte kümmert, weiß auch keiner, warum Deutschland alte Verbindungen z.B mit der Türkei hat. Ich lasse andere Staaten wie Iran und Irak mal unerwähnt... Ich habe heute keine gute Laune, aber ja ich verstehe, was Du mir sagen willst!</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Das ist doch das, was mich nervt: weil niemand sich um Geschichte kümmert, weiß auch keiner, warum Deutschland alte Verbindungen z.B mit der Türkei hat. Ich lasse andere Staaten wie Iran und Irak mal unerwähnt&#8230; Ich habe heute keine gute Laune, aber ja ich verstehe, was Du mir sagen willst!</p>
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		<title>Von: suz</title>
		<link>http://www.extraflach.de/blog/2009/11/23/kritik-der-kritik/comment-page-1/#comment-129</link>
		<dc:creator>suz</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 02 Dec 2009 22:13:22 +0000</pubDate>
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		<description>Sick ins Englische übersetzt?? :) Wo wir gerade dabei sind: &quot;Sick of Sick?&quot; ist eine sprachwissenschaftliche Antwort auf Bastian Sick, falls es dich interessiert.

Äh, ja, der Portugiese muss natürlich nicht mehr aufs Ausländeramt. Und der Pole bald wohl auch nicht mehr. Aber ich glaube, du verstehst, was ich meine ;)</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Sick ins Englische übersetzt?? <img src='http://www.extraflach.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':)' class='wp-smiley' />  Wo wir gerade dabei sind: &#8220;Sick of Sick?&#8221; ist eine sprachwissenschaftliche Antwort auf Bastian Sick, falls es dich interessiert.</p>
<p>Äh, ja, der Portugiese muss natürlich nicht mehr aufs Ausländeramt. Und der Pole bald wohl auch nicht mehr. Aber ich glaube, du verstehst, was ich meine <img src='http://www.extraflach.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' /> </p>
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		<title>Von: suz</title>
		<link>http://www.extraflach.de/blog/2009/11/23/kritik-der-kritik/comment-page-1/#comment-128</link>
		<dc:creator>suz</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 02 Dec 2009 22:11:28 +0000</pubDate>
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		<description>Die Regierung hast du jetzt ins Spiel gebracht :P

Aber wenn wir schon mal dabei sind: wir haben 10% Ausländeranteil in unserem Land - eigentlich traurig, was wir da an linguistischem und wirtschaftlichem Potential verschleudern! Wir wären beispielsweise der wichtigste Handelspartner der Türkei oder vieler osteuropäischer Staaten, wenn wir&#039;s endlich mal schaffen würden, die Blockade in unserem Kopf abzustellen.

