Archiv für die Kategorie „Thema“

Schlussredaktion

Donnerstag, 1. April 2010

Bevor mir wei­tere besorgte Emails zuge­schickt wer­den: ab mor­gen ist Schluss­re­dak­tion. Und viel­leicht legt sich dann auch das beklem­mende Gefühl, auf­grund von Betriebs­blind­heit das Wesent­li­che aus den Augen ver­lo­ren zu haben.

Von der viel­zi­tier­ten Erleich­te­rung ist noch nichts zu spüren.

The Final Countdown

Dienstag, 16. März 2010

»Schlacht­feld« ist übri­gens sehr wört­lich zu nehmen.

Ich befinde mich mitt­ler­weile im ato­ma­ren End­zeit­krieg mit Word. Das geht so: ich mache eine hüb­sche Tabelle und Word pul­ve­ri­siert einen Augen­blick spä­ter die Arbeit von Stun­den. Da hilft auch spei­chern nix (nur wer sich jetzt zur Klug­schei­ße­rei beru­fen füh­len sollte). Die Rückgängig-machen-Funktion macht ja logi­scher­weise auch alle der Spei­che­rung nach­ge­folg­ten Ände­run­gen rück­gän­gig. Und natür­lich merkt man die von Geis­ter­hand im Hin­ter­grund vor­ge­nom­men Ände­run­gen an For­mat­vor­la­gen (beson­ders bit­ter, wenn’s die Mas­ter­vor­lage trifft) immer erst dann, wenn man schon soviel ande­res geän­dert und gespei­chert hat. Wie soll ich auch wis­sen, dass sich auf Seite 23 ein Zitat ver­schiebt, wenn ich auf 85 mit Tabel­len hantiere?

80 Sei­ten lang machte Word genau das, was ich ihm gesagt hatte. Die Defi­ni­tion der For­mat­vor­la­gen war so gründ­lich, dass ich mich schon hätte anstren­gen müs­sen, die For­ma­tie­run­gen mut­wil­lig kaputt zu krie­gen. Hm ja, bis die Tabel­len kamen. Und bis mein typo­gra­fi­scher Ehr­geiz aus sim­plen Linien-zentrierten-Zellen-Schwarz-Weiß-Tabellen was Hüb­sche­res machen wollte. Für die Druck­qua­li­tät der zeit­wei­lig in Betracht gezo­ge­nen behelfs­mä­ßi­gen Not­kon­struk­tion (aus Tabelle mach Gra­fik) fehlt mir der­zeit noch das tref­fende Voka­bu­lar. ›Unter­ir­disch‹ ginge schon mal in die rich­tige Richtung.

Aber ich ver­melde die letz­ten Züge. Die Datei­größe ist mitt­ler­weile auf über 1MB auf­ge­bläht (andere kom­men für ähn­lich viel Magis­ter­ar­beit auf etwa 250KB). Wenn ich jetzt noch die Ana­lyse der zeit­li­chen Dis­tri­bu­tion von »Arti­kel­ge­brauch im 19. Jahr­hun­dert in Irland« eini­ger­ma­ßen in Worte gefasst bekomme (zeit­li­cher Ver­lauf ist im Übri­gen bemer­kens­wert mono­ton) und man mir die heu­tige extreme Unlust nicht all­zu­sehr anmerkt, dann fehlt nur noch die Abschlussdiskussion.

Lie­bes Word, den Krieg gewinne ich!

Radikal mal Nein sagen

Sonntag, 7. März 2010

Wer sich intel­lek­tu­ell viel­leicht etwas unter­for­dert fühlt, dem sei als Oster­ge­schenk die Radi­cal Con­struc­tion Gram­mar von Wil­liam Croft ans Herz gelegt.

Wie sagte ich zu einem mei­ner Betreuer: »Ich hab mir auch mal Croft ange­guckt. Das ist ja n büschen schwer zu ver­dauen. Und ich dachte mir, da darf ich als Magistrand auch mal Nein sagen!«

Geläch­ter.

Croft, Wil­liam. 2003. Radi­cal Con­struc­tion Gram­mar. Syn­ta­c­tic Theory in Typo­lo­gi­cal Per­spec­tive. Oxford.

Zeitangaben und die referentielle Komponente

Donnerstag, 4. März 2010

Im Eng­li­schen gibt es Kon­struk­tion - mit und alter­na­tiv ohne Arti­kel - die nichts damit zu tun haben, ob’s ein Ire oder ein Mensch aus Oxford von sich gibt. Dazu zäh­len bei­spiels­weise at night vs. in the night und in spring vs. in the spring. Die jeweils letz­te­ren Kon­struk­tio­nen sind spe­zi­ell den Iren nach­ge­sagt wor­den. Und nie­mand ist bis­her (bis auf, iro­ni­scher­weise, einige wenige Gram­ma­ti­ken für Stan­dar­deng­lisch) auf die seman­ti­sche Kom­po­nente ein­ge­gan­gen, schon gar nicht für iri­sches Englisch.

