Archiv für die Kategorie „Humor“

Humor

Dienstag, 8. Mai 2012

Damit hier auf Dauer nicht der Ein­druck ent­steht, Sprach­wis­sen­schaft­le­rIn­nen hät­ten kei­nen Humor und/oder möch­ten nur an Nörg­lern rum­nör­geln, gibt es ab sofort in unre­gel­mä­ßi­ger Abfolge einen Humor­bei­trag. Ges(t)ammeltes Meta.

Heute ging in mei­ner Facebook-Timeline fol­gen­der Witz herum, den Arnold Zwi­cky 1992 in sei­ner »Pre­si­den­tial Adress« der Lin­gu­is­tic Society of Ame­rica erzählte (zitiert in Gold­berg 2006: 19):

A mathe­ma­ti­cian, a phy­si­cist, an engi­neer, and a lin­gu­ist are try­ing to decide if all odd num­bers are prime. The mathe­ma­ti­cian says, »one’s prime, 3’s prime, 5’s prime, 7’s prime, 9’s not prime, so no.« The phy­si­cist says, »one’s prime, 3’s prime, 5’s prime, 7’s prime, 9’s not prime, but maybe that’s expe­ri­men­tal error.« The engi­neer says, »one’s prime, 3’s prime, 5’s prime, 7’s prime, 9’s prime … «

The lin­gu­ist says, »one’s prime, 3’s prime, 5’s prime, 7’s prime. Aha! We have a uni­ver­sal gene­ra­liza­tion. Nine doesn’t seem to be prime, but it MUST be prime at some under­ly­ing level of representation!«

(Inge­nieu­rIn­nen unter Ihnen müs­sen mir aber die Inge­nieu­rin erklären.)

--
Gold­berg, Adele. 2006. Con­struc­tions at work. The nature of gene­ra­liza­tion in lan­guage. Oxford.

[Video] The History of English

Donnerstag, 30. Juni 2011

So, heute ein Link­tipp. Die Open Uni­ver­sity in Groß­bri­tan­nien hat in zehn Kapi­teln à 1’20″ in sehr humor­vol­ler Weise die Geschichte des Eng­li­schen nach­ge­zeich­net. Es wird mehr als 10 Minu­ten dau­ern, weil die klei­nen Film­chen voll von Wort­spie­len und mit klei­nen und gro­ßen Poin­ten gespickt sind - man kann es sich wirk­lich mehr­fach mit höchs­tem Amü­se­ment anse­hen. (Eine grö­bere Kennt­nis der Lin­gu­is­tik ist nicht notwendig.)

Viel Spaß!

(via linguisten.de@facebook)

Projekt Guttenberg

Montag, 21. Februar 2011

Da ich in mei­nem Tex­ter­le­ben unter ande­rem gerade knapp 40.000 Wör­ter - also im text­li­chen Umfang einer Magis­ter­ar­beit - über Life­style­pro­dukte schrei­ben muss, ist es hier in den letz­ten Tagen und Wochen so ruhig gewor­den, dass ich dar­über fast mein Pass­wort für den Login ver­ges­sen hätte. In Ghost- und Copywriter-Kreisen nennt man Pro­jekte wie das (mei­nige) übri­gens das Ver­fas­sen von Uni­que Content.*

Eigent­lich hätte ich einen guten Berg an The­men abzu­ar­bei­ten. Für das Aktu­elle konnte ich mich aber nicht zwi­schen Zynis­mus, Satire und  ehren­wört­li­cher Ent­rüs­tung ent­schei­den. Außer­dem wäre jeg­li­che Stel­lung­nahme nach dem Gag­feu­er­werk, das in den letz­ten Tagen aus allen Roh­ren auf das frei­herr­li­che Pla­gi­ats­ex­amen abge­feu­ert wurde, das dreiste Schmü­cken mit frem­den Federn. Nach der gest­ri­gen Hohl­meie­rei bei Anne Will, als das Strau­ßenei als Ablen­kungs­ma­nö­ver vom ›Ablen­kungs­ma­nö­ver‹ meinte, ›Feh­ler‹ wie diese machen ihn ›mensch­lich‹, war ich der Mei­nung, die Spitze der bewuss­ten Täu­schung sei erreicht. Heute weiß ich (»Hier steht das Ori­gi­nal, kein Pla­giat«), warum ich froh bin, dass bei uns kei­ner den Über­blick über Atom­waf­fen ver­lie­ren kann.

Es wird hier im Blog vor­erst lei­der wei­ter ruhig blei­ben, zumin­dest bis zum Wochen­ende. Ich gelobe Bes­se­rung. Bis Frei­tag bin ich auf einer Kon­fe­renz in Göt­tin­gen. Viel­leicht hat Dr. Xerox bis dahin sei­nen Helm genom­men (für die Fuß­note in der Geschichte) und ich kann mich wie­der den wich­ti­gen The­men wid­men, von denen alle reden.

Thema der Tagung ist übri­gens… Text: Struk­tu­ren und Verarbeitung.

P.S.: »Fläd­le­supp« ist die Satire-, Müll- und Kom­men­t­ar­ka­te­go­rie bei */ˈdɪːkæf/.

