Archiv für die Kategorie „Extralinguistisches“

Zugriffsstatistiken

Samstag, 18. Juli 2009

Daran hat sich nicht viel geändert. Nach wie vor spült Herr Google ver(w)irrte Studenten auf der Suche nach Hilfe bei ihren Abschlussarbeiten auf diese Seite. Dies sind die zehn häufigsten Suchbegriffe:

  1. magisterarbeit wochen
  2. trachtas
  3. magisterarbeit in einer woche
  4. länge magisterarbeit
  5. magisterarbeit probleme
  6. wieviel seiten mindestens sollte eine magisterarbeit haben
  7. “magisterarbeit in * wochen”
  8. mindmap tagebuch
  9. struktur magisterarbeit
  10. fragestellung magisterarbeit

Was mich angesichts dieser Aufstellung etwas verwirrt – was macht “trachtas” so mutterseelenallein (und vor allem so weit oben) in der Liste, die vornehmlich Schummler, Stukturlose und Prokrastinationsexperten entblößt? Sollte es womöglich so sein, dass mein eher stümperhafter Versuch, “thesis” ins Gälische zu übersetzen, gar nicht so stümperhaft war und der Begriff einem breitem Publikum bekannt ist?

Unter allen Begriffen ist übrigens kaum ein Hinweis zu finden, dass sich jemand für die inhaltlichen Aspekte der Arbeit zu interessieren vermag. Lediglich zwei Treffer zu “bestimmter artikel englisch” und einer zu “irisches englisch” legen den Schluss nahe, dass zufällig herüberblickende Besucher eher kurz verweilen. Denn zu “prüfungsamt schein fälschen” findet der faule Student hier keine Hilfestellung.

Generell beschleicht mich anhand vieler Suchbegriffe der schreckliche Verdacht, dass da draußen nicht nur verzweifelte Kommilitonen stecken, sondern auch ungleich zahlreichere Menschen, die sich Tipps zum Tricksen versprechen.

Mein Favourit ist übrigens “wie macht man eine magister arbeit”, das in dieser ulkigen Version immerhin zwei Mal auftaucht.

Jetzt hab ich’s verstanden. Ich mache mir (Magister)Arbeit.

Woche 7.0

Dienstag, 25. November 2008

Eigentlich ist diese Woche nicht sonderlich viel passiert, das einen Wochenrückblick rechtfertigen würde. Die angepeilte Strukturierung meiner mittlerweile doch sehr verzettelten Notizen ebenso wenig wie die Vorbereitung auf die ersten wirklich geschriebenen Worte. Also am Rotz ist immer noch nicht gearbeitet.

Das mag man jetzt negativ sehen. Es mag auch frustrieren. Aber wenn ich es positiv sehen soll, dann ist das die Feststellung, dass ich – anders als im Mai und Juni – nicht gänzlich auf mein soziales und finanzielles Leben verzichtet habe.

Mal sehen, wieviel es diese Woche ist.

Textverarbeitung

Samstag, 22. November 2008

Am Anfang des Studiums, wenn man bewundernswert zu Examenskandidaten aufschaut und sich denkt, “das ist so sexy, Examen zu machen”, hat mir ein kluger Mensch mal gesagt, dass man bei großen Projekten besser die Finger von MS Word lässt. Äh, dass man eigentlich generell die Finger davon lässt. Schon damals war mir klar, dass diese Feststellung nicht aus sprunghafter Frustration gemacht wurde.

Ich weiss jetzt nicht, ob es eine bewusste Entscheidung war, bei Word zu bleiben. Vielleicht war es die Faulheit, sich auf ein OpenSource-Programm einzulassen, oder aber die relative Vertrautheit mit den Tücken eines Microsoftproduktes. Ja, auch die wachsen einem ans Herz. Und warum einfach, wenn’s auch kompliziert geht, glaubt man zumindest zu jeder Zeit, Herr der Lage zu sein. Der Glaube versetzt ja bekanntlich Berge.

Und seit ich mich während meines Austauschjahres (High School) in Australien ein halbes Jahr lang täglich mit MS Word als Hauptuntersuchungsgegenstand und nicht als Werkzeug auseinandersetzen musste, glaube ich zumindest, dem Programm ab und zu ein Schnippchen schlagen zu können. Mehr als VHS-Niveau war das zwar nicht, aber steter Tropfen höhlt den… Das beinhaltet auch die Verwendung von Formatvorlagen – richtig angewandt eine der wirklich tollen Errungenschaften.*

In dieser Auseinandersetzung ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.