(wei­ter­le­sen …)

18 Stunden im Leben eines Magistranden

Montag, 22. Februar 2010

(Für die Lin­gu­is­ten unter euch: ab 6 Uhr 25 wird’s rich­tig spannend.)

16.45 Ich wache auf, es ist kalt. Hab ver­ges­sen, die Hei­zung wie­der anzustellen.

(wei­ter­le­sen …)

Polemik auf der Überholspur

Mittwoch, 17. Februar 2010

The rules and long lists of cate­go­ries requi­ring one or the other arti­cle laid down in stan­dard gram­mars manage to hide the amount of varia­tion which actually exists in this domain of gram­mar even in Stan­dard English (StE), let alone the nume­rous social or regio­nal varie­ties of English, which do not give ›two hoots‹ for the gram­ma­ri­ans‹ best efforts to dic­tate ›cor­rect usage‹. The situa­tion is much the same as when tra­vel­ling on roads: once you are outs­ide the radar-control zones of the major roads, on ›B‹ roads, you can tra­vel at wha­te­ver speek your dri­ving skills and your vehi­cle may enable you to sus­tain wit­hout having to worry too much about speed con­trol and traf­fic regu­la­ti­ons. (Filp­pula 2001: 43)

Ver­mut­lich jeder Erst­se­mes­ter würde eine Haus­ar­beit mit der­ar­ti­ger Pole­mik um die Ohren gehauen bekom­men. So würd’s jeden­fall ich machen, wenn mir mal jemand sowas vor­le­gen würde.

Wenn’s lus­tig gemeint war: Gähn, Thema ver­fehlt.
Wenn’s ernst gemeint war: Kel­ler, Rudi.

Aber ganz flott.

Filp­pula, Markku. 2001. The High­ways and Byways of the English Defi­nite Artilce. In: Hil­tu­nen, R, K Batt­ar­bee, M Pei­kola & SK Tans­ka­nen [eds]. English in Zigs and Zags. Turku. 43-51.
Kel­ler, Rudi. 2003. Sprach­wan­del. Tübin­gen.

Schlau gedacht?

Sonntag, 14. Februar 2010

Einer­seits habe ich der­zeit eine mitt­lere Krise, weil ich nicht wirk­lich spür­bar voran komme - in Rela­tion gesetzt muss man wohl ein­be­zie­hen, dass ich seit Anfang Januar meine Arbeits­hy­po­these so radi­kal geän­dert (ändern musste!) und vor zwei Wochen auch noch mei­nen Theo­rier­ah­men ver­wor­fen habe.

So gese­hen ist alles gar nicht so schlimm. Momen­tan lese ich täg­lich Dinge, die mir aber so schon mal durch den Kopf gegeis­tert sind. Irgend­wie so etwas in der Art »Hey, das müsste eigent­lich doch ganz anders erklär­bar sein, etwa so und so.« oder »Die sind doch alle total auf dem Holz­weg, da muss man ganz anders ran­ge­hen«. Und Bamm - schon steht das irgendwo, zwar meist auf andere Dinge (=Phä­no­mene) bezo­gen, aber nicht unüber­trag­bar auf mei­nen Fall.

Aber irgend­wie ist es ein Scheiß­ge­fühl, wenn man so gar nicht sicht­bar wei­ter kommt. Ich weiß ja, dass die Arbeit wirk­lich ganz groß ist - weil einer­seits die Ergeb­nisse mei­ner Daten etwas völ­lig ande­res sug­ge­rie­ren, als bis­her ange­nom­men wurde und ande­rer­seits meine Her­an­ge­hens­weise von ganz ande­ren Grund­an­nah­men aus­geht, die den Unter­su­chungs­ge­gen­stand in einem neuen Licht erschei­nen lässt (und nach mei­ner Mei­nung die bis­he­ri­gen Sicht­wei­sen auch, äh, naja, mehr oder weni­ger dis­qua­li­fi­zie­ren). Man könnte sagen: das ist thin­king outs­ide the box.

Natür­lich hel­fen die Kom­men­tare der Betreuer (»Ich freue mich auf Ihre Arbeit!« - »Das wird ne rich­tig tolle Arbeit, wenn du das so umset­zen kannst.«), die beide unab­hän­gig von­ein­an­der ähn­li­che Vor­schläge gemacht haben - und mei­nen Ehr­geiz wirk­lich ange­sta­chelt haben. Was im Okto­ber für mich noch undenk­bar und viel zu kom­pli­ziert war, ist jetzt der Kern der Argumentation.

Wenn ich mir heute Ergeb­nisse und Argu­men­ta­tion von vor andert­halb Jah­ren angu­cke… ich hätte mich selbst durch­fal­len lassen.

Jetzt bin ich Teil von was Großem.

