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	<title>*/ˈdɪːkæf/ - coffee &#38; linguistics &#187; Extralinguistisches</title>
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		<title>Ich koch mehr in diesem Fall</title>
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		<pubDate>Fri, 24 Jun 2011 18:45:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>suz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Extralinguistisches]]></category>
		<category><![CDATA[Petition]]></category>
		<category><![CDATA[Plagiat]]></category>
		<category><![CDATA[Silvana Koch-Mehrin]]></category>

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		<description><![CDATA[Damit alle auf dem gleichen Stand sind: Silvana Koch-Mehrin, für die FDP im Europäischen Parlament und eine überführte Plagiatorin, hat in dieser Woche stolz verkündet, dass sie als Vollmitglied in den EU-Ausschuss für Industrie, Forschung und Energie berufen worden ist. Kurz: Die Forschungsbetrügerin wird Forschungspolitikerin. Deshalb appellieren wir in einer Petition an das Europäische Parlament [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Damit alle auf dem gleichen Stand sind: Silvana Koch-Mehrin, für die FDP im Europäischen Parlament und eine überführte Plagiatorin, hat in dieser Woche stolz <a href="http://www.koch-mehrin.de/2011/06/22/silvana-koch-mehrin-jetzt-vollmitglied-im-industrie-ausschuss/">verkündet</a>, dass sie als Vollmitglied in den EU-Ausschuss für Industrie, Forschung und Energie berufen worden</em><em> ist.</em><em> Kurz: Die Forschungsbetrügerin wird Forschungspolitikerin.</em><em> <a href="http://www.gopetition.com/petitions/resignation-of-silvana-koch-mehrin-from-the-european-pa.html">Deshalb appellieren wir in einer Petition an das Europäische Parlament und die FDP, Frau Koch-Mehrin von diesem Posten zurückzuziehen und fordern Frau Koch-Mehrin auf, sich von diesem Posten und ihrem Mandat im Europäischen Parlament zurückzuziehen.</a></em></p>
<p>Man ist müde, die Karawane ist weitergezogen. Aber was sich Koch-Mehrin leistet, ist auf beängstigende Art grotesker, beschämender und verhöhnender. Dies ist keine nachträgliche relativierende Aussage zum Fall Guttenberg &#8211; denn eine für jede/n ehrliche/n Wissenschaftler/in entwürdigende Farce lässt sich immer nur mit sich selbst vergleichen.</p>
<p><span id="more-2897"></span></p>
<p>Auch wenn sich die Verteidigungsrufe aus den Weiten des Netzes für Koch-Mehrin im Gegensatz zu Guttenberg reichlich mickrig ausnehmen, wird die stark verkleinerte Empörungswelle auch damit zu tun zu haben, dass sich einige fragen: &#8220;Gibt&#8217;s nichts Wichtigeres?&#8221; Natürlich gibt es Wichtigeres.</p>
<p>Ich ärgere mich über die &#8220;es gibt Wichtigeres&#8221;-Fraktion. Wird die Floskel nämlich benutzt, um die eigene Interessenslosigkeit kundzutun, ist es ein ignorantes und gefährliches Totschlagargument, weil es in jedem Fall zutrifft. Es maskiert vor allem, dass wir als empörte Bürger und Wissenschaftler/innen Frau Koch-Mehrin aus einer ganzen Latte an Gründen zum Rücktritt von allen Ämtern auffordern.</p>
<p>Für die &#8220;es gibt Wichtigeres&#8221;-Sager gibt&#8217;s die reduzierte Pointe vorweg: Wenn wir alles unkommentiert tolerieren, werden wir bald nicht mehr die Vertreter und die demokratische Legitimation haben, mit denen man das Wichtige auch anpacken könnte. Der Volksmund nennt es auch Politikverdrossenheit. (Sich für einen Rücktritt Koch-Mehrins einzusetzen, heißt übrigens nicht, alles andere unwichtig zu finden.) Natürlich ließe sich desillusioniert argumentieren, dass Politik moralfrei ist. Diese subjektive Einschätzung lässt sich nie ganz wegdiskutieren; aber man kann &#8211; ja, ich glaube man muss &#8211; sich auch dafür entscheiden, es nicht wortlos hinzunehmen.</p>
<p>Und mich macht der Fall Koch-Mehrin auf eine ganz eigenartige Weise richtig, richtig böse.</p>
<p>Neben all den sachlichen, moralischen, ethischen und politischen Gründen, Koch-Mehrins Verhalten zu kritisieren, widert mich dieses Verhalten an. Leistung soll sich lohnen? Eine eigenartige Interpretation eines gebetsmühlenartig wiederholten Mantra einer Partei und deren schillernder Figur, denen dieser <a href="http://www.google.de/search?um=1&amp;hl=de&amp;client=opera&amp;rls=de&amp;channel=suggest&amp;tbm=isch&amp;sa=1&amp;q=koch-mehrin+leistung+muss+sich+wieder+lohnen+fdp&amp;oq=koch-mehrin+leistung+muss+sich+wieder+lohnen+fdp&amp;aq=f&amp;aqi=&amp;aql=undefined&amp;gs_sm=e&amp;gs_upl=4168l4857l0l4l4l0l3l0l0l80l80l1l1">Wahlspruch</a> und das charakterlose, pathologische Schweigen irgendwann schmerzhaft auf die Füße fallen muss.</p>
