Archiv für die Kategorie „Umgebungstemperatur“

Heimspiel

Montag, 16. August 2010

Füh­len Sie sich kör­per­lich in der Lage, diese Prü­fung abzulegen?

- Ja, obwohl’s aus Sicht des Prüf­lings die fal­sche Frage ist.

Wenn Sie also die erste Frage rich­tig beant­wor­ten, beginnt das Heim­spiel in der Fol­ter­kam­mer, Raum 101. (Jetzt mal ohne Scheiß - auch ein Insti­tut in dem Anglis­ti­sche Lite­ra­tur gelehrt und erforscht wird ver­gibt sol­che Raum­num­mern. Run­ning Gag.) Und wenn Sie Glück haben, wird’s ne lus­tige, ange­nehme, faire und erfolg­rei­che Prüfung.

Was haben die Kel­ti­zis­mus­hy­po­these, Karl-Heinz, Noam Chomsky und Bier­git Kraft gemeinsam?

In die­sem Sinne, boah bin isch feddich.

Vom Versuch, eine Negative zu beweisen

Montag, 9. August 2010

Ges­tern war ich mir nicht sicher, ob nicht viel­leicht Mon­tag ist. Heute weiß ich, dass Sonn­tag ges­tern war, aber ob heute Mon­tag ist, davon bin ich nicht trotz­dem nicht über­zeugt - könnte auch ges­tern gewe­sen sein. Ergo: heute ist nicht ges­tern, aber ges­tern war heute.

MA(suz)=T-7. Finde die Variable.

Realsatire ist ein Euphemismus

Sonntag, 8. August 2010

Wer mal im Aus­land stu­diert hat, mag’s erkannt haben: wir haben wirk­lich einen auf­ge­bla­se­nen Ver­wal­tungs­ap­pa­rat. Einige deut­sche Unis haben’s mit dem zir­ku­lä­ren Bazar bes­ser drauf, als andere - und ich wage mal die Behaup­tung, dass ich an einem beson­ders erfolg­rei­chen Exem­plar mei­nen Abschluss mache. Der sprin­gende Punkt ist, dass wir’s wis­sen, wir sind’s gewöhnt - und Teil des Gan­zen. Und nehmen’s mit Humor.*

Aber wie erklärt man jetzt einem Ver­wal­tungs­an­ge­stell­ten einer Uni im Aus­land, deren Ver­wal­tung ver­mut­lich in eine Hun­de­hütte passt, dass man noch auf dies und das war­tet, weil bei uns ja noch nicht mal die Fin­ger einer Hand wis­sen, was sie unter­ein­an­der tun? (Ich warte schon fast dop­pelt so lange wie zuge­sagt auf ein Klau­su­r­er­geb­nis aus einer ande­ren Fakul­tät als mei­ner eige­nen - und die hat natür­lich keine Hand­habe und kei­ner­lei Ein­fluss, ja, sie kann den Ande­ren noch nicht auf die Fin­ger hauen.)

Part of the pro­blem is the decen­tra­li­zed uni­ver­sity admi­nis­tra­tion. Unless you are fami­liar with the intri­ca­cies of Ger­man uni­ver­sity orga­niza­tion, it will be hard to grap the, eh, mess - so I won’t even go there.

Hab ich nicht, hätte ich aber gerne.

*Und nicht, dass hier ein fal­scher Ein­druck ent­steht: ich bin der fes­ten Über­zeu­gung dass mich nichts fit­ter für die Arbeits­welt gemacht hat, als die Erfah­run­gen an einer fast lie­bens­wert chao­ti­schen deut­schen Uni. Schaffste es hier, schaffste es über­all. True story.

Es war Wahl - und nur die Reichen gingen hin

Dienstag, 20. Juli 2010

Das eigent­lich Dra­ma­ti­sche am Volks­ent­scheid über Ham­burgs Bil­dungs­po­li­tik ist nicht, dass die sechs­jäh­rige Pri­mar­schule nicht kommt. Das den­noch in Kraft tre­tende Rest­re­form­pa­ket geht schon mal einen moder­nen Weg weg vom drei­glied­ri­gen Schul­sys­tem. Ob und inwie­fern län­ge­res gemein­sa­mes Ler­nen die Bil­dungs­mi­sere besei­tig kann/könnte, ist letzt­end­lich reine Ansichts- oder Geschmacks­sa­che und/oder wel­cher Stu­die man mehr Glau­ben schen­ken mag.

