Archiv für die Kategorie „Extralinguistisches“

Gottes Werk und Teufels Beitrag

Montag, 26. Juli 2010

Gott gab uns als Ant­wort auf die zügel­lo­sen 68er genau genom­men nur eine ein­zige wirk­li­che Strafe: Eva Her­man. Und als wär’s nicht schon schlimm genug, erfand der Teu­fel Schnitt­brot und Induktionsherde.

.…!?

Der Kassenpatient

Mittwoch, 21. Juli 2010

Frü­her, als Bache­lor noch Bak­ka­lau­reat hieß und Mas­ter Magis­ter (klingelt’s?), sta­pel­ten sich im Prü­fungs­amt zur Sprech­zeit die Prüf­linge vor zwei Türen hin­ter denen sich die Sach­be­ar­bei­ter sel­tenst aus der Ruhe brin­gen lie­ßen. Denn beson­ders wenige Tage vor den vier­tel­jähr­li­chen Mel­de­ter­mi­nen ging’s da zu, wie im Tau­ben­schlag. Meist waren die Sach­be­ar­bei­ter nur um 06.30 Uhr und nur tele­fo­nisch erreichbar.

(wei­ter­le­sen …)

Jetzt ist es so und nicht anders

Montag, 19. Juli 2010

Ich wäre ver­mut­lich nicht ich, wenn ich aus einer bit­te­ren Nie­der­lage nicht auch etwas Posi­ti­ves zie­hen könnte:

  • Die Semi­nar­land­schaft und die haus­ar­beit­ge­stützte Leis­tungs­nach­weis­struk­tur der Geis­tes­wis­sen­schaf­ten berei­ten nur mäßig auf münd­li­che Prü­fun­gen vor.
  • Ich bin kein Politikwissenschaftler.

Mehr war ver­mut­lich nicht drin; viel­leicht kann ich in drei Wochen drü­ber lachen. Schock und Ent­täu­schung sit­zen tief, aber mitt­ler­weile über­wiegt: es ist vor­bei. Des­halb wan­der­ten am Wochen­ende auch alle Semi­nar­un­ter­la­gen aus dem über die Jahre doch sehr ver­nach­läs­sig­ten und in, ähem, Unliebe gefal­le­nen zwei­ten Haupt­fach in die Rundab­lage. Bal­last abwerfen.

Es ist irgend­wie kein Zufall, dass ich fast auf den Tag genau vor einem Jahr die Ent­schei­dung traf, das Stu­dium nicht abzubrechen.

Wenn ichs pathe­tisch sehen will: ein Sieg über die Umstände.

Meine erste (aktive) Konferenz

Mittwoch, 7. April 2010

Jetzt steht der aka­de­mi­schen Kar­riere ja nu nichts mehr im Weg. Für die 47. Stu­den­ti­schen Tagung Sprach­wis­sen­schaft (StuTS) in Mainz habe ich mein Magis­ter­ar­beits­thema als Vor­trag ein­ge­reicht. Das wird span­nend und lus­tig. Even­tu­el­les Feed­back wird zwar zu spät kom­men, aber zum »warm machen« wird das ganz famos. Und…

…ich freu mich rie­sig drauf.

Phrasenbingo

Samstag, 20. Februar 2010

Es gibt sie ver­mut­lich in jeder Dis­zi­plin: die beson­ders flei­ßi­gen Häns­chen und Lies­chen, die publi­zie­ren, als ging’s um wer weiß was. Die ver­mut­lich neue Arbeits­plätze geschaf­fen haben und Ange­stellte beschäf­ti­gen, die nur damit beschäf­tigt sind, die Publi­ka­ti­ons­liste ihrer Chefs immer auf dem neus­ten Stand zu halten.

Also ent­we­der sind diese Aka­de­mi­ker so extrem ver­siert in ihrem Fach, dass sie auf Zuruf ein­fach aus dem Stand ein Paper hin­rot­zen kön­nen, pico­bello mit neuen For­schungs­er­geb­nis­sen und Refe­ren­zen und Ver­wei­sen und Zita­ten (wenn sie denn wel­che brau­chen) und dem gan­zen Kla­de­ra­datsch. Oder aber sie spie­len Phra­sen­bingo in der Ver­sion für Wis­sen­schaft­ler und/oder beschäf­ti­gen wie­derum extra Adju­tan­ten, die die Text­bau­steine für sie neu zusammenwürfeln.

Fas­zi­nie­rend.