<p>Was mich rasend macht: Koch-Mehrin schwieg monatelang, <a href="http://www.koch-mehrin.de/2011/06/18/in-eigener-sache-2/">dann schob sie die Schuld auf die Universität Heidelberg. lobte ihre &#8220;unstrittigen&#8221; wissenschaftlichen Erkenntnisse und lässt nun die Rechtmäßigkeit des Entzugs prüfen</a>, was ihr rechtlich natürlich uneingeschränkt zusteht. Ihr Sprecher <a href="http://www.zeit.de/politik/deutschland/2011-06/koch-mehrin-forschungsausschuss/seite-2">argumentiert</a> in Bezug auf ihren neuen Posten, dass sie bereits stellvertretendes Mitglied war (auch davon hätte sie zurücktreten <em>müssen</em>) und im Ausschuss ja nicht für Forschung zuständig sei. Diese Argumentationsweise ist nicht neu, was sie aber auch nicht akzeptabler macht: Mit einer ähnlichen Logik hat auch Angela Merkel im Fall Guttenberg <a href="http://offenerbrief.posterous.com/">den Zorn</a> vieler, vieler Doktoranden, Wissenschaftler und Unterstützer auf sich gezogen. Und auch bei Koch-Mehrin gilt: Niemand braucht für politische Arbeit einen Doktortitel. Aber wer sich mit ihm schmückt, muss sich an die Spielregeln halten und selbstkritisch und verantwortungsvoll die Konsequenzen tragen, wenn der Lack ab ist.</p>
<p>Im Fall von Koch-Mehrin wurde der Verrat an guter wissenschaftlicher Paxis gar mit der Beförderung in einem Gremium belohnt, das sich sozusagen auch mit Fragen guter wissenschaftlicher Praxis befasst.</p>
<p>Die Empörung, die die Mannschaft um Koch-Mehrin nicht verstehen will, versteht sie aus einem bestimmten Grund nicht. Eine des akademischen Betrugs überführte Person wird einem Ausschuss angehören, der in der Wissenschaftspolitik in Europa &#8220;<a href="http://www.europarl.europa.eu/activities/committees/presCom.do;jsessionid=F070B5CB4722B3C1DA6B35E40242CEFB.node2?language=DE&amp;body=ITRE">eine Schlüsselrolle</a>&#8221; einnehmen will. Das ist geradezu ein Paradebeispiel spätrömisch-dekadenten Verhaltens.</p>
<p>Als Doktorandin sehe ich mich in letzter Zeit vermehrt und jetzt mitunter gehässigen Bemerkungen ausgesetzt, die zwar nicht immer wirklich ernst gemeint sind. Aber es ärgert mich, wenn von der Abwertung des Titels oder der &#8220;<a href="http://www.scienceblogs.de/zoonpolitikon/2011/06/der-kochmehrin-bock-im-eu-wissenschaftsgarten-und-warum-ich-das-internet-liebe.php#comment227777">Scheinheiligkeit der Wissenschaft</a>&#8221; die Rede ist. Nein, scheinheilig ist nicht die Empörung &#8211; im Gegenteil. Sie schiebt eine notwendige und durchaus <a href="http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/sprachlog/kultur/2011-06-16/nachdenken-ber-silvana-koch-mehrin">selbstkritische Diskussion</a> an. Scheinheilig wäre es, das Verhalten der Plagiatoren und die Strategie des Aussitzens schweigend als Normalität zu akzeptieren.</p>
<p>Wenn Koch-Mehrin keinen Gegenwind spürt und wir das Schweigen lernen, laufen wir Gefahr, uns an folgenlose Plagiate zu gewöhnen. Und weil ich nicht still hinnehmen will, was nicht sein darf, habe ich die Petition nicht nur als eine der Ersten unterzeichnet. Ich habe &#8211; wenn auch nur mit kleinen kosmetischen Einwürfen und Schönheitsreparaturen &#8211; dem Twitter-Schwarm beigewohnt, der gestern diesen Petitionstext von Anatol Stefanowitsch editierte, diskutierte und in mittlerweile sechs EU-Sprachen übersetzte:</p>
<blockquote><p>Die Unterzeichner rufen das Europäische Parlament auf, Frau Silvana Koch-Mehrin aus dem Ausschuss für Industrie, Forschung und Energie abzuberufen. Jüngst stellte die Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg fest, dass Frau Koch-Mehrin einen großen Teil ihrer Doktorarbeit zum Thema „Historische Währungsunion zwischen Wirtschaft und Politik: Die Lateinische Münzunion“ mit ungenauer Nennung der Quelle oder ganz ohne Nennung der Quelle bei anderen Autoren abgeschrieben hat. Die Universität hat Frau Koch-Mehrin am 15. Juni 2011 den Doktorgrad entzogen.</p>