Nein, das wirk­lich Tra­gi­sche ist, dass die­ser Atlas über die Wahl­be­tei­li­gung so ziem­lich die tref­fendste sozio­de­mo­gra­phi­sche Dar­stel­lung Ham­burgs ist, die über­haupt gezeich­net wer­den kann, übri­gens völ­lig unab­hän­gig vom Abstim­mungs­ver­hal­ten in den jewei­li­gen Stadt­tei­len. Man muss kein Pro­phet sein, um zu behaup­ten, dass man diese Karte ohne Ver­lust der Aus­sa­ge­kraft mit »Pro-Kopf-Einkommen in Ham­burg« unter­ti­teln könnte.

Im bes­ten Fall lässt die Inter­pre­ta­tion der Karte den Schluss zu, dass das Bil­dungs­bür­ger­tum der Han­se­stadt am Sonn­tag nicht weni­ger als sei­nen Sta­tus Quo und seine Her­kunfts­elite ver­tei­digt hat. Im schlimms­ten Fall bleibt die erschre­ckende, wenn nicht sogar besorg­nis­er­re­gende Erkennt­nis, dass poli­ti­sches Mit­spra­che­recht den bil­dungs­fer­nen, sozial- und ein­kom­mens­schwa­chen Bevöl­ke­rungs­schich­ten ver­mut­lich schlicht egal ist.

Davon unab­hän­gig: wenn die GAL schlau ist, kün­digt sie die Koaltion.

Erschwerte Bedingungen

Samstag, 10. Juli 2010

Ich hab’s ja schon mal erlebt, es ist also nichts Neues. Vor neun Uhr mor­gens schon 30 Grad (und nach neun Uhr abends immer noch 30 übri­gens auch) hatte ich schon in so gemä­ßig­ten Brei­ten wie Ägyp­ten, Aus­tra­lien oder Thailand.

Alter Schwede!

(Mög­li­cher­weise würde mich jeder Arzt der­zeit auf­grund einer Kom­bi­na­tion von hit­ze­be­ding­ter und davon unab­hän­gi­ger Krank­heits­sym­ptome ne Woche krank schrei­ben, aber Diens­tag gilt’s halt mal wie­der. Und da der nächst­mög­li­che Prü­fungs­ter­min Ende Okto­ber wäre, ist mir das jetzt auch wurscht. Mit Waden­wi­ckeln und Büchern zurück ins Bett!)

Testspiel

Mittwoch, 7. Juli 2010

Warum macht die ARD eigent­lich so ein Gewese um das Trai­nings­spiel heute abend?

- Schwen­ker & Schmidt, Als­ter­ra­dio 106.8.

Dort kann man auch auf das Finale tip­pen - 106:8.

Nach der Prüfung ist vor der Prüfung

Sonntag, 4. Juli 2010

Warum weht in Ham­burg an genau den zwei Tagen im Jahr kein Wind, wenn die Queck­sil­ber­säule weit über 30°C gedrückt wird? Die Luft steht in mei­ner Dach­ge­schoss­woh­nung, als würde sie Miete zahlen.

Diese Prü­fungs­phase ist ja nicht nur ehr­gei­zig - sie ist für einen Fuß­ball­fan auch noch unglück­lich gewählt. Die Poli­tik­klau­sur fand fast zeit­gleich zum Serbien-Spiel in einem Uni­ge­bäude mit der höchs­ten Public-Viewing-Dichte statt (wer mit der Geo­gra­fie der UniHH ver­traut ist: Pony Bar, Abaton-Bistro und der Pfer­de­stal­lin­nen­hof, für den beson­ders ein­drucks­vol­len Vuvuzela-Surroundsound!).

Ich bin ein wenig über mich selbst über­rascht. Der­zeit sitze ich wie­der ab acht Uhr mor­gens über den Büchern, mache um 16 Uhr mal eben zwei Stünd­chen Pause. Und das eigent­lich dra­ma­ti­sche an die­ser Situa­tion ist, dass Béla Réthy immer noch Spiele der deut­schen Mann­schaft kom­men­tie­ren darf (glück­li­cher­weise bleibt uns der unsag­bar schlechte Flo­rian König von RTL bei Deutsch­land­spie­len erspart).

Und Guido Wes­ter­welle ist immer noch Außenminister.