Feldforschung

Samstag, 8. August 2009

Schnel­ler als mir lieb war trat ich in der letz­ten Woche selbst zum hier ange­ra­te­nen Feld­ver­such an. Das Nest, von dem ich rede, ist ein klei­nes male­ri­sches Dorf auf hal­bem Weg zwi­schen Frei­burg und Offen­burg, inmit­ten von Wein­ber­gen, Spar­gel­fel­dern und Kar­tof­fe­lä­ckern. Dort, wo die Welt noch in Ord­nung ist. Und dort, wo dr nor­male Mänsch sinne Schwiirig­keide hebbe duet, d’Iihhiimische z’vrschdoh.

Dort, wo sich die Men­schen bei der Lesung einer Messe auf Hoch­deutsch ähn­lich füh­len müs­sen, als sei sie nach wie vor auf Latein gehal­ten. Dort bekommt man Sun­ne­wir­bele zu den Herd­äp­fele mit Süür­brode. Und wer nach wie vor glaubt, Dia­lekte die­ser Art seien min­der­wer­tig und ewig­gest­rig, dem sei gesagt, dass sich das Badi­sche moder­nen Kom­mu­ni­ka­ti­ons­we­gen nicht ver­schließt: der Bad­ner scannt nicht, er duut iiläse.

Dies ist auch ein schö­nes Bei­spiel dafür, dass Deng­lisch nichts damit zu tun hat, dass der des Eng­li­schen nicht mäch­tige Per­so­nen­kreis vom Ver­ständ­nis aus­ge­schlos­sen wird, son­dern der­je­nige, der mit dem Jar­gon oder den neuen tech­ni­schen Ent­wick­lun­gen nichts am Hut hat. Denn natür­lich könnte man auf Hoch­deutsch statt scan­nen auch ein­le­sen sagen. Wer aber den Vor­gang des Scan­nens nicht kennt, der wird auch mit »Ich habe das Doku­ment ein­ge­le­sen« nichts anfan­gen können.

Dem­nächst wie­der Rück­kehr zum Thema.

Zugriffsstatistiken

Samstag, 18. Juli 2009

Daran hat sich nicht viel geän­dert. Nach wie vor spült Herr Google ver(w)irrte Stu­den­ten auf der Suche nach Hilfe bei ihren Abschluss­ar­bei­ten auf diese Seite. Dies sind die zehn häu­figs­ten Suchbegriffe:

  1. magis­ter­ar­beit wochen
  2. trach­tas
  3. magis­ter­ar­beit in einer woche
  4. länge magis­ter­ar­beit
  5. magis­ter­ar­beit probleme
  6. wie­viel sei­ten min­des­tens sollte eine magis­ter­ar­beit haben
  7. »magis­ter­ar­beit in * wochen«
  8. mind­map tagebuch
  9. struk­tur magisterarbeit
  10. fra­ge­stel­lung magisterarbeit

Was mich ange­sichts die­ser Auf­stel­lung etwas ver­wirrt - was macht »trach­tas« so mut­ter­see­len­al­lein (und vor allem so weit oben) in der Liste, die vor­nehm­lich Schumm­ler, Stuk­tur­lose und Pro­kras­ti­na­ti­ons­ex­per­ten ent­blößt? Sollte es womög­lich so sein, dass mein eher stüm­per­haf­ter Ver­such, »the­sis« ins Gäli­sche zu über­set­zen, gar nicht so stüm­per­haft war und der Begriff einem brei­tem Publi­kum bekannt ist?

Unter allen Begrif­fen ist übri­gens kaum ein Hin­weis zu fin­den, dass sich jemand für die inhalt­li­chen Aspekte der Arbeit zu inter­es­sie­ren ver­mag. Ledig­lich zwei Tref­fer zu »bestimm­ter arti­kel eng­lisch« und einer zu »iri­sches eng­lisch« legen den Schluss nahe, dass zufäl­lig her­über­bli­ckende Besu­cher eher kurz ver­wei­len. Denn zu »prü­fungs­amt schein fäl­schen« fin­det der faule Stu­dent hier keine Hilfestellung.

Gene­rell beschleicht mich anhand vie­ler Such­be­griffe der schreck­li­che Ver­dacht, dass da drau­ßen nicht nur ver­zwei­felte Kom­mi­li­to­nen ste­cken, son­dern auch ungleich zahl­rei­chere Men­schen, die sich Tipps zum Trick­sen versprechen.