<p>Es ist inakzeptabel, dass jemand, der sich des akademischen Betrugs schuldig gemacht hat, in einem Ausschuss sitzt, der die europäische Forschungspolitik und ihre Finanzierung überwacht.</p>
<p>Desweiteren rufen wir die Partei von Frau Koch-Mehrin, die Freie Demokratische Partei Deutschlands, sowie die Fraktion der Allianz der Liberalen und Demokraten für Europa im europäischen Parlament auf, alle in ihrer Macht stehenden Maßnahmen zu ergreifen, um Frau Koch-Mehrin davon zu überzeugen, ihre Mitgliedschaft im Ausschuss für Industrie, Forschung und Energie und ihr Mandat im Europäischen Parlament niederzulegen.</p>
<p>Zuletzt fordern wir Frau Koch-Mehrin selbst auf, für den akademischen Betrug, den sie begangen hat, die Verantwortung zu übernehmen und von ihrem Amt im Ausschuss für Industrie, Forschung und Energie und von ihrem Mandat im Europäischen Parlament zurückzutreten, um weiteren Schaden am Ansehen dieser Institutionen, der wissenschaftlichen Gemeinschaft und dem Land, das sie im Europäischen Parlament repräsentiert, abzuwenden.</p></blockquote>
<p>Die Petition setzt ein Zeichen, dass wir diese Praxis nicht tolerieren und die Bildung <em>dieser</em> Parallelwelt nicht klaglos hinnehmen. Wir sind empört, und wir geben der Empörung Tausende von Stimmen. Mein Blog hat eine kleine Reichweite. Aber wenn ich nur eine Person zur Unterstützung gewinnen kann, ist auch das ein Erfolg.</p>
<p>Ach ja, so als Fußnote und als kleines Schmankerl für alle Stipendiaten, Doktoranden oder für diejenigen, die immer noch glauben, die Empörung gehe sie nichts an und sei ein Problem für die akademische Welt: Frau Koch-Mehrin wurde in ihrer Zeit als Promovendin <a href="http://www.faz.net/artikel/C31147/plagiatsaffaere-koch-mehrin-koch-mehrin-muss-stipendium-nicht-zurueckbezahlen-30444281.html">mit einem Stipendium der Friedrich-Naumann-Stiftung gefördert</a>. Mit öffentlichen Geldern also.</p>
<p>Ich fühl mir ins Gesicht geschlagen.</p>
<p>&#8211;</p>
<p>Aufruf unterstützen: <a href="http://www.gopetition.com/petitions/resignation-of-silvana-koch-mehrin-from-the-european-pa.html">Resignation of Silvana Koch-Mehrin from the European Parliament</a>.</p>
<p>Exzellente Stellungnahmen finden sich <a href="http://www.scienceblogs.de/zoonpolitikon/2011/06/der-kochmehrin-bock-im-eu-wissenschaftsgarten-und-warum-ich-das-internet-liebe.php">hier</a>, <a href="http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/sprachlog/kultur/2011-06-22/das-ende-der-l-gen">hier</a> oder <a href="http://www.scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2011/06/plagiatorin-kochmehrin-wird-mitglied-im-forschungsauschuss.php">hier</a>. Weitere Links <a href="https://sites.google.com/site/skmresignation/reactions">hier in einer ständig aktualisierten Übersicht</a>. Dort kann auch mitgearbeitet werden.</p>
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		<title>Der Newsmixa</title>
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		<pubDate>Mon, 25 Oct 2010 13:30:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>suz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Extralinguistisches]]></category>
		<category><![CDATA[Bischof Mixa]]></category>
		<category><![CDATA[Erwin Teufel]]></category>
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		<category><![CDATA[Papst gewählt - Teufel tritt zurück]]></category>
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		<description><![CDATA[Auch Schlagzeilengeneratoren haben Humor: Screenshot bei MSN.de, 8. Juli 2010 Erinnert mich irgendwie an folgendes lustiges Schlagzeilenwürfeln &#8211; als Versuchskaninchen für Homebrew in meiner australischen WG hielt ich es damals für eine Art Nahtoderfahrung: Screenshot bei BR Online, 19. Mai 2005 (via malison.org) Im gleichen Monat heiratete außerdem Prinz Charles seine Camilla, oder, wie mein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auch Schlagzeilengeneratoren haben Humor:</p>
<p style="text-align: center;"><img src="http://www.extraflach.de/blog/wp-content/uploads/2010/10/msn20100708mixa-300x186.jpg" alt="" /></p>
<p style="text-align: center;"><em>Screenshot bei MSN.de, 8. Juli 2010</em></p>
<p style="text-align: left;">Erinnert mich irgendwie an folgendes lustiges Schlagzeilenwürfeln &#8211; als Versuchskaninchen für <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Homebrewing">Homebrew</a> in meiner australischen WG hielt ich es damals für eine Art Nahtoderfahrung:</p>
