Wie, so frage ich mich manchmal, haben die das eigentlich früher gemacht, so eine Abschlussarbeit zu schreiben? Ohne Computer, ohne Cut&Paste, ohne PDFs und automatischer Silbentrennung, ohne Rechtschreibprüfung und elektronischem Thesaurus. Ohne computergestützter Zitatesammlung – und ohne das Internet.
Im Internet finde ich heute als Sprach- oder Literaturwissenschaftler bei der Modern Language Association (MLA) eine komplette Bibliographie zu jedem beliebigen Thema, you name it (Naja, im Fall der Linguistik sind mir schon gewisse Lücken aufgefallen). In Kombination mit einem Bibliothekszugang und Zugriffsrechten auf elektronische Zeitschriften muss man zur Literaturrecherche, ceteris paribus, das Haus noch nicht mal verlassen. Für alle anderen Dinge gibt’s Google Scholar.
Hat man dann für einen Text keinen Zugriff über die örtliche Universitätsbibliothek, genügen im Normalfall zwei, drei Klicks zur Fernleihe. Siehe da, nahezu alles ist bestellbar und liegt spätestens zwei Wochen später zur Abholung im Regal. Sehr fein ist auch die Kopiebestellung: dann kümmern sich andere darum, einen Aufsatz zu kopieren. Man muss ihn dann nur noch abholen. Die Fernleihe eignet sich in Ausnahmefällen übrigens auch wunderbar, eigentlich nicht ausleihbare Bücher der eigenen Bibliothek vier Wochen nach Hause zu holen. Oder solche Werke, die zwar bereits im Katalog verzeichnet sind, sich aber noch irgendwo im Niemandsland zwischen Anschaffung und Ausleihbarkeit befinden.
Tja, wie haben die das früher gemacht? Das Internet hat so vieles so viel einfacher gemacht. Aber – damals hatte man auch noch keine Ablenkungsmanöver aus dem Netz zu fürchten. Diese Zeitverschwender der heutigen Zeit, die weder zum allgemeinen Erkenntnisgewinn beitragen, noch einen tieferen Sinn haben.
Äh, wie haben die sich früher denn ablenken lassen?