*Erinnert mich außerdem daran, dass ich während meines Ausflugs in die BWL einen ähnlichen Kurs machen musste (zeitlich und inhaltlich sehr viel gestraffter), nannte sich “Rechnerpraktikum”. Die beiden Mädels, die mich in diesem BWL-Jahr begleitet haben, hab ich seit bestimmt fünf Jahren nicht mehr gesehen. Würde ich allerdings mit Megafon in die Hamburger Innenstadt gehen und laut “Formaaaaatvorlaaaage” brüllen, würde ich die sofort wiederfinden. Sowas verbindet.

Große Worte II

Freitag, 21. November 2008

Noch eins zum Thema “Länge”. Wie gesagt, schon viel gesehen. Und mir fiel noch ein, dass jemand eine 120 Seiten nicht überschreiten sollende Abschlussarbeit (grammatikalisch grenzwertig) eingereicht hat, die mehr als 400 Seiten lang war. Das war das eine. Aber sich dann über den Kommentar des Profs zu ärgern, der die Länge kritisierte -

Ups.

Große Worte

Freitag, 21. November 2008

Die Arbeit soll also 120 Seiten nicht überschreiben. Von unterschreiten steht da nichts. Einige sagen, in ihrer Prüfungsmeldebestätigung steht durchaus etwas zur Mindestlänge. 80 Seiten. Da greift das also Gewohnheitsrecht, die plus-minus-Regel, wenn man generell von 100 Seiten ausgeht.

Ähnlich meiner Punktlandung in der letzten Hausarbeit im März dieses Jahres (5003 Wörter – wo kurzfristig die mögliche Rauskürzung dreier Füllwörter in Betracht gezogen wurde), fixiere ich die 80 Seiten an. Auffüllen lässt sich immer.

Das schönste Statement zur Mindestlänge einer Abschlussarbeit hörte ich mal in einer Kleinstbibliothek:

“Alles Richtwerte. Wenn du es schaffst, Saussure auf fünfzehn Seiten zu widerlegen, möcht’ ich den Prof sehen, der dich durchfallen lässt.”

Na dann.

Words, words, words!

Donnerstag, 20. November 2008

“Sie [die Magisterarbeit] soll einen Umfang von 120 (à 1800 Anschlägen) Seiten nicht überschreiten.”
(Magisterprüfungsordnung des Fachbereichs Sprach-, Literatur- und Medienwissenschaften der Universität Hamburg)

Aha. Das ist eine regulative Ansage, aber eine, die dem Tricksen mancher Studenten ein Ende setzt. Denn viele Schummeln sich doch zweifach durchs Studentenleben. Einerseits, weil es ihnen die grenzenlose Freiheit eines Textverarbeitungsprogramms ermöglicht, die Ränder nahezu beliebig zu setzen, um auf die geforderte Mindestseitenzahl zu kommen. Das kann in Seitenrändern nicht unter sechs Zentimetern auf beiden Seiten ihren Ausdruck finden, oder aber auch in Begrenzungen, bei denen die Treibersoftware des Druckers überlistet werden muss, weil Teile ausserhalb des Druckbereichs liegen. Andererseits lässt sich mit einem Mausklick (im Idealfall, wenn der Student die Verwendung von Formatvorlagen beherrscht) die Schriftgröße auf einen beliebigen Wert zwischen 8 und 15 pt setzen. Nicht lachen, alles schon gesehen.

Davon ausgehend, dass die Empfehlung des Prüfungsamtes noch auf Uralterfahrungen des Schreibmaschinenzeitalters vor der Verbreitung proportionaler Schriftarten beruht, ist eine Erweiterung auf 2000 Anschläge vermutlich sinnvoll. Somit lässt sich die Typografie meiner Hausarbeiten rechtfertigen, die mit den gängigen, aber grauenhaften ”Times New Roman oder Arial, Schriftgröße 12pt”-Vorschrift vieler Dozenten immer gebrochen haben. Stichwort: Regeln vernünftig brechen. Einmal hat sich einer beschwert, mehrere Male wurde die Typografie lobend hervorgehoben. Aber lassen wir das.

Die Seitenangabenvorgabe ist in der Praxis meines Erachtens so oder so Schwachsinn. Öffnet dem Tricksen (s.o.) Tür und Tor und sagt dann auch wenig darüber aus, wie sehr der Student in der Lage ist, weit genug in die Tiefe zu gehen, und sich gleichzeitig kurz genug zu fassen.