*Dis­clai­mer: Ich arbeite als (Werbe-)Texterin, der eng­li­sche Fach­aus­druck dafür ist Copy­wri­ter. An summa cum fraude bin ich nicht beteiligt.

**Ich melde Gag­schutz für Hohl­meie­rei und Strau­ßenei an.

Der Newsmixa

Montag, 25. Oktober 2010

Auch Schlag­zei­len­ge­ne­ra­to­ren haben Humor:

Screen­shot bei MSN.de, 8. Juli 2010

Erin­nert mich irgend­wie an fol­gen­des lus­ti­ges Schlag­zei­len­wür­feln - als Ver­suchs­ka­nin­chen für Home­brew in mei­ner aus­tra­li­schen WG hielt ich es damals für eine Art Nahtoderfahrung:

Screen­shot bei BR Online, 19. Mai 2005 (via malison.org)

Im glei­chen Monat hei­ra­tete außer­dem Prinz Charles seine Camilla, oder, wie mein bri­ti­scher Mit­be­woh­ner meinte: »Die arme Sau - 30 Jahre war­ten und wofür? Damit ihm ein alter Pole und ein nicht so alter Deut­scher die Show stehlen!«

Das Schäufele aus Freiburg

Mittwoch, 6. Oktober 2010

Das aktu­elle Tohu­wa­bohu um Wolf­gang S. aus F. riss die Spre­che­rin beim Nach­rich­ten­zu­lie­fe­rer eines Ham­bur­ger Radio­sen­ders zu einem zumin­dest für Freunde der süd­deut­schen Küche amü­san­ten Ver­spre­cher hin:

Wolf­gang Schäu­fele… Schäu­ble ist zurückgetreten/tritt zurück/wird zurückgetreten/dementiert Rück­tritts­ge­rüchte. [Nicht­zu­tref­fen­des ist je nach Sach­lage zu strei­chen.]

Jetzt ist mir nach nem Schoi­blə Schäufəle.

(Un)mögliche Sätze

Montag, 3. Mai 2010

Ich mag ja den sub­ti­len Humor der Lin­gu­is­tik. Im Prin­zip geht es im fol­gen­den Zitat um den Unter­schied zwi­schen mög­li­chen und wahr­schein­li­chen bzw. attes­tier­ten Konstruktionen.

Syn­ta­c­tici­ans dis­cuss sen­ten­ces which are pos­si­ble but not neces­sa­rily occur­rent. Only in rare cases do they limit them­sel­ves to actually attes­ted sen­ten­ces. Most syn­ta­c­tici­ans would find the fol­lo­wing example to be a per­fectly well-formed sen­tence, even though it has, I take it, never occur­red in lan­guage use and is unli­kely to. […] The Minis­ter of Edu­ca­tion announ­ced that a sum of forty mil­lion dol­lars per year was being set aside to boost rese­arch in Lin­gu­is­tics, par­ti­cu­larly Mor­pho­logy, over the next ten-year period. (meine Her­vor­he­bung) (Bauer 2003: 77)

Übri­gens rechne ich mich der hier quasi unter­schla­ge­nen Frak­tion zu. Ich halte viel von Kor­pus­lin­gu­is­tik, also der Dis­kus­sion von Wör­tern oder Sät­zen, die auch tat­säch­lich doku­men­tiert sind. Der Beschrei­bung und Ana­lyse der gespro­che­nen oder geschrie­be­nen Spra­che geht natür­lich immer auch erst eine Betrach­tung der Mög­lich­keit bzw. Gram­ma­ti­ka­li­tät vor­aus: so gese­hen ist der her­vor­ge­ho­bene Satz voll­kom­men kor­rekt, er wird nur ver­mut­lich nie gefal­len sein (oder fallen).

Aber schön wär’s. Also das mit den 40 Millionen.

Bauer, Lau­rie. 2003. Intro­du­cing Lin­gu­is­tic Mor­pho­logy. 2nd Edi­tion. Edin­burgh Uni­ver­sity Press.

Irish Medicine

Dienstag, 15. Dezember 2009

I have not Drink a Glass of liquer this seven years unless it was orde­red me by a Doc­tor to use as medi­sene [Uls­ter, 1861, Anglican]

They have serious side effects.

Blumige Renundanz

Montag, 14. Dezember 2009

As to flowers we have such abun­dance that the woods abounds in More ple­nty than your Gar­den at home. [Uls­ter, 1767, Presbyterian]

Drei­fach hält besser.

Quelle versiegt

Mittwoch, 21. Oktober 2009

Jeder Sechste von Zehn Euro kommt über das Online hin­ein. (Tho­mas Voigt von der Otto-Gruppe in einem Tages­the­men­bei­trag über die Quelle-Pleite.)

Wenn die bei Quelle ähn­lich wider­sprüch­li­che Kennt­nisse über ihre Wirt­schafts­da­ten hat­ten, wundert’s ja nich so sehr.

Ein Sechs­tel ist immer­hin weit weni­ger als etwas mehr über der Hälfte.

Humor III

Freitag, 9. Oktober 2009

She is well licked by the Bishop & priests of that Town. [Catho­lic Encoder, Muns­ter, 1861]

Ich glaube, ich sollte für heute Fei­er­abend machen.