<p style="text-align: center;"><img src="http://www.extraflach.de/blog/wp-content/uploads/2010/10/teufelpapst-300x85.jpg" alt="" /></p>
<p style="text-align: center;"><em>Screenshot bei BR Online, 19. Mai 2005 (via </em><a href="http://malison.org/2005/allgemein/neuer-papst-gewaehlt-teufel-tritt-zurueck/"><em>malison.org</em></a><em>)</em></p>
<p style="text-align: left;">Im gleichen Monat heiratete außerdem Prinz Charles seine Camilla, oder, wie mein britischer Mitbewohner meinte: &#8220;Die arme Sau &#8211; 30 Jahre warten und wofür? Damit ihm ein alter Pole und ein nicht so alter Deutscher die Show stehlen!&#8221;</p>
<p style="text-align: left;">
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		<title>Gottes Werk und Teufels Beitrag</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Jul 2010 15:24:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>suz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Extralinguistisches]]></category>
		<category><![CDATA[68er]]></category>
		<category><![CDATA[Eva Herman]]></category>
		<category><![CDATA[Sodom und Gomorrha]]></category>

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		<description><![CDATA[Gott gab uns als Antwort auf die zügellosen 68er genau genommen nur eine einzige wirkliche Strafe: Eva Herman. Und als wär&#8217;s nicht schon schlimm genug, erfand der Teufel Schnittbrot und Induktionsherde. &#8230;.!?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gott gab uns als Antwort auf die zügellosen 68er genau genommen nur eine einzige wirkliche Strafe: Eva Herman. Und als wär&#8217;s nicht schon schlimm genug, erfand der Teufel Schnittbrot und Induktionsherde.</p>
<p><strong>&#8230;.!?</strong></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Der Kassenpatient</title>
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		<pubDate>Wed, 21 Jul 2010 11:18:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>suz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Extralinguistisches]]></category>
		<category><![CDATA[Bachelor]]></category>
		<category><![CDATA[Bakkalaureat]]></category>
		<category><![CDATA[Bologna-Prozess]]></category>
		<category><![CDATA[Magister]]></category>
		<category><![CDATA[Master]]></category>
		<category><![CDATA[Prüfungsamt]]></category>

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		<description><![CDATA[Früher, als Bachelor noch Bakkalaureat hieß und Master Magister (klingelt&#8217;s?), stapelten sich im Prüfungsamt zur Sprechzeit die Prüflinge vor zwei Türen hinter denen sich die Sachbearbeiter seltenst aus der Ruhe bringen ließen. Denn besonders wenige Tage vor den vierteljährlichen Meldeterminen ging&#8217;s da zu, wie im Taubenschlag. Meist waren die Sachbearbeiter nur um 06.30 Uhr und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Früher, als <a href="http://www.slm.uni-hamburg.de/Stuplan/EnglSprache.html#Abschl" target="_blank">Bachelor noch Bakkalaureat hieß und Master Magister</a> (klingelt&#8217;s?), stapelten sich im Prüfungsamt zur Sprechzeit die Prüflinge vor zwei Türen hinter denen sich die Sachbearbeiter seltenst aus der Ruhe bringen ließen. Denn besonders wenige Tage vor den vierteljährlichen Meldeterminen ging&#8217;s da zu, wie im Taubenschlag. Meist waren die Sachbearbeiter nur um 06.30 Uhr und nur telefonisch erreichbar.</p>
<p><span id="more-1157"></span></p>
<p>Als ich letzte Woche zwei Tage vor dem Juli-Meldeschluss und etwa eine Stunde vor Prüfungsbeginn den Protokollbogen abholen wollte, entwischte mir beim Anblick der wartetenden Meute nur &#8220;Oh, war ja klar&#8221;. Galant an der Masse vorbeigeschoben (O-Ton Sachbearbeiterin: &#8220;Sie haben sich hoffentlich vorgedrängelt?&#8221;), genervte Blicke geerntet &#8211; zwei Stunden später zur Rückgabe des Bogens saßen immer noch die gleichen schwitzenden Menschen im Warteraum.</p>