Sag niemals nie

Dienstag, 26. Januar 2010

Ich habe sie gefun­den, die Unterver­wen­dung des unbe­stimm­ten Artikels:

  1. we did not have Ø very cold win­ter here [Leins­ter, 1894, Catholic]
  2. we did have Ø very hot sum­mer here [Leins­ter, 1892, Catholic]

Aber - und ich liebe die­ses wis­sen­schaft­li­che aber - diese Kon­stel­la­tion tritt nur bei einer ein­zi­gen Schrei­be­rin auf und nur in Ver­bin­dung mit Jah­res­zei­ten und Tem­pe­ra­tur­an­ga­ben, fast so, als wollte sie sagen we did not have very cold win­ter wea­t­her.

Ich habe es eher durch Zufall als durch auf­merk­same Suche gefun­den; es ist eine Erwäh­nung wert. Aber eine sys­te­ma­ti­sche Unter­ver­wen­dung ist nicht fest­zu­stel­len. Und eine Schwalbe macht bekannt­lich kei­nen Sommer.

Auch nicht einen beson­ders heißen.

Stand der Dinge

Samstag, 12. Dezember 2009

»Wie­viele Sei­ten haste denn jetzt schon geschrie­ben?« werde ich oft gefragt. Zeit also, mal Kas­sen­sturz zu machen. Ant­wort: drei. Also die Ein­lei­tung habe ich schon mal. Da man die aber bekannt­lich erst zum Schluß schreibt, habe ich ober­fläch­lich betrach­tet noch nichts Zähl­ba­res. Aber der Reihe nach.

Bei Haus­ar­bei­ten habe ich immer erst Lite­ra­tur gesam­melt, queer gele­sen, Texte aus­sor­tiert, dann inten­si­ver gele­sen, Noti­zen gemacht. Zeit­lich gestrafft, zwei, drei Tage von mor­gens um acht bis abends elf am Schreib­tisch. Bis eben irgend­wann ein Berg von Noti­zen und Quer­ver­wei­sen da war, der dann vor­struk­tu­riert wurde und schlu­ßend­lich in ein, maxi­mal zwei Tagen zusam­men­ge­tra­gen und ver­schrift­licht wurde. Das war rela­tiv ein­fach. Aber das waren ja nie mehr als 20 Sei­ten, da kann man das schon mal machen. Per­sön­lich emp­fun­de­ner Vor­teil: man ist beim Schrei­ben so sehr drin, dass irgend­wie alles logisch auf­ein­an­der auf­bauen kann. Häpp­chen­weise arbei­ten, also über Wochen hin­weg gleich­zei­tig lesen und schrei­ben war nie mein Ding. Drei, vier Tage, ratz­fatz fertig.

Jetzt ist das natür­lich was ande­res. Und trotz­dem kann ich meine Methode nicht able­gen, erst zu lesen und dann zu schrei­ben. Das führte in den ver­gan­ge­nen Wochen zu erhöh­tem Frust, den Deckel nicht zu fin­den auf die­ses auch lei­der sehr boden­lose Fass von Lite­ra­tur­su­che und -sich­tung. Aber der Groß­teil ist ver­mut­lich gele­sen, zumin­dest das fürs grobe Argu­men­ta­ti­ons­ge­rüst. Die Details für die Theo­rie­un­ter­maue­rung kom­men nach der Ana­lyse der Daten (Henne und Ei las­sen aber grü­ßen: anhand wel­cher Para­me­ter soll ich die Daten denn sor­tie­ren und ana­ly­sie­ren? Wel­che Daten sind auf­grund mei­ner Para­me­ter über­haupt ver­wert­bar?). Fürs erste ist wohl mal Richtfest.

Also nach Weih­nach­ten tipp ich mir die Fin­ger wund!

Gliederung

Mittwoch, 26. August 2009

Jaha!

Nix mit Glie­de­rung der Arbeit (dazu zu gege­be­ner Zeit mehr), für alle, die jetzt Kon­kre­tes erwar­tet haben. Die steht eigent­lich, da sind ja wis­sen­schaft­li­che Sche­mata vor­ge­ge­ben. Keine große Über­ra­schung, oder?

Nein - ver­sucht Ihr doch mal, in einer Ver­zeich­nis­struk­tur aufm Rech­ner Ord­nung rein­zu­be­kom­men! Ord­net man nach Kapi­teln? Oder nach bereits gele­se­nen und noti­zen­ver­se­he­nen Arti­keln? Und wie ord­net und struk­tu­riert man über­haupt Noti­zen, auch und beson­ders um das Risiko zu mini­mie­ren, dass sie vom Radar ver­schwin­den? Und was, zum Teu­fel, mache ich mit den gan­zen Über­bleib­seln, Noti­zen, wir­ren Gedan­ken und Dateien aus dem letz­ten Jahr? Fange ich neu an, muss ich etwa alles noch mal lesen? Okay, wenn ich’s mir hätte aus­su­chen kön­nen - das Jahr Pause war nicht das Beste, aber sei’s drum.

Und dann mul­ti­pli­ziert das Ganze, ich hab ja zwei Rech­ner und ne externe Fest­platte, und ohne fun­dier­tere Com­pu­ter­kennt­nisse weiß ich nicht mal, wie man das alles sinn­voll synchronisiert.

Ups.