Es ist natürlich anderswo nicht alles Gold, was glänzt, aber die Ex-Kolonien Großbritanniens sind mit Sicherheit nicht aus Dankbarkeit wichtige Handelspartner der alten Kolonialmacht. Sondern weil da alte Beziehungen werken und beidseitige Strukturen entstanden sind. Und weil das Land und die Gesellschaft dort offener sind für linguistische und kulturelle Vielfalt. Wenn du&#039;s an was festmachen willst, dann z.B. Staatsbürgerschaftsrecht. Wenn ich als Türke, Portugiese, Russe, Pole oder wie auch immer in der dritten Generation in diesem Land immer noch alle drei Jahre aufs Ausländeramt rennen müsste, würde ich in Deutschland auch nicht &quot;ankommen&quot; wollen. Herrje. Aber wem sag ich das :)</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Die Regierung hast du jetzt ins Spiel gebracht <img src='http://www.extraflach.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_razz.gif' alt=':P' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Aber wenn wir schon mal dabei sind: wir haben 10% Ausländeranteil in unserem Land &#8211; eigentlich traurig, was wir da an linguistischem und wirtschaftlichem Potential verschleudern! Wir wären beispielsweise der wichtigste Handelspartner der Türkei oder vieler osteuropäischer Staaten, wenn wir&#8217;s endlich mal schaffen würden, die Blockade in unserem Kopf abzustellen.</p>
<p>Es ist natürlich anderswo nicht alles Gold, was glänzt, aber die Ex-Kolonien Großbritanniens sind mit Sicherheit nicht aus Dankbarkeit wichtige Handelspartner der alten Kolonialmacht. Sondern weil da alte Beziehungen werken und beidseitige Strukturen entstanden sind. Und weil das Land und die Gesellschaft dort offener sind für linguistische und kulturelle Vielfalt. Wenn du&#8217;s an was festmachen willst, dann z.B. Staatsbürgerschaftsrecht. Wenn ich als Türke, Portugiese, Russe, Pole oder wie auch immer in der dritten Generation in diesem Land immer noch alle drei Jahre aufs Ausländeramt rennen müsste, würde ich in Deutschland auch nicht &#8220;ankommen&#8221; wollen. Herrje. Aber wem sag ich das <img src='http://www.extraflach.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':)' class='wp-smiley' /> </p>
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		<title>Von: Max</title>
		<link>http://www.extraflach.de/blog/2009/11/23/kritik-der-kritik/comment-page-1/#comment-127</link>
		<dc:creator>Max</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 02 Dec 2009 14:21:38 +0000</pubDate>
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		<description>Stimme Dir fast zu. Die Daten, auf deren Basis Regierungen Entscheidungen treffen, sind oft ebenso veraltet!
Ich bin ja meist etwas THC-haltig, wenn ich kommentiere...und Sick &amp; Co. habe ich erstmal ganz instinktiv in´s Englische übersetzt... :)</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Stimme Dir fast zu. Die Daten, auf deren Basis Regierungen Entscheidungen treffen, sind oft ebenso veraltet!<br />
Ich bin ja meist etwas THC-haltig, wenn ich kommentiere&#8230;und Sick &amp; Co. habe ich erstmal ganz instinktiv in´s Englische übersetzt&#8230; <img src='http://www.extraflach.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':)' class='wp-smiley' /> </p>
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		<title>Von: suz</title>
		<link>http://www.extraflach.de/blog/2009/11/23/kritik-der-kritik/comment-page-1/#comment-126</link>
		<dc:creator>suz</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 30 Nov 2009 16:45:41 +0000</pubDate>
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		<description>Naja, Sick &amp; Co und die Leute vom VDS sind ja eben KEINE Sprachwissenschaftler. Kein Sprachwissenschaftler würde die  hanebüchenen Ansichten dieser Sprachpfleger (auch Sprachnörgler und Sprachpuristen genannt) teilen. Sie wären nämlich weder mit den Methoden, noch mit den Beurteilungskriterien der Sprachwissenschaft vereinbar.

