Präsenz in Präsenzbibliotheken
Ich werde mich nie dran gewöhnen.
Die Institutsbibliotheken an der Uni Hamburg sind Präsenzbibliotheken. Dabei hat das Wort Präsenz nichts mit der Anwesenheit von Studenten oder zweigehirnzelligen Bibliothekaren zu tun. Das Konzept hat für Leute wie mich, die ungern in der Bibliothek arbeiten und ihre Präsenz dort hauptsächlich so verstanden haben, dauerquatschende und telefonierende Kommilitonen anzuschnauzen, zwar einige Nachteile – der groooohooße Vorteil ist aber, dass die Bücher da sind. In der Theorie.
Nicht der erste und einzige Fall, aber seit zwei Monaten renne ich einem bestimmten, wichtigen Buch hinterher. Und langsam wird suz richtig wütend. Ich bin ja bereit, mich dafür ein paar Stunden präsent zu zeigen und in der Bibliothek lesen. Aber es ist nicht da. Ausgeliehen, nicht verschollen (!). Das ist sogar noch viel ärgerlicher, weil die Bibliothek sogar drei Exemplare jeneswelchen Standardwerks, äh, vorrätig hat, alle aber verliehen sind. Wenn sie eins davon verleihen, gut. Auch die Regelung der Examensausleihe, die es Examenskandidaten erlaubt, ein Buch für eine Woche mit nach Hause zu nehmen, ist grundsätzlich immer für den ärgerlich, der in die Röhre guckt.
Im Großen und Ganzen spottet diese Regelung doch jeder Beschreibung.