Archiv für März 2010
Dienstag, 30. März 2010
Jetzt wird’s absurd.
Die Serviceprofis hatten mir bei der Abgabe des ausgedruckten, elektronischen (!) Beurlaubungsantrags mitgeteilt, dass ich den Entscheid über meinen Antrag völlig unbürokratisch in meinem Stine-Account finden würde. Oha, denkt sich der Beobachter, dann wird am Ende doch alles gut und Stine hat zumindest in der Poststelle ein paar Briefmarkenkleber wegrationalisiert.
Äh, nö. Bestätigung kam, man ahnt es, mit dem Briefträger.
Schlagworte:Antrag, Beurlaubung, Bürokratie, Service für Studierende, Stine, Universität Hamburg
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Montag, 29. März 2010
Da Stine nicht den erhofften Bürokratieabbau mit sich brachte, holte man all diejenigen von der Straße, die sich ein Studium nicht mehr leisten können, weil die Uni seit ein paar Jahren Studiengebühren erhebt, um die Verwaltungskosten zu deckeln und Stine zu refinanzieren. (Ich hätte diesen Beitrag auch ‘Uni Hamburg beweist das perpetuum mobile‘ nennen können, aber nun gut.) Die Menschen, die sich Stine ausgedacht haben, müssen sich auf ähnlicher Wellenlänge befinden, wie die Hirnakrobaten, die für die Elbphilharmonie zuständig sind.
Höchstes Niveau! Für nur 50€ pro Semester sind auch Sie bei diesem Schauspiel dabei! Zur Erinnerung und in Kurzform: ich möchte mich beurlauben lassen, weil ich mich in der Prüfungsphase befinde. Diese Prüfungsmeldung ist von der Uni schon offiziell bestätigt, aber ein einfaches “Hallo, ich möchte dieses Semester nicht kommen, weil Sie mich bereits zur Prüfung zugelassen haben” reicht hier nicht.
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Schlagworte:Beurlaubung, Bürokratie, HafenCity, Prüfungsamt, Service für Studierende, Stine, Universität Hamburg, Urlaubssemester, Verwaltung
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Dienstag, 16. März 2010
“Schlachtfeld” ist übrigens sehr wörtlich zu nehmen.
Ich befinde mich mittlerweile im atomaren Endzeitkrieg mit Word. Das geht so: ich mache eine hübsche Tabelle und Word pulverisiert einen Augenblick später die Arbeit von Stunden. Da hilft auch speichern nix (nur wer sich jetzt zur Klugscheißerei berufen fühlen sollte). Die Rückgängig-machen-Funktion macht ja logischerweise auch alle der Speicherung nachgefolgten Änderungen rückgängig. Und natürlich merkt man die von Geisterhand im Hintergrund vorgenommen Änderungen an Formatvorlagen (besonders bitter, wenn’s die Mastervorlage trifft) immer erst dann, wenn man schon soviel anderes geändert und gespeichert hat. Wie soll ich auch wissen, dass sich auf Seite 23 ein Zitat verschiebt, wenn ich auf 85 mit Tabellen hantiere?
80 Seiten lang machte Word genau das, was ich ihm gesagt hatte. Die Definition der Formatvorlagen war so gründlich, dass ich mich schon hätte anstrengen müssen, die Formatierungen mutwillig kaputt zu kriegen. Hm ja, bis die Tabellen kamen. Und bis mein typografischer Ehrgeiz aus simplen Linien-zentrierten-Zellen-Schwarz-Weiß-Tabellen was Hübscheres machen wollte. Für die Druckqualität der zeitweilig in Betracht gezogenen behelfsmäßigen Notkonstruktion (aus Tabelle mach Grafik) fehlt mir derzeit noch das treffende Vokabular. ‘Unterirdisch’ ginge schon mal in die richtige Richtung.
Aber ich vermelde die letzten Züge. Die Dateigröße ist mittlerweile auf über 1MB aufgebläht (andere kommen für ähnlich viel Magisterarbeit auf etwa 250KB). Wenn ich jetzt noch die Analyse der zeitlichen Distribution von “Artikelgebrauch im 19. Jahrhundert in Irland” einigermaßen in Worte gefasst bekomme (zeitlicher Verlauf ist im Übrigen bemerkenswert monoton) und man mir die heutige extreme Unlust nicht allzusehr anmerkt, dann fehlt nur noch die Abschlussdiskussion.
Liebes Word, den Krieg gewinne ich!
Schlagworte:Dateigröße, Format, Formatvorlage, Grafik, Tabellen, Word
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Samstag, 13. März 2010
Sodeles, tráchtas. dialann ist wieder online. Zwar hat das mit dem Facebook-PlugIn nicht geklappt, aber ich hab die Bundesliga geschlagen. Ein wenig stolz bin ich auch, alles komplett neu zu installieren – und dafür nur eine Stunde zu brauchen.
