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Große Worte II

Noch eins zum Thema “Länge”. Wie gesagt, schon viel gesehen. Und mir fiel noch ein, dass jemand eine 120 Seiten nicht überschreiten sollende Abschlussarbeit (grammatikalisch grenzwertig) eingereicht hat, die mehr als 400 Seiten lang war. Das war das eine. Aber sich dann über den Kommentar des Profs zu ärgern, der die Länge kritisierte -

Ups.

Kommentar

Große Worte

Die Arbeit soll also 120 Seiten nicht überschreiben. Von unterschreiten steht da nichts. Einige sagen, in ihrer Prüfungsmeldebestätigung steht durchaus etwas zur Mindestlänge. 80 Seiten. Da greift das also Gewohnheitsrecht, die plus-minus-Regel, wenn man generell von 100 Seiten ausgeht.

Ähnlich meiner Punktlandung in der letzten Hausarbeit im März dieses Jahres (5003 Wörter – wo kurzfristig die mögliche Rauskürzung dreier Füllwörter in Betracht gezogen wurde), fixiere ich die 80 Seiten an. Auffüllen lässt sich immer.

Das schönste Statement zur Mindestlänge einer Abschlussarbeit hörte ich mal in einer Kleinstbibliothek:

“Alles Richtwerte. Wenn du es schaffst, Saussure auf fünfzehn Seiten zu widerlegen, möcht’ ich den Prof sehen, der dich durchfallen lässt.”

Na dann.

Kommentar

Words, words, words!

“Sie [die Magisterarbeit] soll einen Umfang von 120 (à 1800 Anschlägen) Seiten nicht überschreiten.”
(Magisterprüfungsordnung des Fachbereichs Sprach-, Literatur- und Medienwissenschaften der Universität Hamburg)

Aha. Das ist eine regulative Ansage, aber eine, die dem Tricksen mancher Studenten ein Ende setzt. Denn viele Schummeln sich doch zweifach durchs Studentenleben. Einerseits, weil es ihnen die grenzenlose Freiheit eines Textverarbeitungsprogramms ermöglicht, die Ränder nahezu beliebig zu setzen, um auf die geforderte Mindestseitenzahl zu kommen. Das kann in Seitenrändern nicht unter sechs Zentimetern auf beiden Seiten ihren Ausdruck finden, oder aber auch in Begrenzungen, bei denen die Treibersoftware des Druckers überlistet werden muss, weil Teile ausserhalb des Druckbereichs liegen. Andererseits lässt sich mit einem Mausklick (im Idealfall, wenn der Student die Verwendung von Formatvorlagen beherrscht) die Schriftgröße auf einen beliebigen Wert zwischen 8 und 15 pt setzen. Nicht lachen, alles schon gesehen.

Davon ausgehend, dass die Empfehlung des Prüfungsamtes noch auf Uralterfahrungen des Schreibmaschinenzeitalters vor der Verbreitung proportionaler Schriftarten beruht, ist eine Erweiterung auf 2000 Anschläge vermutlich sinnvoll. Somit lässt sich die Typografie meiner Hausarbeiten rechtfertigen, die mit den gängigen, aber grauenhaften ”Times New Roman oder Arial, Schriftgröße 12pt”-Vorschrift vieler Dozenten immer gebrochen haben. Stichwort: Regeln vernünftig brechen. Einmal hat sich einer beschwert, mehrere Male wurde die Typografie lobend hervorgehoben. Aber lassen wir das.

Die Seitenangabenvorgabe ist in der Praxis meines Erachtens so oder so Schwachsinn. Öffnet dem Tricksen (s.o.) Tür und Tor und sagt dann auch wenig darüber aus, wie sehr der Student in der Lage ist, weit genug in die Tiefe zu gehen, und sich gleichzeitig kurz genug zu fassen.

Große Worte! Das bringt mich zum eigentlichen Thema. In angelsächsischen Ländern wird grundsätzlich mit Wortzahlen als Vorgaben gearbeitet. Ein handelsüblicher, mit unseren Hausarbeiten vergleichbarer Leistungsnachweis in einem Hauptseminar soll dort meistens 5000 Wörter umfassen. Das entspricht bei “richtiger” Formatierung je nach Sprache (Hausarbeiten auf Deutsch sind erfahrungsgemäß ein paar Seiten länger) etwa 16-18 Seiten. Diese Wortvorgaben setzen sich auch mehr und mehr in Deutschland durch, vorwiegend – so das subjektive Gefühl – bei Dozenten, die mal im Ausland unterrichtet und/oder promoviert haben.

Natürlich löst das nicht das Schummelproblem. Aber somit liegt das Schummelpotential eher in blumigen Schreibstilen, als in Seitenrändern und Schriftgrößen. Und mit elektronischer Übermittlung, die viele Dozenten mittlerweile fordern (zur Überprüfung durch Plagiatsprogramme), lässt sich auch gleich feststellen, ob bei der Wortzahlangabe geschummelt wurde.

Für mich heisst das: 25.000 Wörter. Mindestens.

Kommentar

Traffic

Die fehlende Kommentarflut auf dieser Seite spiegelt durchaus nicht wider, was hier zeitweise los ist. Oder anders gesagt: die Suchwörter, mit denen Besucher auf diese Seite gespült werden, lässt erahnen, dass da draussen ne Menge Studenten hilflos durch die Welt eiern, auf der Suche nach Abhilfe beim “Ungeheuer Magisterarbeit” oder Unterstützung des Vorhabens “Magisterarbeit in drei Wochen schreiben”.