Wer sich annähernd wissenschaftlich mit Sprache auseinandersetzt, wird merken, wie dynamisch die Sprache ist. Der Duden ist also immer nur ein Abbild zu einem Zeitpunkt. Nichts ist so veraltet wie die nächste Dudenausgabe.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Naja, Sick &amp; Co und die Leute vom VDS sind ja eben KEINE Sprachwissenschaftler. Kein Sprachwissenschaftler würde die  hanebüchenen Ansichten dieser Sprachpfleger (auch Sprachnörgler und Sprachpuristen genannt) teilen. Sie wären nämlich weder mit den Methoden, noch mit den Beurteilungskriterien der Sprachwissenschaft vereinbar.</p>
<p>Wer sich annähernd wissenschaftlich mit Sprache auseinandersetzt, wird merken, wie dynamisch die Sprache ist. Der Duden ist also immer nur ein Abbild zu einem Zeitpunkt. Nichts ist so veraltet wie die nächste Dudenausgabe.</p>
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		<title>Von: Max</title>
		<link>http://www.extraflach.de/blog/2009/11/23/kritik-der-kritik/comment-page-1/#comment-125</link>
		<dc:creator>Max</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 30 Nov 2009 13:22:24 +0000</pubDate>
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		<description>“verwissenschaftliche Besserwisser”: unser Bildungssystem produziert solche. Und es wird immer schlimmer. Fachidioten wäre ein anderer Ausdruck. Wie passt das alles? Man muss hochspezialisiert werden, gleichzeitig aber perfekt interdisziplinär arbeiten können. Bist Du erfolgreich wirst Du Dich aber fragen, ob Du nicht besser Buchführung und tippen gelernt hättest.
Die Borg wollen auch immer alles assimilieren. Mich erschreckt, wie erfolgreich die irdischen Borg sind.
  Bastian Sick, VDS kannte ich vorher nicht. Aber für mich passen solche Menschen in mein beschriebenes Schema. Da ich Sprache als dynamisch betrachte, halte ich wenig von Leuten, die etwas Lebendiges in eine Form pressen wollen. Aber Sprschwissenschaftler ist nicht gleich Sprachwissenschaftler...wäre auch komisch!
  &quot;4U&quot;, manche Beispiele hinken und das hatte gar keine Beine! :)</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>“verwissenschaftliche Besserwisser”: unser Bildungssystem produziert solche. Und es wird immer schlimmer. Fachidioten wäre ein anderer Ausdruck. Wie passt das alles? Man muss hochspezialisiert werden, gleichzeitig aber perfekt interdisziplinär arbeiten können. Bist Du erfolgreich wirst Du Dich aber fragen, ob Du nicht besser Buchführung und tippen gelernt hättest.<br />
Die Borg wollen auch immer alles assimilieren. Mich erschreckt, wie erfolgreich die irdischen Borg sind.<br />
  Bastian Sick, VDS kannte ich vorher nicht. Aber für mich passen solche Menschen in mein beschriebenes Schema. Da ich Sprache als dynamisch betrachte, halte ich wenig von Leuten, die etwas Lebendiges in eine Form pressen wollen. Aber Sprschwissenschaftler ist nicht gleich Sprachwissenschaftler&#8230;wäre auch komisch!<br />
  &#8220;4U&#8221;, manche Beispiele hinken und das hatte gar keine Beine! <img src='http://www.extraflach.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':)' class='wp-smiley' /> </p>
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		<title>Von: suz</title>
		<link>http://www.extraflach.de/blog/2009/11/23/kritik-der-kritik/comment-page-1/#comment-124</link>
		<dc:creator>suz</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 28 Nov 2009 12:03:40 +0000</pubDate>
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		<description>Hm ja, und zum &quot;Rechnung tragen&quot;: genau das macht die Sprachwissenschaft. Sie hat als Grundannahme, dass &quot;richtige&quot; Sprache von kompentenzen Muttersprachlern gesprochen wird. Ein Fehler ist nur dann z.B. &quot;ungrammatisch&quot;, wenn nahezu die gesamte Sprachgemeinschaft einen solchen als Fehler identifiziert. Ein &quot;Fehler&quot; wird nicht regelmäßig und nach immer wiederkehrenden Mustern reproduziert. &quot;Er&quot; fällt also nicht auf: &quot;Das Gabel ist grün&quot; wird dir einmal rausrutschen, aber nicht systematisch.

Sprachpfleger (z.B. Bastian Sick, VDS u.a.) reiten aber auf Dingen rum, die &quot;inflationär&quot; benutzt werden. Das ist absurd: sie bezeichnen etwas als &quot;Fehler&quot;, was von einem Großteil der kompetenten Muttersprachler benutzt wird, und folglich kein Fehler mehr sein kann. Auf &quot;Das Gabel ist grün&quot; reitet Sick ja nicht rum.

Wird &quot;das Gabel ist grün&quot; allerdings zum geflügelten Wort, was auch Sick &amp; Co. auf den Plan ruft, dann haben wir es mit einem &quot;Zweifelsfall&quot; zu tun. Immerhin entzweit die Frage, ob es &lt;em&gt;das Nutella&lt;/em&gt; oder &lt;em&gt;die Nutella&lt;/em&gt; heißt, regelmäßig ganze Familien und Stammtische.