<p>Doch halt! Die Wartenden sind Teil der Lemmingebewegung, die im Zuge der universitären Umwälzungen der letzten Jahre ausgebrütet wurden. Und ihnen steht <em>eine</em> Sachbearbeiterin an <em>zwei</em> Tagen zur Verfügung. Natürlich sind die Berührungspunkte der BAler mit der Prüfungsverwaltung ungleich geringer, als die unseren &#8211; aber es erschließt sich nicht auf den ersten Blick, weshalb sich um die im Aussterben begriffenen Magisterstudenten <em>zwei</em> Sachbearbeiterinnen an <em>vier</em> Tagen kümmern. Generell wirkt es im Unialltag auf uns &#8220;Alte&#8221; immer ein wenig so, als habe die Uni längst vergessen, dass es uns gibt &#8211; zumindest aber wird uns durch kleine Nadelstiche permanent suggeriert, wir seien der lästige Schandfleck in der modernen Uniwelt.</p>
<p>Da passt die VIP-Behandlung für Magisteraltlasten im Prüfungsamt irgendwie nicht ins Bild. Denn auch nach der Prüfung, längst nach Ablauf der Sprechstunde, kann ich mich an der immer noch wartenden Meute vor dem BA/MA-Sprechzimmer vorbei schieben. Bis weit in ihre Mittagspause hinein nimmt sich Frau A-bis-K dann fast eine halbe Stunde Zeit für psychologische Aufbauarbeit. Die wird irgendwann ein Buch schreiben können.</p>
<p>Bei der Massenabfertigung nebenan muss sich der Bachelorstudent fühlen, wie ein Kassenpatient.</p>
<p><strong>Tja.</strong></p>
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		</item>
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		<title>Jetzt ist es so und nicht anders</title>
		<link>http://www.extraflach.de/blog/2010/07/19/jetzt-ist-es-so-und-nicht-anders/</link>
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		<pubDate>Mon, 19 Jul 2010 10:13:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>suz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Extralinguistisches]]></category>
		<category><![CDATA[Mündliche Prüfung]]></category>
		<category><![CDATA[Politikwissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Prüfung]]></category>
		<category><![CDATA[Prüfungsamt]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich wäre vermutlich nicht ich, wenn ich aus einer bitteren Niederlage nicht auch etwas Positives ziehen könnte: Die Seminarlandschaft und die hausarbeitgestützte Leistungsnachweisstruktur der Geisteswissenschaften bereiten nur mäßig auf mündliche Prüfungen vor. Ich bin kein Politikwissenschaftler. Mehr war vermutlich nicht drin; vielleicht kann ich in drei Wochen drüber lachen. Schock und Enttäuschung sitzen tief, aber [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: left;">Ich wäre vermutlich nicht ich, wenn ich aus einer bitteren Niederlage nicht auch etwas Positives ziehen könnte:</p>
<ul>
<li>Die Seminarlandschaft und die hausarbeitgestützte Leistungsnachweisstruktur der Geisteswissenschaften bereiten nur mäßig auf mündliche Prüfungen vor.</li>
<li>Ich bin kein Politikwissenschaftler.</li>
</ul>
<p>Mehr war vermutlich nicht drin; vielleicht kann ich in drei Wochen drüber lachen. Schock und Enttäuschung sitzen tief, aber mittlerweile überwiegt: es ist vorbei. Deshalb wanderten am Wochenende auch alle Seminarunterlagen aus dem über die Jahre doch sehr vernachlässigten und in, ähem, Unliebe gefallenen zweiten Hauptfach in die Rundablage. Ballast abwerfen.</p>
<p>Es ist irgendwie kein Zufall, dass ich fast auf den Tag genau vor einem Jahr die Entscheidung traf, das Studium nicht abzubrechen.</p>
<p><strong>Wenn ichs pathetisch sehen will: ein Sieg über die Umstände.</strong></p>
]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Die Feindstaatenklausel</title>
		<link>http://www.extraflach.de/blog/2010/07/05/die-feindstaatenklausel/</link>
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		<pubDate>Mon, 05 Jul 2010 07:23:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>suz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Extralinguistisches]]></category>
		<category><![CDATA[abmüllern]]></category>
		<category><![CDATA[Feindstaatsklausel]]></category>
		<category><![CDATA[Kriegsrhetorik]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[UN]]></category>
		<category><![CDATA[UN-Charta]]></category>
		<category><![CDATA[WM]]></category>

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		<description><![CDATA[FIFA-Chef Blatter hat sich jegliche Einmischung der Politik in den Fußball verbeten. Fein! Nachdem wir irgendwie gerade alle vom Platz jagen, abschießen, niederwalzen und durch geschickte Verteidigung, überfallartige Konter oder strategische Gegenangriffe verdreschen, vermöbeln (&#8220;Wer hat Argentinien am meisten weh getan?&#8221;) und zur Kapitulation zwingen oder gegnerischen Anführern zur Explosion bringen wollen, wundern wir uns noch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>FIFA-Chef Blatter hat sich jegliche Einmischung der Politik in den Fußball verbeten.</p>
