Es ist… Word!
Ich war ja in drei Monaten relativer geistiger Umnachtung in einem IT-Unternehmen beschäftigt. Dort haben Studenten die Software auf Fehler getestet (auch eine Art, Projektmanagement zu definieren, aber gut), die die Informatiker erst auf Grund unserer fehlerhaften Definitionen produziert haben und dann auf unsere Ansage wieder ausmerzen mussten.
Da hat unser Chef immer gesagt, wenn wir uns über MS-Office-Produkte aufgeregt haben, dass wenn “wir” es schaffen würden, Software zu produzieren, die in ihrer Funktion so umfangreich und doch so relativ wenig fehleranfällig ist wie beispielsweise MS-Word, dann hätten wir’s geschafft.
Tja, und nun sitze ich hier schon fast 70 Seiten lang vor einem Dokument in einer Software, vor der ich tausend Mal gewarnt wurde, wenn “du n richtig großes Projekt und nicht nur ne poplige Hausarbeit am Start hast”. Man soll den Tag ja nicht vor dem Abend loben – und ich bin aus Abizeitungs- und Korrekturlesezeiten von mehr als einem halben Dutzden Diplom- und Magisterarbeiten ja eigentlich gewarnt, was passieren kann, wenn der User nicht mit der Software umzugehen weiß – aber bisher läuft’s softwaretechnisch echt wie Sau. Die Schlussredaktion in der Hinsicht wird relativ einfach werden.
Der einzige kleine Aufreger waren mysteriös auftretende Leerzeichen in der Fußnotenzeile zwischen Text und Trennstrich. Und es dauerte exakt 20 Sekunden, dafür die richige Behandlungsmethode zu finden (obgleich mir niemand erklären konnte, weshalb der Fehler überhaupt auftrat).
Ansonsten trägt eine vernünftige Format(vorlagen)definition vor Beginn der Reise gute Früchte; die sind übrigens eine reine Wohltat (und ich danke heute noch Ms Agoni [sprich: Agóni; wahlweise auch recht treffend wie agony] von meiner australischen Schule, die uns diese Funktion eingetrichtert hat). Außerdem werden Texte aus fremder Software (z.B. Excel) vor der Übernahme von Formatierungen reingewaschen, in dem also der kopierte Text erst durch einen Neutralisator wie WordPad geschickt wird. Mein Masterdokument ist sogar so gut definiert, dass ich problemlos den Text markieren und in andere Wordprocessingprogramme kopieren kann und keine Formatierung zerschossen wird. Gleichermaßen erfolgreich ist der tägliche Druckauftrag an den PDF-Creator.
Ich bin wirklich schwer beeindruckt.
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