Wochenrückblick 3.0: Woche 2
Dienstag, 13. Oktober 2009Montag: Also dann halt doch. Den Korpus noch mal lesen. Eletronisch unterstützt durch die Suche, die mir the farblich markiert. Jeden Tag zwei Buchstabengruppen, dann wird’s auch absehbar.
Dienstag: Welch verrückte Krankheiten gibt es eigentlich? Pestilence. Da wär ich mit der Kontextsuche aus dem letzten Jahr nie drauf gekommen. Damals habe ich nach so unschuldigen Krankheiten wie fever, cancer oder cough gesucht.
Mittwoch: Langsam beginnt’s mir Spaß zu machen. Das ist auch fast wie eine Sucht, natürlich bleibt’s auch nicht nur bei zwei Buchstabengruppen. Ich bin überrascht, wieviele Beispiele ich finden kann, die ich letztes Jahr nicht gefunden habe. Da bin ich mal auf den Abgleich Alt-Neu gespannt.
Donnerstag: Ich bekomme Übung. Oft reicht ein Blick auf das rechts und links neben den farblichen Markierungen. Und die Tendenz, dass sich bestimmte Phänomene nach sozialem Hintergrund oder geografischer Herkunft verlagern. Sehr fein, ein Muster!
Freitag: Fast durch. Das macht auch irgendwie high, so eine Suche. Und ein weiser Mensch bemerkt: »Das muss wie Telefonbuchlesen sein.«
Samstag: An die Dramen, die sich im 18. und 19. Jahrhundert in der irischen Gesellschaft und in der Auswanderererfahrung abgespielt haben müssen, habe ich mich ja über die Jahre gewöhnt. Aber manchmal mischt so ein wenig das Bewußtsein des Voyeurismus ein. Zwischen »hätten die hier nicht ein abgefahrenes grammatisches Phänomen benützen können?« (Zynismus) und »wenn die gewusst hätten, dass wir hunderte Jahre später so in ihren intimsten Details schnüffeln..« (Scham) ist oft ein schmaler Grat.
Sonntag: Abgleich Alt-Neu. Erschreckend, die Hälfte der im vorigen Jahr gefundenen Beispiele kann ich eigentlich getrost vergessen. War’s Unschuld, Unwissen oder Faulheit? Fazit: es hat sich sehr gelohnt, den Korpus nochmals zu durchforsten. Telefonbuch hin oder her.