<p>Fein! Nachdem <em>wir</em> irgendwie gerade alle<em> vom Platz jagen</em>, <em>abschießen</em>, <em>niederwalzen</em> und durch <em>geschickte Verteidigung,</em> <em>überfallartige Konter </em>oder <em>strategische</em> <em>Gegenangriffe </em><em>verdreschen,</em> <em>vermöbeln</em> (&#8220;Wer hat Argentinien am meisten weh getan?&#8221;) und zur <em>Kapitulation</em> zwingen oder <a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/und-schweini-auf-die-beini/" target="_blank">gegnerischen Anführern zur Explosion</a> bringen wollen, wundern wir uns noch über die Kriegsrhetorik ausländischer Medien über den bickelbehaubten hässlichen Deutschen (<em>El Mundo</em>: &#8220;Bestie&#8221;) im anrollenden Panzer. Da sind auch feinsinnige Neologismen wie &#8220;Deutschland müllert England&#8221; oder &#8220;Woeful England mullered by Germany&#8221; (<em>Mirror</em>) eher der Bick-Stick-Diplomatie zuzuordnen.</p>
<p>Dabei ist alles in Wahrheit noch viel schlimmer. Nach den immer noch gültigen &#8211; wenn auch obsoleten &#8211; Artikeln 53 und 107 der UN-Charta ist es allen Unterzeichnerstaaten gestattet, Aggressionen eines Feindstaates aus dem Zweiten Weltkrieg mit militärischen Mitteln ohne besondere Ermächtigung gegenüberzutreten. Diese &#8220;Feindstaatsklausel&#8221; bezog sich natürlich hauptsächlich auf Deutschland und Japan. Zu den Unterzeichnern der Charta 1945 gehörten unter anderem Australien, Jugoslawien, das Vereinigte Königreich, Argentinien, Uruguay und die Niederlande; noch vor Deutschland (1990*) unterzeichneten die Charta außerdem Ghana (1957) und Spanien (1955). (Okay, irgendwie alle halt. Aber vor uns zittern jetzt&#8230; ja auch irgendwie alle!)</p>
<p><strong>Aus Gründen verpatzter Pointen bin ich froh wenn die Prüfungen durch sind.</strong></p>
<p><em>*Streng genommen hat Deutschland erst 1990/1 mit dem Zwei-Plus-Vier-Vertrag volle Souveränität erhalten. Deutschland war aber bereits mit dem NATO-Beitritt der BRD 1955 und der Unterzeichnung der UN-Charta der BRD und der DDR 1973 vor der Feindstaatenklausel, äh, geschützt. Der Medienarbeit vom &#8220;hässlichen Deutschen&#8221; und der Kriegsrhetorik in ausländischen Fußballmedien hat das bekanntermaßen keinen Abbruch getan. So gesehen ist Fußball ja auch irgendwie die Fortsetzung des Krieges mit anderen Mitteln.</em></p>
<p><em>Randnotiz aus einem Prüfungsvorbereitungshirn.</em></p>
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		<title>Meine erste (aktive) Konferenz</title>
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		<pubDate>Wed, 07 Apr 2010 18:36:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>suz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Jetzt steht der akademischen Karriere ja nu nichts mehr im Weg. Für die 47. Studentischen Tagung Sprachwissenschaft (StuTS) in Mainz habe ich mein Magisterarbeitsthema als Vortrag eingereicht. Das wird spannend und lustig. Eventuelles Feedback wird zwar zu spät kommen, aber zum &#8220;warm machen&#8221; wird das ganz famos. Und&#8230; &#8230;ich freu mich riesig drauf.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Jetzt steht der akademischen Karriere ja nu nichts mehr im Weg. Für die <a href="http://47.stuts.de/index.php" target="_blank">47. Studentischen Tagung Sprachwissenschaft</a> (StuTS) in Mainz habe ich mein Magisterarbeitsthema als <a href="http://47.stuts.de/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=72&amp;Itemid=76/#flach" target="_blank">Vortrag</a> eingereicht. Das wird spannend und lustig. Eventuelles Feedback wird zwar zu spät kommen, aber zum &#8220;warm machen&#8221; wird das ganz famos. Und&#8230;</p>
<p><strong>&#8230;ich freu mich riesig drauf.</strong></p>
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		<title>Phrasenbingo</title>