Mein Favou­rit ist übri­gens »wie macht man eine magis­ter arbeit«, das in die­ser ulki­gen Ver­sion immer­hin zwei Mal auftaucht.

Jetzt hab ich’s ver­stan­den. Ich mache mir (Magister)Arbeit.

Woche 7.0

Dienstag, 25. November 2008

Eigent­lich ist diese Woche nicht son­der­lich viel pas­siert, das einen Wochen­rück­blick recht­fer­ti­gen würde. Die ange­peilte Struk­tu­rie­rung mei­ner mitt­ler­weile doch sehr ver­zet­tel­ten Noti­zen ebenso wenig wie die Vor­be­rei­tung auf die ers­ten wirk­lich geschrie­be­nen Worte. Also am Rotz ist immer noch nicht gearbeitet.

Das mag man jetzt nega­tiv sehen. Es mag auch frus­trie­ren. Aber wenn ich es posi­tiv sehen soll, dann ist das die Fest­stel­lung, dass ich - anders als im Mai und Juni - nicht gänz­lich auf mein sozia­les und finan­zi­el­les Leben ver­zich­tet habe.

Mal sehen, wie­viel es diese Woche ist.

Textverarbeitung

Samstag, 22. November 2008

Am Anfang des Stu­di­ums, wenn man bewun­derns­wert zu Examens­kan­di­da­ten auf­schaut und sich denkt, »das ist so sexy, Examen zu machen«, hat mir ein klu­ger Mensch mal gesagt, dass man bei gro­ßen Pro­jek­ten bes­ser die Fin­ger von MS Word lässt. Äh, dass man eigent­lich gene­rell die Fin­ger davon lässt. Schon damals war mir klar, dass diese Fest­stel­lung nicht aus sprung­haf­ter Frus­tra­tion gemacht wurde.

Ich weiss jetzt nicht, ob es eine bewusste Ent­schei­dung war, bei Word zu blei­ben. Viel­leicht war es die Faul­heit, sich auf ein OpenSource-Programm ein­zu­las­sen, oder aber die rela­tive Ver­traut­heit mit den Tücken eines Micro­soft­pro­duk­tes. Ja, auch die wach­sen einem ans Herz. Und warum ein­fach, wenn’s auch kom­pli­ziert geht, glaubt man zumin­dest zu jeder Zeit, Herr der Lage zu sein. Der Glaube ver­setzt ja bekannt­lich Berge.

Und seit ich mich wäh­rend mei­nes Aus­tausch­jah­res (High School) in Aus­tra­lien ein hal­bes Jahr lang täg­lich mit MS Word als Haupt­un­ter­su­chungs­ge­gen­stand und nicht als Werk­zeug aus­ein­an­der­set­zen musste, glaube ich zumin­dest, dem Pro­gramm ab und zu ein Schnipp­chen schla­gen zu kön­nen. Mehr als VHS-Niveau war das zwar nicht, aber ste­ter Trop­fen höhlt den… Das beinhal­tet auch die Ver­wen­dung von For­mat­vor­la­gen - rich­tig ange­wandt eine der wirk­lich tol­len Errungenschaften.*

In die­ser Aus­ein­an­der­set­zung ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.

*Erin­nert mich außer­dem daran, dass ich wäh­rend mei­nes Aus­flugs in die BWL einen ähn­li­chen Kurs machen musste (zeit­lich und inhalt­lich sehr viel gestraff­ter), nannte sich »Rech­ner­prak­ti­kum«. Die bei­den Mädels, die mich in die­sem BWL-Jahr beglei­tet haben, hab ich seit bestimmt fünf Jah­ren nicht mehr gese­hen. Würde ich aller­dings mit Mega­fon in die Ham­bur­ger Innen­stadt gehen und laut »For­maaaaat­vor­laaaage« brül­len, würde ich die sofort wie­der­fin­den. Sowas verbindet.

Große Worte II

Freitag, 21. November 2008

Noch eins zum Thema »Länge«. Wie gesagt, schon viel gese­hen. Und mir fiel noch ein, dass jemand eine 120 Sei­ten nicht über­schrei­ten sol­lende Abschluss­ar­beit (gram­ma­ti­ka­lisch grenz­wer­tig) ein­ge­reicht hat, die mehr als 400 Sei­ten lang war. Das war das eine. Aber sich dann über den Kom­men­tar des Profs zu ärgern, der die Länge kritisierte -

Ups.