Verschwörungsverdacht T -1

Donnerstag, 17. Juni 2010

Ich glaube, ich werde mor­gen und/oder über­mor­gen im Klau­sur­raum einem Ange­hö­ri­gen, Bekann­ten oder Erpres­ser eines Mit­ar­bei­ters der Deut­schen Flug­si­che­rung und/oder des Towers am Flug­ha­fen Ham­burg begegnen.

Seit drei Tagen wird ohne Not über die Stadt ange­flo­gen (zur Not-Bewertung zäh­len Wet­ter­be­din­gun­gen, wie man sie hier vor­fand*). Ohne Not, denn der ein­zige Luft­zug, der die letz­ten Tage in Ham­burg für eine steife Brise sorgt, wird vom Ven­ti­la­tor in mei­ner Dach­ge­schoss­woh­nung erzeugt. Der­weil wer­fen die Nub­sis, die an den Leit­wer­ken nach hin­ten abste­hen, alle fünf Minu­ten Schat­ten auf meine Notizzettel.

Schie­bung! Ab 09.00 Uhr wird zurückgetreten!

*Genau genom­men ist jener Anflug auf der für sol­che Wet­ter­ver­hält­nisse eher unge­eig­ne­ten Ost-West-Landebahn über Lan­gen­horn erfolgt. Alles andere flog an die­sem Tag sin­ni­ger­weise über Barmbek/Winterhude/Alsterdorf.

Tatort Barmbek

Montag, 26. April 2010

Nach sechs Mona­ten Schreib­tisch­dienst ohne nen­nens­wer­tes Sozi­al­le­ben und kurz vor dem Gang in den Copy­shop weißt du, dass du urlaubs­reif bist, wenn du beim Anblick dei­ner Straße vol­ler Lösch­züge, Poli­zei, Kran­ken­wa­gen und mit Gas­mas­ken bestück­ten Feu­er­wehr­leute nur daran denkst, wo der USB-Stick mit der PDF der Magis­ter­ar­beit liegt. Andere raf­fen Pho­tos, Aus­weis­do­ku­mente oder Bar­geld­be­stände zusammen.

Der Genny bläst ver­mut­lich gerade die Sprung­burg auf, das kann ich aber nicht ein­se­hen, weil ich über/hinter der Regen­rinne im Dach­ge­schoss wohne. Aber die Blick­rich­tung der Pas­san­ten ver­rät nichts Gutes: die gucken alle in meine Rich­tung. Ich rufe mal eben nach unten: »Huhu! Ob mir einer der Her­ren mal sagen könnte, ob ich gleich sterbe? Ich meine, falls einer gerade Zeit hat.« Nie­mand ant­wor­tet, weil sich’s mit so Gas­mas­ken natür­lich auch nicht beson­ders gut hören lässt.

Weil das Spek­ta­kel genauso schnell zu Ende ist, wie’s auf­ge­zo­gen war, schiebe ich es mal auf einen unglück­li­chen Nach­barn, des­sen äußerst sen­si­blen Rauch­mel­der aus­ge­rech­net dann den Rea­li­tät­scheck machen, wie er nicht zu Hause ist. Das wird teuer! Aber es war ver­mut­lich abseh­bar, dass das mal pas­siert, weil bei uns im Haus fast täg­lich irgendwo ein Sen­si­bel­chen jault, wenn man Fisch­stäb­chen brät. (Schade eigent­lich nur, dass der fette Benz, der seit Tagen in der Feu­er­wehr­zu­fahr im Hal­te­ver­bot parkt, außer Haus war - das wäre schon ein net­tes Schau­spiel gewe­sen, da ein Lösch­zug so ein Stör­ele­ment rela­tiv schnell ein­fach zur Seite schiebt.)

Und alles zur bes­ten Tatortsendezeit.

Meine erste (aktive) Konferenz

Mittwoch, 7. April 2010

Jetzt steht der aka­de­mi­schen Kar­riere ja nu nichts mehr im Weg. Für die 47. Stu­den­ti­schen Tagung Sprach­wis­sen­schaft (StuTS) in Mainz habe ich mein Magis­ter­ar­beits­thema als Vor­trag ein­ge­reicht. Das wird span­nend und lus­tig. Even­tu­el­les Feed­back wird zwar zu spät kom­men, aber zum »warm machen« wird das ganz famos. Und…

…ich freu mich rie­sig drauf.