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		<pubDate>Sat, 20 Feb 2010 16:45:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>suz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es gibt sie vermutlich in jeder Disziplin: die besonders fleißigen Hänschen und Lieschen, die publizieren, als ging&#8217;s um wer weiß was. Die vermutlich neue Arbeitsplätze geschaffen haben und Angestellte beschäftigen, die nur damit beschäftigt sind, die Publikationsliste ihrer Chefs immer auf dem neusten Stand zu halten. Also entweder sind diese Akademiker so extrem versiert in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt sie vermutlich in jeder Disziplin: die besonders fleißigen Hänschen und Lieschen, die publizieren, als ging&#8217;s um wer weiß was. Die vermutlich neue Arbeitsplätze geschaffen haben und Angestellte beschäftigen, die nur damit beschäftigt sind, die Publikationsliste ihrer Chefs immer auf dem neusten Stand zu halten.</p>
<p>Also entweder sind diese Akademiker so extrem versiert in ihrem Fach, dass sie auf Zuruf einfach aus dem Stand ein Paper hinrotzen können, picobello mit neuen Forschungsergebnissen und Referenzen und Verweisen und Zitaten (wenn sie denn welche brauchen) und dem ganzen Kladeradatsch. Oder aber sie spielen Phrasenbingo in der Version für Wissenschaftler und/oder beschäftigen wiederum extra Adjutanten, die die Textbausteine für sie neu zusammenwürfeln.</p>
<p><strong>Faszinierend.</strong></p>
<p><strong><br />
</strong></p>
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		<title>Westerwave and The Aufschwung</title>
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		<pubDate>Tue, 29 Sep 2009 19:40:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>suz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich gehöre ganz bestimmt zu denjenigen, die sich jetzt eins ins Fäustchen kichern &#8211; und genüßlich dabei zusehen, wie Journaille und Web-2.0-Gemeinde Guido Westerwelle im Wechsel mit Häme überschütten. Mit seiner leidlich geschickten Reaktion auf die Anfrage eines BBC-Reporters beschäftigt sich unter einem sprachwissenschaftlichen Aspekt heute das Bremer Sprachblog. Schon machen Videos die Runde, die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich gehöre ganz bestimmt zu denjenigen, die sich jetzt eins ins Fäustchen kichern &#8211; und genüßlich dabei zusehen, wie Journaille und Web-2.0-Gemeinde Guido Westerwelle im Wechsel mit Häme überschütten. Mit seiner leidlich geschickten Reaktion auf die Anfrage eines BBC-Reporters beschäftigt sich unter einem sprachwissenschaftlichen Aspekt heute das <a href="http://www.iaas.uni-bremen.de/sprachblog/2009/09/29/es-ist-deutschland-hier/" target="_self">Bremer Sprachblog</a>.</p>
<p>Schon machen Videos die Runde, die sich an Westerwelles schwachen Englischkenntnissen ergötzen: auf die Frage eines jungen Osteuropäers, was Osteuropa von der deutschen Erfahrung mit dem Frieden lernen könnte, <a href="http://www.youtube.com/watch?v=lLYGPWQ0VjY" target="_blank">antwortet Westerwelle</a>:</p>
<blockquote><p>&#8220;The fall of the wall&#8230; There has been so much dynamic in the new members of the European Union. And I do not mean only the economic dynamic, I mean the dynamic of the society. If I would compare this sometimes to the old EU 50 [<em>das sehen wir ihm nach, weil wir davon ausgehen, dass auch ein FDP-Chef weiß, wieviele Mitgliedsstaaten die EU vor Mai 2004 hatte</em>], we could learn that the [queue] for a successful welfare state, a successful economy is the dynamic of the society is the will to reach very ambitious aims and perhaps this is something what we in the last years lost in our mentality or lost too much in our mentality. For example, if I look to what we got today, we got today the new unemployment rates and when I listen to the government and I hear there that 11 percent or 10.8 percent unemployment rate and &#8220;Der Aufschwung ist da&#8221;, this is not ambitious enough. The aim, for example for the German society, should not be to come from the last place with the growth rates in the European Union to the second last or third last. Our aim, our issue should be to reach once again the top again. And this is what we can learn, I think, at the moment, much more.&#8221;</p></blockquote>
<p>Diese Transkription &#8211; begünstigt durch das stockende Englisch &#8211; kostete mich zwei Videodurchläufe (und einen davon zum Korrekturlesen). Und vermutlich ist meine Interpunktion auch ein wenig vorteilsstiftend für Herrn Westerwelle. Das ist jetzt zwar kein sprachlich-künstlerischer Erguss, aber bis auf ein paar grammatikalische Patzer und einer oftmals unglücklichen Wortwahl ist das nicht das schlechteste, da gibt&#8217;s mehr Stoiberismen in deutscher Sprache.</p>