Setzt sich &quot;das Gabel ist grün&quot; als &quot;korrekt&quot; (=im allgemeinen Alltagssprech) druch, kann es per definition kein Fehler mehr sein. Das haben Sprachnörgler aber nicht verstanden. Schon Sokrates ärgerte sich über Sprachverfall.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Hm ja, und zum &#8220;Rechnung tragen&#8221;: genau das macht die Sprachwissenschaft. Sie hat als Grundannahme, dass &#8220;richtige&#8221; Sprache von kompentenzen Muttersprachlern gesprochen wird. Ein Fehler ist nur dann z.B. &#8220;ungrammatisch&#8221;, wenn nahezu die gesamte Sprachgemeinschaft einen solchen als Fehler identifiziert. Ein &#8220;Fehler&#8221; wird nicht regelmäßig und nach immer wiederkehrenden Mustern reproduziert. &#8220;Er&#8221; fällt also nicht auf: &#8220;Das Gabel ist grün&#8221; wird dir einmal rausrutschen, aber nicht systematisch.</p>
<p>Sprachpfleger (z.B. Bastian Sick, VDS u.a.) reiten aber auf Dingen rum, die &#8220;inflationär&#8221; benutzt werden. Das ist absurd: sie bezeichnen etwas als &#8220;Fehler&#8221;, was von einem Großteil der kompetenten Muttersprachler benutzt wird, und folglich kein Fehler mehr sein kann. Auf &#8220;Das Gabel ist grün&#8221; reitet Sick ja nicht rum.</p>
<p>Wird &#8220;das Gabel ist grün&#8221; allerdings zum geflügelten Wort, was auch Sick &amp; Co. auf den Plan ruft, dann haben wir es mit einem &#8220;Zweifelsfall&#8221; zu tun. Immerhin entzweit die Frage, ob es <em>das Nutella</em> oder <em>die Nutella</em> heißt, regelmäßig ganze Familien und Stammtische.</p>
<p>Setzt sich &#8220;das Gabel ist grün&#8221; als &#8220;korrekt&#8221; (=im allgemeinen Alltagssprech) druch, kann es per definition kein Fehler mehr sein. Das haben Sprachnörgler aber nicht verstanden. Schon Sokrates ärgerte sich über Sprachverfall.</p>
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	<item>
		<title>Von: suz</title>
		<link>http://www.extraflach.de/blog/2009/11/23/kritik-der-kritik/comment-page-1/#comment-123</link>
		<dc:creator>suz</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 28 Nov 2009 11:45:43 +0000</pubDate>
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		<description>Was meinst du mit &quot;verwissenschaftliche Besserwisser&quot;? (Wirklich, ernstgemeinte und wertfreie Frage, keine rhetorische :) )

Mit deiner Vermutung, dass Sprache eine ziemlich dynamische Angelegenheit ist, hast du&#039;s eigentlich schon genau erfasst.

Was du &quot;sinnlose Verdopplung&quot; nennst, ist dein persönliches Sprachgefühl und dein persönlicher Sprachekel (den ich übrigens in dieser Hinsicht teilweise teile!). Es hilft aber, solche Verdopplungen (und beispielsweise Anglizismen!) zu verstehen, wenn man sich klar wird, dass Sprache generell was gegen totale Synonymie hat; bei Wörtern, Ausdrücken etc, die aber einen - und sei er noch so marginal - Bedeutungs- und Funktionsunterschied erkennen lassen, ist Sprache dagegen offen wie ein Scheunentor. Ein schönes Beispiel ist &lt;em&gt;Loser&lt;/em&gt;. Einige Anglizismenjäger wollen ihn durch &lt;em&gt;Verlierer&lt;/em&gt; oder &lt;em&gt;Versager&lt;/em&gt; ersetzen. &lt;em&gt;Loser&lt;/em&gt; ist aber weder jemand, der einen Boxkampf verloren hat, noch jemand, der beispielsweise etwas vergeigt hat. Klar, nennt man eine solche Person auch schon Loser: im Fall des Boxkampfes schwingt dann aber eine wertende Beschreibung statt (&quot;Dass der das nicht gewonnen, dieser Loser!&quot;), und im Fall eines Verbockens kann auch eine Beurteilung/Reaktion im Sinne von &quot;Das ist ein totaler Loser!&quot; erfolgen, beispielsweise bezüglich seines Lebensziels oder ähnlichem. Wenn ich aber einem Freund von einem Bekannten erzähle &quot;Das ist n Loser&quot;, dann kann ich damit auch sagen, dass das ein weltfremder, seltsamer Zeitgenosse ist. &lt;em&gt;Loser&lt;/em&gt;, &lt;em&gt;Verlierer&lt;/em&gt; und &lt;em&gt;Versager&lt;/em&gt; haben zwar u.U. den gleichen Referenten, beurteilen aber anders.