Eine Suche meinerseits mit denselben Stichworten offenbart die Verzweiflung dieser Leute. Es scheint wirklich nicht viel zu geben. Und während ich dachte, ich sei die dreihundertmillionste Studentin, die ein Tagebuch über ihre Abschlussarbeit verfasst, gibt’s an sich nicht viel Vergleichbares.

Hoya, ihr seid nicht allein (und ich offensichtlich auch nicht).

Kommentar

So, weiter geht's

Es war als kleine Pause gedacht. Und manchmal dauert eine Auszeit eben etwas länger. Nicht, dass ich es mir so ausgesucht hätte, aber nu isses so und nich anders.

Und ich schummel nicht. Die Pause war total. Technisch, sozial, gedanklich. Es ist jetzt also ein bisschen wie neu anfangen. Mit allem, was dazu gehört: Motivation tanken, Bibliotheken plündern, Fernleihe. Einlesen, ordnen, stukturieren.

Momentan ist es noch ein Kampf gegen mich selbst.

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Powerpoint

Es ist – relativ kommentarlos – das microsoftigste aller Microsoftprodukte.

Was ein Frustobjekt.

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Mein Thema

Studiengang: Anglistik. Und weil das zu sehr nach Literatur und Shakespeare klingt, sag ich lieber, ich studiere Linguistik. Erhöht zwar meist den Erklärungsbedarf, ist aber weniger anfällig, als der Satz “Ich studiere Englisch”. Letzteres zieht meist ein “Ach, deshalb sprichst du so gut Englisch” nach sich. Äh, wenn das so wäre, würde das ja im Umkehrschluss bedeuten, dass alle meine Kommilitonen vernünftig Englisch… gut, lassen wir das.

Zur Mitte meines Studiums (derzeit: zehntes Fachsemester) war ich eher auf der Schiene der Sprachlehrforschung (Applied Linguistics) und Soziolinguistik. Darauf war auch mein Auslandsstudium an der University of Technology, Sydney (UTS) ausgerichtet. Zum damaligen Zeitpunkt schien eine Symbiose mit meinem zweiten Hauptfach Politikwissenschaft für die Magisterarbeit – “Englisch/Sprachen und Europäische Union” – unausweichlich. Und dann kam alles ganz anders.

Von Juli 2003 bis April 2008 arbeitete ich am Sonderforschungsbereich “Mehrsprachigkeit” als Studentische Hilfskraft im Projekt zur historischen Entwicklung des Englischen in Irland (Hiberno-Englisch) und zu Sprachwandelprozessen in Sprachkontaktsituationen. Und wen das jetzt wirklich im Detail interessiert, kann sich gerne hier informieren.

Dann schrieb ich im April 2007 eine Hausarbeit über ein Phänomen innerhalb des Irischen Englisch und setzte mich zum ersten Mal wirklich mit den Inhalten des Projekt auseinander. Damit war eine wesentliche Weiche umgestellt: vergiss die EU, mach was Irisches!

Und da bin ich nun. Ein Kontaktphänomen im Irischen Englisch. Arbeitstitel: Article Use in Irish English. 19th Century Contact-Induced Change.

Und nu mach mal.

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Sendepause

Das gestern ging ja gar nicht. Ich schob es mal auf die Hitze, auf eine aufgeheizte Dachgeschosswohnung und die Abwesenheit einer steifen Brise. Kopfschmerzen, generelle Lustlosigkeit, Müdigkeit und die schon paranoide Angst vor dem lärmenden Nachbarn. Aber nach acht Tagen ununterbrochenem Lesen, Recherchieren, Sondieren war irgendwie auch mal so ein Tag drin.

Heute also frisch ans Werk. Ausgeschlafen (war ich gestern einfach zu erschlagen, oder hat sich der Nachbar ganz brav verhalten?), und noch ist die Sonne auf der anderen Hausseite. Jetzt wird die Zeit genutzt.

Für eine neue Woche 9-to-5.

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Umgebungstemperatur

Ihr kennt das, oder? Zu stressigen Projektarbeitstagen (Hausarbeit, Prüfungen usw.) sieht die Wohnung wie geleckt aus, die Wäsche ist gewaschen und – man will’s oft nicht glauben – die Fenster sind geputzt! Man erinnert sich plötzlich an längst vergessene Freunde, die man unbedingt mal anrufen wollte. Und beim Blogger seiner Wahl sind mit Sicherheit in den letzten anderthalb Stunden neue Beiträge erschienen. Man selbst haut den zweiten Beitrag an einem Tag in die Tasten.

Und trotzdem acht Stunden konzentriert gearbeitet.

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Marktlücken

Sollte das mal nichts werden mit dem Job nach der Uni (an der Uni?), fallen mir zunehmend varitable Alternativen auf. Denn, so man sich auch erst einmal für mindestens zwei Wochen eingeschlossen hat, bleibt natürlich wenig Zeit zur Essenszubereitung und Koffeinversorgung. Wo man die letzten zwei Jahre hinlänglich bekannt den zeitlichen Gegenwert eines Bachelorstudiums an Zeit vergeudet hat, kann es jetzt selbstredend nicht schnell genug gehen mit akademischen Ehren.

Und so bleibt der automatische Essens-, Kaffee- und Nikotinspender für zu Hause selbst in unserer on-demand-Gesellschaft nur ein Wunschtraum oder ein Vorschlag für einen leidlich guten Businessplan.

Mag mir jemand seine Senseo leihen?

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