Große Worte! Das bringt mich zum eigentlichen Thema. In angelsächsischen Ländern wird grundsätzlich mit Wortzahlen als Vorgaben gearbeitet. Ein handelsüblicher, mit unseren Hausarbeiten vergleichbarer Leistungsnachweis in einem Hauptseminar soll dort meistens 5000 Wörter umfassen. Das entspricht bei “richtiger” Formatierung je nach Sprache (Hausarbeiten auf Deutsch sind erfahrungsgemäß ein paar Seiten länger) etwa 16-18 Seiten. Diese Wortvorgaben setzen sich auch mehr und mehr in Deutschland durch, vorwiegend – so das subjektive Gefühl – bei Dozenten, die mal im Ausland unterrichtet und/oder promoviert haben.

Natürlich löst das nicht das Schummelproblem. Aber somit liegt das Schummelpotential eher in blumigen Schreibstilen, als in Seitenrändern und Schriftgrößen. Und mit elektronischer Übermittlung, die viele Dozenten mittlerweile fordern (zur Überprüfung durch Plagiatsprogramme), lässt sich auch gleich feststellen, ob bei der Wortzahlangabe geschummelt wurde.

Für mich heisst das: 25.000 Wörter. Mindestens.

Traffic

Dienstag, 18. November 2008

Die fehlende Kommentarflut auf dieser Seite spiegelt durchaus nicht wider, was hier zeitweise los ist. Oder anders gesagt: die Suchwörter, mit denen Besucher auf diese Seite gespült werden, lässt erahnen, dass da draussen ne Menge Studenten hilflos durch die Welt eiern, auf der Suche nach Abhilfe beim “Ungeheuer Magisterarbeit” oder Unterstützung des Vorhabens “Magisterarbeit in drei Wochen schreiben”.

Eine Suche meinerseits mit denselben Stichworten offenbart die Verzweiflung dieser Leute. Es scheint wirklich nicht viel zu geben. Und während ich dachte, ich sei die dreihundertmillionste Studentin, die ein Tagebuch über ihre Abschlussarbeit verfasst, gibt’s an sich nicht viel Vergleichbares.

Hoya, ihr seid nicht allein (und ich offensichtlich auch nicht).

So, weiter geht's

Freitag, 14. November 2008

Es war als kleine Pause gedacht. Und manchmal dauert eine Auszeit eben etwas länger. Nicht, dass ich es mir so ausgesucht hätte, aber nu isses so und nich anders.

Und ich schummel nicht. Die Pause war total. Technisch, sozial, gedanklich. Es ist jetzt also ein bisschen wie neu anfangen. Mit allem, was dazu gehört: Motivation tanken, Bibliotheken plündern, Fernleihe. Einlesen, ordnen, stukturieren.

Momentan ist es noch ein Kampf gegen mich selbst.

Powerpoint

Montag, 30. Juni 2008

Es ist – relativ kommentarlos – das microsoftigste aller Microsoftprodukte.

Was ein Frustobjekt.

Mein Thema

Mittwoch, 18. Juni 2008

Studiengang: Anglistik. Und weil das zu sehr nach Literatur und Shakespeare klingt, sag ich lieber, ich studiere Linguistik. Erhöht zwar meist den Erklärungsbedarf, ist aber weniger anfällig, als der Satz “Ich studiere Englisch”. Letzteres zieht meist ein “Ach, deshalb sprichst du so gut Englisch” nach sich. Äh, wenn das so wäre, würde das ja im Umkehrschluss bedeuten, dass alle meine Kommilitonen vernünftig Englisch… gut, lassen wir das.

Zur Mitte meines Studiums (derzeit: zehntes Fachsemester) war ich eher auf der Schiene der Sprachlehrforschung (Applied Linguistics) und Soziolinguistik. Darauf war auch mein Auslandsstudium an der University of Technology, Sydney (UTS) ausgerichtet. Zum damaligen Zeitpunkt schien eine Symbiose mit meinem zweiten Hauptfach Politikwissenschaft für die Magisterarbeit – “Englisch/Sprachen und Europäische Union” – unausweichlich. Und dann kam alles ganz anders.

Von Juli 2003 bis April 2008 arbeitete ich am Sonderforschungsbereich “Mehrsprachigkeit” als Studentische Hilfskraft im Projekt zur historischen Entwicklung des Englischen in Irland (Hiberno-Englisch) und zu Sprachwandelprozessen in Sprachkontaktsituationen. Und wen das jetzt wirklich im Detail interessiert, kann sich gerne hier informieren.

Dann schrieb ich im April 2007 eine Hausarbeit über ein Phänomen innerhalb des Irischen Englisch und setzte mich zum ersten Mal wirklich mit den Inhalten des Projekt auseinander. Damit war eine wesentliche Weiche umgestellt: vergiss die EU, mach was Irisches!

Und da bin ich nun. Ein Kontaktphänomen im Irischen Englisch. Arbeitstitel: Article Use in Irish English. 19th Century Contact-Induced Change.

Und nu mach mal.