Tatort Barmbek
Nach sechs Monaten Schreibtischdienst ohne nennenswertes Sozialleben und kurz vor dem Gang in den Copyshop weißt du, dass du urlaubsreif bist, wenn du beim Anblick deiner Straße voller Löschzüge, Polizei, Krankenwagen und mit Gasmasken bestückten Feuerwehrleute nur daran denkst, wo der USB-Stick mit der PDF der Magisterarbeit liegt. Andere raffen Photos, Ausweisdokumente oder Bargeldbestände zusammen.
Der Genny bläst vermutlich gerade die Sprungburg auf, das kann ich aber nicht einsehen, weil ich über/hinter der Regenrinne im Dachgeschoss wohne. Aber die Blickrichtung der Passanten verrät nichts Gutes: die gucken alle in meine Richtung. Ich rufe mal eben nach unten: “Huhu! Ob mir einer der Herren mal sagen könnte, ob ich gleich sterbe? Ich meine, falls einer gerade Zeit hat.” Niemand antwortet, weil sich’s mit so Gasmasken natürlich auch nicht besonders gut hören lässt.
Weil das Spektakel genauso schnell zu Ende ist, wie’s aufgezogen war, schiebe ich es mal auf einen unglücklichen Nachbarn, dessen äußerst sensiblen Rauchmelder ausgerechnet dann den Realitätscheck machen, wie er nicht zu Hause ist. Das wird teuer! Aber es war vermutlich absehbar, dass das mal passiert, weil bei uns im Haus fast täglich irgendwo ein Sensibelchen jault, wenn man Fischstäbchen brät. (Schade eigentlich nur, dass der fette Benz, der seit Tagen in der Feuerwehrzufahr im Halteverbot parkt, außer Haus war – das wäre schon ein nettes Schauspiel gewesen, da ein Löschzug so ein Störelement relativ schnell einfach zur Seite schiebt.)
Und alles zur besten Tatortsendezeit.
TweetSchlagworte: Barmbek, Feuermelder, Feuerwehreinsatz, Polizei, Tatort



27. April 2010 um 22:05 Uhr
Eieiei…. Sowas kann das Leben doch spontan viel spannender machen
Und das mit dem Benz ist wirklich schade…
27. April 2010 um 22:23 Uhr
Spannend ja, kurzzeitig auch beunruhigend. Aber wer will’s schon langweilig!
28. April 2010 um 07:21 Uhr
Der USB-Stick ist doch uninteressant, denn das PDF inkl. der viel interessanteren weil bearbeitbaren Quelle liegt sicher verstaut auf mehreren Online-Speicherdiensten
28. April 2010 um 20:00 Uhr
Der Tatort war so pralle nicht, dass selbst ein mittelunnötiger Feuerwehreinsatz nicht mehr Unterhaltung geboten hätte (in den letzten Monaten haben mir am Sonntagabend eigentlich nur der Hamburger Tatort und der neue Polizeiruf aus Rostock gefallen; alles andere war oft zu banal konstruiert und realisiert oder auch schlicht langweilig).
“Kommentare” schreibt man übrigens mit Doppel-”m”, wer wüßte das besser als ich.
28. April 2010 um 20:21 Uhr
Das mit dem Online-Speicherdienst würde ich mir aber wirklich noch mal überlegen. Sonst gibt noch jemand anderes deine Arbeit unter seinem Namen heraus.
Ach ja: Magisterzeit.
Aber nur einen USB-Stick??????
Ich hatte: 3!!!! Mind. einer war immer am Mann, äh, pardon, Frau und außerdem noch zwei Sicherungskopien auf meiner externen Festplatte und der meiner Eltern in heimatlichen Gefilden.
War eine Heidenarbeit das alles auf einem einigermaßen aktuellen Stand zu halten….
28. April 2010 um 21:34 Uhr
Gemach, gemach – ich hatte natürlich vier lokale, voneinander unabhängige Speicherorte und die Arbeit mindestens einmal täglich an drei Emailadressen verschickt. Bei reinen Onlinespeicherdiensten wäre ich auch vorsichtig – andererseits war meine Arbeit so auf ein bestimmtes Korpus bezogen, dass das wohl niemandem was genutzt hätte, bzw. derjenige aus der Nummer nie ohne Plagiatsvorwürfe rausgekommen wäre. Und die Korpusdaten waren selbstverständlich nie online.
Beim o.g. Event ging’s mir vor allem um die Symbolik. Und wer schleppt bei Feueralarm schon gerne zwei Laptops und ne externe Festplatte mit zum Abgang über die Drehleiter?
28. April 2010 um 21:38 Uhr
@Jan, ich lebe seit Jahren sehr glücklich ohne Fernseher und lasse mir die Tatorte aufnehmen. Da mich das Tatortvirus auch erst vor gut einem Jahr voll erwischt hat, hab ich ja ne riesen Auswahl, besonders an den ganzen Wiederholungen. Momentan ganz oben im Kurs stehen Münster und Berlin, aber auch Bodensee hat seine Reize. Und natürlich die alten Stöver/Brockmöller – Klassiker
– ich find’s einfach faszinierend, wie unterschiedlich sie sind. Und ich fühle mich eigentlich grundsätzlich gut unterhalten.
29. April 2010 um 14:22 Uhr
Es gibt durchaus Dienste wo man das Privat lagern kann.
Da wäre mozy (nutze die Bezahlversion für komplette Backups der Rohdaten aller meiner Fotos und sowas – geht auch verschlüsselt mit eigenem key), das geht komplett automatisch, man kanns also nicht vergessen.
Ne simplere Variante ist Dropbox, hiermit lassen sich auch prima Dokumente von Laptop und PC synchronisieren, ebenfalls vollautomatisch und kostenlos.