Das gleiche gilt für Funktionsunterschiede: &lt;em&gt;4u&lt;/em&gt; würdest du nie in einem formellen Kontext benutzen. Es hat also eine Beschränkung im Sprachregister. Und sollte sich &lt;em&gt;4u&lt;/em&gt; auch in formellen Kontexten durchsetzen (was denkbar wäre), dann ist das ein normaler Sprachwandelprozess. Immerhin &quot;Ihrzen&quot; wir ja auch nicht mehr unsere Eltern. Und ein ähnlicher Fall liegt wohl bei &lt;em&gt;Verein&lt;/em&gt; und &lt;em&gt;e.V&lt;/em&gt;. vor - sie entspringen zwar dem selben Ursprungskonzept, haben aber unterschiedliche Bedeutungen bzw. Funktionen.

Du siehst, partielle Synonymie öffnen Lehnwörter Tür und Tor. Und das ist auch gut so! Denn sie erlauben uns in gewissen Situationen Bedeutungsunterschiede zu machen. Sie bereichern unsere Sprache. Ob man halt das Ortsgespräch &quot;CityCall&quot; nennen muss, sei mal dahin gestellt (finde ich auch überflüssig). Man könnte auch - als wirklich völlig von Sprachekel befreiter Mensch sagen, dass CityCall das ist, wofür mich die Telekom zur Kasse bittet, und Ortsgespräch das eigentlich geführte Telefonat, mit all seinem emotionalen Gepäck (die Liebste anrufen, eine Kündigung ankündigen etc.).

