Nach der Prüfung ist vor der Prüfung
Warum weht in Hamburg an genau den zwei Tagen im Jahr kein Wind, wenn die Quecksilbersäule weit über 30°C gedrückt wird? Die Luft steht in meiner Dachgeschosswohnung, als würde sie Miete zahlen.
Diese Prüfungsphase ist ja nicht nur ehrgeizig – sie ist für einen Fußballfan auch noch unglücklich gewählt. Die Politikklausur fand fast zeitgleich zum Serbien-Spiel in einem Unigebäude mit der höchsten Public-Viewing-Dichte statt (wer mit der Geografie der UniHH vertraut ist: Pony Bar, Abaton-Bistro und der Pferdestallinnenhof, für den besonders eindrucksvollen Vuvuzela-Surroundsound!).
Ich bin ein wenig über mich selbst überrascht. Derzeit sitze ich wieder ab acht Uhr morgens über den Büchern, mache um 16 Uhr mal eben zwei Stündchen Pause. Und das eigentlich dramatische an dieser Situation ist, dass Béla Réthy immer noch Spiele der deutschen Mannschaft kommentieren darf (glücklicherweise bleibt uns der unsagbar schlechte Florian König von RTL bei Deutschlandspielen erspart).
Und Guido Westerwelle ist immer noch Außenminister.
TweetSchlagworte: Béla Réthy, Guido Westerwelle, Hitze, Politik, Prüfung, Prüfungsvorbereitung, WM



4. Juli 2010 um 11:47 Uhr
Westerwelle ist schlimmer, aber Rethy ist unerträglicher.
(Von einem, der gestern ab der 15. Minute das Spiel ohne Ton schaute – und zum ersten Mal mitbekommen hat, dass die schon etwas angejahrte Nachbarin von schräg unten beim Fussball dauerflucht wie ein betrunkener Seemann… Mann, was mussten Jogis Jungs, vertreten durch mich, sich da an Demütigungen anhören…)
4. Juli 2010 um 13:38 Uhr
Tipp für’s Halbfinale:
Die Kommentatoren des Radios sind häufig besser – daher:
Fernsehbild und Radioton – einfach genial!
Haben wir das erste Mal bei der letzten WM beim Arbeitskollegen-Public-Viewing im Innenhof gemacht…
Aber Lernen bei dieser Hitze – grauenhaft. Das hatte ich letztes Jahr auch, da ich Ende August Staatsexamen für meine Lehramtsprüfung hatte… Ich fühle mit Dir…
Na ja, und zum Soundpegel bei Prüfungen – das einzig Gute daran ist, dass es die Prüfer auch nervt und sie daher oft “gnädiger” bewerten…
4. Juli 2010 um 20:57 Uhr
@Kommentator: auf den Punkt gebracht
. Réthy kann in seiner Position ähnlich wenig Schaden anrichten wie Christian Wulff.
@Simop: mal abgesehen von der Tatsache, dass Fußball ohne Ton wie Bier ohne Alkohol ist (wobei – diese WM ist eine sehr trockene…), hab ich ein strukturelles Problem. Ich habe ja seit vier Jahren keinen Fernseher mehr und bin deshalb auf Livestreams angewiesen. So gesehen wäre die sehr attraktive Option von TV/Radiokombi natürlich in etwa gleich spannend, wie die derzeitige Praxis, dass ich Tore der Nationalelf vorwiegend aus der Nachbarschaft erfahre. Ist einerseits natürlich doof, andererseits auch lustig, wenn sich die Mannschaft in der Abwehr die Bälle zuschiebt und die Nachbarschaft bereits mit Vuvuzelas und Feuerwerkskörper am Rad dreht (so ähnlich wurde ich ohne eine Minute aktiven Zusehens durch die Europa-League-Saison des HSV gequält…). ZDF-Livestreams hängen übrigens lediglich einige Sekunden, die ARD und Internetfernsehprogramme bis zu 30 Sekunden. Was man nicht so alles feststellt
4. Juli 2010 um 23:01 Uhr
Tja, wir hatten ja Ton – nur halt nicht vom damaligen Kommentator des Grauens (vermutlich auch Réthy…
)
Das mit den Livestreams ist ja lustig – dass da ganz gut Verzögerung ist, merkt man auch beim Radio – bei manchen Sendern sind es weniger als 1s, das gibt einen netten Halleffekt, wenn ein “normales” Radio mitläuft, bei anderen sind es viele Sekunden…
Das Spiel gegen Ghana hab ich so ähnlich wie Du “gesehen” – eigentlich habe ich etwas anderes gearbeitet, am PC lief der Liveticker mit – und an den Böllerschüssen und am Geschrei der Nachbarn wusste ich immer, wann es sich lohnt, auf den Ticker und Stream zu gucken…