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	<title>Kommentare zu: Von Standards und Abweichungen</title>
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		<title>Von: suz</title>
		<link>http://www.extraflach.de/blog/2010/01/15/von-standards-und-abweichungen/comment-page-1/#comment-164</link>
		<dc:creator>suz</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 18 Jan 2010 12:31:59 +0000</pubDate>
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		<description>Ich scheine auch an der Frage zu &quot;scheitern&quot;, wie ich mit der Gruppe der &quot;generics&quot; umgehen soll. Mal davon abgesehen, dass es anhand der Datenlage fast unmöglich ist, herauszufinden, ob der Schreiber bei &lt;em&gt;the people are dying in the west of Ireland&lt;/em&gt; mit &lt;em&gt;people&lt;/em&gt; die Menschen generell oder eine bestimmte, abgrenzbare Gruppe von Menschen meint. Damit mache ich wohl ein sematisches Fass auf, das ich nie wieder zu bekomme. Das semantische &quot;Problem&quot; liegt hier wohl im Konzept der &lt;em&gt;definiteness&lt;/em&gt; und der &lt;em&gt;animacy hierarchy&lt;/em&gt; (nach z.B. John Hawkins). Ein wie auch immer gearteter &quot;Standard&quot; - den besonders Filppula (1999) als Bezugspunkt nimmt - ist logischerweise eine Varietät, die viel weiter weg von Empfindungen seiner Sprechern ist, als deren emotionale(re) Umgangssprache. Für Filppula waren Konstruktionen mit &lt;em&gt;the people&lt;/em&gt; die häufigste einzelne Kategorie in seinem Korpus - das kann ich nicht bestätigen, weil die Klassifizierung fast unmöglich ist. Das wäre vermutlich Stoff für eine eigene Arbeit. Eindeutig in der Kategorie der &quot;generics&quot; sind lediglich Konstruktionen wie &lt;em&gt;the bacon is expensive&lt;/em&gt; oder &lt;em&gt;she has the good health&lt;/em&gt;. Und all diese Verwendungsweisen sind im Standardenglisch &lt;em&gt;verloren&lt;/em&gt; gegangen, unbekannt sind/waren sie auch hier nicht. Ich würde sogar die These aufstellen, dass die Akzeptanzraten von Filppulas generics in allen (emotional dem Menschen näheren) Varietäten jenseits eines Educated Standard English hinaus relativ hoch sind.

Allgemein hat mich zu diesem Beitrag ja lediglich inspiriert, dass soviele Linguisten Standards als unzulänglich ablehnen, sich aber auf ihn beziehen. Danke für den Literaturhinweis.

(Filppula, Markku. 1999. &lt;em&gt;The Grammar of Irish English&lt;/em&gt;. &lt;em&gt;Language in Hibernian Style&lt;/em&gt;. London: Routledge.)</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ich scheine auch an der Frage zu &#8220;scheitern&#8221;, wie ich mit der Gruppe der &#8220;generics&#8221; umgehen soll. Mal davon abgesehen, dass es anhand der Datenlage fast unmöglich ist, herauszufinden, ob der Schreiber bei <em>the people are dying in the west of Ireland</em> mit <em>people</em> die Menschen generell oder eine bestimmte, abgrenzbare Gruppe von Menschen meint. Damit mache ich wohl ein sematisches Fass auf, das ich nie wieder zu bekomme. Das semantische &#8220;Problem&#8221; liegt hier wohl im Konzept der <em>definiteness</em> und der <em>animacy hierarchy</em> (nach z.B. John Hawkins). Ein wie auch immer gearteter &#8220;Standard&#8221; &#8211; den besonders Filppula (1999) als Bezugspunkt nimmt &#8211; ist logischerweise eine Varietät, die viel weiter weg von Empfindungen seiner Sprechern ist, als deren emotionale(re) Umgangssprache. Für Filppula waren Konstruktionen mit <em>the people</em> die häufigste einzelne Kategorie in seinem Korpus &#8211; das kann ich nicht bestätigen, weil die Klassifizierung fast unmöglich ist. Das wäre vermutlich Stoff für eine eigene Arbeit. Eindeutig in der Kategorie der &#8220;generics&#8221; sind lediglich Konstruktionen wie <em>the bacon is expensive</em> oder <em>she has the good health</em>. Und all diese Verwendungsweisen sind im Standardenglisch <em>verloren</em> gegangen, unbekannt sind/waren sie auch hier nicht. Ich würde sogar die These aufstellen, dass die Akzeptanzraten von Filppulas generics in allen (emotional dem Menschen näheren) Varietäten jenseits eines Educated Standard English hinaus relativ hoch sind.</p>
<p>Allgemein hat mich zu diesem Beitrag ja lediglich inspiriert, dass soviele Linguisten Standards als unzulänglich ablehnen, sich aber auf ihn beziehen. Danke für den Literaturhinweis.</p>
<p>(Filppula, Markku. 1999. <em>The Grammar of Irish English</em>. <em>Language in Hibernian Style</em>. London: Routledge.)</p>
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		<title>Von: A.S.</title>
		<link>http://www.extraflach.de/blog/2010/01/15/von-standards-und-abweichungen/comment-page-1/#comment-163</link>
		<dc:creator>A.S.</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 15 Jan 2010 19:58:30 +0000</pubDate>
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		<description>Die Dekonstruktion von „Sprache“ und „Dialekt“ in Harris (1990) ist immer noch das Beste, was ich zum Thema kenne:

Harris, Roy (1990). The dialect myth. In: Jerold A. Edmondson, Crawford Feagin und Peter Mühlhäusler (Hgg,), Development and Diversity: Language Variation across Time and Space. Dallas, TX: Summer Institute of Linguistics, 3–20.

Zum Thema der Beschreibung von „abweichenden“ grammatischen Strukturen: Es ist eine interessante Frage, ob es (außerhalb von Basilekt-Akrolekt-Situationen) irgendeinen analytischen Vorteil hat, Sprachsysteme in Bezug zu anderen Sprachsystemen zu beschreiben. Die Frage, die Sie sich hier stellen ist doch die: Warum verwenden manche der Sprachgemeinschaften, deren Sprache man dem englischen Dialektkontinuum zurechnen kann, in bestimmten Positionen definite Artikel während andere das nicht tun? Dass diese Frage wunderbar komplex und viel interessanter ist als die Frage nach „Standards“ und deren „Funktion“, das zeigen doch ihre Beiträge!</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Die Dekonstruktion von „Sprache“ und „Dialekt“ in Harris (1990) ist immer noch das Beste, was ich zum Thema kenne:</p>
<p>Harris, Roy (1990). The dialect myth. In: Jerold A. Edmondson, Crawford Feagin und Peter Mühlhäusler (Hgg,), Development and Diversity: Language Variation across Time and Space. Dallas, TX: Summer Institute of Linguistics, 3–20.</p>
<p>Zum Thema der Beschreibung von „abweichenden“ grammatischen Strukturen: Es ist eine interessante Frage, ob es (außerhalb von Basilekt-Akrolekt-Situationen) irgendeinen analytischen Vorteil hat, Sprachsysteme in Bezug zu anderen Sprachsystemen zu beschreiben. Die Frage, die Sie sich hier stellen ist doch die: Warum verwenden manche der Sprachgemeinschaften, deren Sprache man dem englischen Dialektkontinuum zurechnen kann, in bestimmten Positionen definite Artikel während andere das nicht tun? Dass diese Frage wunderbar komplex und viel interessanter ist als die Frage nach „Standards“ und deren „Funktion“, das zeigen doch ihre Beiträge!</p>
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