Ich z.B. habe einen Ekel vor der Konstruktion &lt;em&gt;erdrutschartiger Sieg&lt;/em&gt;. &lt;em&gt;Rutsch&lt;/em&gt; bezeichnet gemeinhin eine Abwärtsbewegung. Korrigiere mich, aber ich hab noch keine Erde nach oben rutschen sehen.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Was meinst du mit &#8220;verwissenschaftliche Besserwisser&#8221;? (Wirklich, ernstgemeinte und wertfreie Frage, keine rhetorische <img src='http://www.extraflach.de/blog/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':)' class='wp-smiley' />  )</p>
<p>Mit deiner Vermutung, dass Sprache eine ziemlich dynamische Angelegenheit ist, hast du&#8217;s eigentlich schon genau erfasst.</p>
<p>Was du &#8220;sinnlose Verdopplung&#8221; nennst, ist dein persönliches Sprachgefühl und dein persönlicher Sprachekel (den ich übrigens in dieser Hinsicht teilweise teile!). Es hilft aber, solche Verdopplungen (und beispielsweise Anglizismen!) zu verstehen, wenn man sich klar wird, dass Sprache generell was gegen totale Synonymie hat; bei Wörtern, Ausdrücken etc, die aber einen &#8211; und sei er noch so marginal &#8211; Bedeutungs- und Funktionsunterschied erkennen lassen, ist Sprache dagegen offen wie ein Scheunentor. Ein schönes Beispiel ist <em>Loser</em>. Einige Anglizismenjäger wollen ihn durch <em>Verlierer</em> oder <em>Versager</em> ersetzen. <em>Loser</em> ist aber weder jemand, der einen Boxkampf verloren hat, noch jemand, der beispielsweise etwas vergeigt hat. Klar, nennt man eine solche Person auch schon Loser: im Fall des Boxkampfes schwingt dann aber eine wertende Beschreibung statt (&#8220;Dass der das nicht gewonnen, dieser Loser!&#8221;), und im Fall eines Verbockens kann auch eine Beurteilung/Reaktion im Sinne von &#8220;Das ist ein totaler Loser!&#8221; erfolgen, beispielsweise bezüglich seines Lebensziels oder ähnlichem. Wenn ich aber einem Freund von einem Bekannten erzähle &#8220;Das ist n Loser&#8221;, dann kann ich damit auch sagen, dass das ein weltfremder, seltsamer Zeitgenosse ist. <em>Loser</em>, <em>Verlierer</em> und <em>Versager</em> haben zwar u.U. den gleichen Referenten, beurteilen aber anders.</p>
<p>Das gleiche gilt für Funktionsunterschiede: <em>4u</em> würdest du nie in einem formellen Kontext benutzen. Es hat also eine Beschränkung im Sprachregister. Und sollte sich <em>4u</em> auch in formellen Kontexten durchsetzen (was denkbar wäre), dann ist das ein normaler Sprachwandelprozess. Immerhin &#8220;Ihrzen&#8221; wir ja auch nicht mehr unsere Eltern. Und ein ähnlicher Fall liegt wohl bei <em>Verein</em> und <em>e.V</em>. vor &#8211; sie entspringen zwar dem selben Ursprungskonzept, haben aber unterschiedliche Bedeutungen bzw. Funktionen.</p>
<p>Du siehst, partielle Synonymie öffnen Lehnwörter Tür und Tor. Und das ist auch gut so! Denn sie erlauben uns in gewissen Situationen Bedeutungsunterschiede zu machen. Sie bereichern unsere Sprache. Ob man halt das Ortsgespräch &#8220;CityCall&#8221; nennen muss, sei mal dahin gestellt (finde ich auch überflüssig). Man könnte auch &#8211; als wirklich völlig von Sprachekel befreiter Mensch sagen, dass CityCall das ist, wofür mich die Telekom zur Kasse bittet, und Ortsgespräch das eigentlich geführte Telefonat, mit all seinem emotionalen Gepäck (die Liebste anrufen, eine Kündigung ankündigen etc.).</p>
<p>Ich z.B. habe einen Ekel vor der Konstruktion <em>erdrutschartiger Sieg</em>. <em>Rutsch</em> bezeichnet gemeinhin eine Abwärtsbewegung. Korrigiere mich, aber ich hab noch keine Erde nach oben rutschen sehen.</p>
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		<title>Von: Max</title>
		<link>http://www.extraflach.de/blog/2009/11/23/kritik-der-kritik/comment-page-1/#comment-122</link>
		<dc:creator>Max</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 27 Nov 2009 13:11:13 +0000</pubDate>
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		<description>Ich vermute Du (!) liegst richtig mit Deiner Vermutung. Trotzdem bekomme ich bei sinnlosen Verdoppelungen immer ein kaltes Grausen. Ich bin nun mal kein Sprachwissenschaftler, aber ich denke Sprache ist eine ziemlich dynamische Angelegenheit. Sie entwickelt sich ähnlich schnell, wie sich unsere Gesellschaft verändert. Dem sollte man Rechnung tragen, auch verwissenschaftlichte Besserwisser.
Klar stellt es eine gewissen Faulheit dar, wenn ich meinem Kumpel was nach USA tippe und  &quot;4u&quot; benutze. Aber diese Kurzform hat sich nun mal verselbstständigt. Jeder versteht sie! Wünsche Dir ein prima WE!</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ich vermute Du (!) liegst richtig mit Deiner Vermutung. Trotzdem bekomme ich bei sinnlosen Verdoppelungen immer ein kaltes Grausen. Ich bin nun mal kein Sprachwissenschaftler, aber ich denke Sprache ist eine ziemlich dynamische Angelegenheit. Sie entwickelt sich ähnlich schnell, wie sich unsere Gesellschaft verändert. Dem sollte man Rechnung tragen, auch verwissenschaftlichte Besserwisser.<br />
Klar stellt es eine gewissen Faulheit dar, wenn ich meinem Kumpel was nach USA tippe und  &#8220;4u&#8221; benutze. Aber diese Kurzform hat sich nun mal verselbstständigt. Jeder versteht sie! Wünsche Dir ein prima WE!</p>
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