Und bin vor dem Ende der Schlusskonferenz fertig.
Schlagworte:Facebook, Installation, Strato, Technik, Wordpress
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Donnerstag, 11. März 2010
Wann immer es um höchsten Unterhaltungswert geht, kann die Univerwaltung nicht besonders weit sein. Heute ein kleiner Schwank aus der Reihe “Schlanke Uni”.
Vor vier Jahren leistete sich die Uni Hamburg eine monströse web-basierte Verwaltungsdiva und nannte sie Stine. Okay, so nannte unser tattriger, aber liebenswürder Nachbar, ein Hamburger, den es vor Jahrzehnten der Liebe wegen in den malerischen Schwarzwald verschlug, seine struwwelige, kalbähnliche Hundedame. Aber da die Uni es offensichtlich mit Frauen besonders gerne hat, nannte man die elektronische Suchhilfe der Stabi ja auch Stella.
Stine sollte alles können können. (weiterlesen …)
Schlagworte:Beurlaubung, Bürokratie, Prüfungsamt, Stine, Uni Hamburg, Verwaltung
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Dienstag, 9. März 2010
Ich war ja in drei Monaten relativer geistiger Umnachtung in einem IT-Unternehmen beschäftigt. Dort haben Studenten die Software auf Fehler getestet (auch eine Art, Projektmanagement zu definieren, aber gut), die die Informatiker erst auf Grund unserer fehlerhaften Definitionen produziert haben und dann auf unsere Ansage wieder ausmerzen mussten.
Da hat unser Chef immer gesagt, wenn wir uns über MS-Office-Produkte aufgeregt haben, dass wenn “wir” es schaffen würden, Software zu produzieren, die in ihrer Funktion so umfangreich und doch so relativ wenig fehleranfällig ist wie beispielsweise MS-Word, dann hätten wir’s geschafft.
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Schlagworte:EmEditor, Formatierung, Formatvorlage, Fußnote, MS Office, MS Word, PDF, Software, Wordpad
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Sonntag, 7. März 2010
Angelehnt an Kristins ‘Ein kleiner Gruß vom Schlachtfeld‘ (auf deren interessantes Sprachblog ich hiermit ausdrücklich hinweisen möchte; wir sehen uns in Mainz!), auch von mir einen kleinen Eindruck vom Schreibtisch. Der hat sich nämlich vor ein paar Wochen vom Arbeits- und Schlafzimmer in die Wohnküche verschoben, und der Küchentisch ist ins Schlafzimmer verbannt – das hält die Wege zu Kühlschrank, Kaffeemaschine und Radio effizient kurz.

Hier sei auch angemerkt, dass ich NUR so chaotisch arbeiten kann (wobei der S/W-Modus hier die gröbsten Zettelberge schlicht verschleiert). Wenn ich anfangen würde, aufzuräumen oder ‘Ordnung’ rein zu bringen, würde ich a) nichts mehr finden und b) sähe spätestens zwei Stunden später alles so aus wie vorher. So finde ich aber relativ fix alle Stellen wieder – die Gnade des grafischen Gedächtnisses! Und für alle anderen Fälle gibt’s Google Desktop.
Kristin, mein Schlachtfeld gewinnt!
Schlagworte:Arbeitsweise, Chaos auf dem Schreibtisch, Kristins Sprachblog, Splok
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Sonntag, 7. März 2010
Wer sich intellektuell vielleicht etwas unterfordert fühlt, dem sei als Ostergeschenk die Radical Construction Grammar von William Croft ans Herz gelegt.
Wie sagte ich zu einem meiner Betreuer: “Ich hab mir auch mal Croft angeguckt. Das ist ja n büschen schwer zu verdauen. Und ich dachte mir, da darf ich als Magistrand auch mal Nein sagen!”
Gelächter.
Croft, William. 2003. Radical Construction Grammar. Syntactic Theory in Typological Perspective. Oxford.
Schlagworte:Radical Construction Grammar, Schwere Kost, William Croft
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Donnerstag, 4. März 2010
Im Englischen gibt es Konstruktion – mit und alternativ ohne Artikel – die nichts damit zu tun haben, ob’s ein Ire oder ein Mensch aus Oxford von sich gibt. Dazu zählen beispielsweise at night vs. in the night und in spring vs. in the spring. Die jeweils letzteren Konstruktionen sind speziell den Iren nachgesagt worden. Und niemand ist bisher (bis auf, ironischerweise, einige wenige Grammatiken für Standardenglisch) auf die semantische Komponente eingegangen, schon gar nicht für irisches Englisch.
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Schlagworte:at night, in spring, in the night, in the spring, Irisches English, Jahreszeiten, Korpus, Korpuslinguistik, Pragmatik, Referenz, Standardenglisch, Temporalkonstruktionen
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