<p>Und mal Hand aufs Herz &#8211; das ist lediglich die um polemische Phrasendrescherei bereinigte Version eines Vortrags in deutscher Sprache. Ihr glaubt doch nicht ernsthaft, dass diese Passage &#8211; hätte er die Frage auf Deutsch beantwortet &#8211; nur einen Hauch mehr Inhalt gehabt hätte, als ein wahlkampfgeprägter Reflex der Marke <em>Die gegenwärtige Regierung beschönigt die neuen Arbeitsmarktzahlen</em>. Die Antwort auf die Frage, was Osteuropa von Deutschland lernen könnte, war es so oder so nicht.</p>
<p>Außerdem offenbart es einen weiteren Aspekt, der mir in meiner nebenberuflichen Übersetzertätigkeit immer wieder begegnet: Ein übersetzter Text kann immer nur so gut sein, wie das Original. Das war jetzt ernst gemeint &#8211; vermutlich fällt vielen, die sich über Herrn Westerwelles Englisch amüsieren, erst jetzt wirklich auf, welchen Müll er von sich gibt &#8211; womit ich niemandem unterstelle, Westerwelles polemisches Blafasel von der Leistungsgesellschaft nicht auch auf Deutsch für ausgemachten Blödsinn zu halten. In Übersetzungen habe ich das oft: schlechte Texte und sinnentleerte Phrasen, schönklingend und unübersetzbar.</p>
<p>Naja, und wenn ich mich aus dem Fenster lehnen wollte, würde ich auch die kühne Behauptung aufstellen, dass einige der jetzigen Hämekübelumdreher mit dem oben transkribierten Text ihre &#8211; nicht in Westerwelles Englisch fußenden &#8211; Verständnisprobleme hätten, aber das würde meinem Belustigungsdrang doch sehr entgegenwirken. Obgleich sich die Webgemeinschaft da uneins ist, ob&#8217;s Helmut Kohl zu Maggie Thatcher oder Heinrich Lübke zur Queen gesagt oder irgendein Kabarettist erfunden hat &#8211; aber der amüsanteste Sprachpancher ist ohnehin bereits belegt:</p>
<p><strong>You can say you to me.</strong></p>
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		<title>Feldforschung</title>
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		<pubDate>Sat, 08 Aug 2009 12:21:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>suz</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Sprachen & Dialekte]]></category>
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		<description><![CDATA[Schneller als mir lieb war trat ich in der letzten Woche selbst zum hier angeratenen Feldversuch an. Das Nest, von dem ich rede, ist ein kleines malerisches Dorf auf halbem Weg zwischen Freiburg und Offenburg, inmitten von Weinbergen, Spargelfeldern und Kartoffeläckern. Dort, wo die Welt noch in Ordnung ist. Und dort, wo dr normale Mänsch sinne [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Schneller als mir lieb war trat ich in der letzten Woche selbst zum hier angeratenen Feldversuch an. Das Nest, von dem ich rede, ist ein kleines malerisches Dorf auf halbem Weg zwischen Freiburg und Offenburg, inmitten von Weinbergen, Spargelfeldern und Kartoffeläckern. Dort, wo die Welt noch in Ordnung ist. Und dort, wo dr normale Mänsch sinne Schwiirigkeide hebbe duet, d&#8217;Iihhiimische z&#8217;vrschdoh.</p>
<p>Dort, wo sich die Menschen bei der Lesung einer Messe auf Hochdeutsch ähnlich fühlen müssen, als sei sie nach wie vor auf Latein gehalten. Dort bekommt man Sunnewirbele zu den Herdäpfele mit Süürbrode. Und wer nach wie vor glaubt, Dialekte dieser Art seien minderwertig und ewiggestrig, dem sei gesagt, dass sich das Badische modernen Kommunikationswegen nicht verschließt: der Badner scannt nicht, er <em>duut iiläse</em>.</p>
<p>Dies ist auch ein schönes Beispiel dafür, dass Denglisch nichts damit zu tun hat, dass der des Englischen nicht mächtige Personenkreis vom Verständnis ausgeschlossen wird, sondern derjenige, der mit dem Jargon oder den neuen technischen Entwicklungen nichts am Hut hat. Denn natürlich könnte man auf Hochdeutsch statt <em>scannen</em> auch <em>einlesen</em> sagen. Wer aber den Vorgang des Scannens nicht kennt, der wird auch mit &#8220;Ich habe das Dokument eingelesen&#8221; nichts anfangen können.</p>
<p><strong>Demnächst wieder Rückkehr zum Thema.</strong></p>
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