Archiv zur KategorieZitate

Polemik auf der Überholspur

The rules and long lists of categories requiring one or the other article laid down in standard grammars manage to hide the amount of variation which actually exists in this domain of grammar even in Standard English (StE), let alone the numerous social or regional varieties of English, which do not give ‘two hoots’ for the grammarians’ best efforts to dictate ‘correct usage’. The situation is much the same as when travelling on roads: once you are outside the radar-control zones of the major roads, on ‘B’ roads, you can travel at whatever speek your driving skills and your vehicle may enable you to sustain without having to worry too much about speed control and traffic regulations. (Filppula 2001: 43)

Vermutlich jeder Erstsemester würde eine Hausarbeit mit derartiger Polemik um die Ohren gehauen bekommen. So würd’s jedenfall ich machen, wenn mir mal jemand sowas vorlegen würde.

Wenn’s lustig gemeint war: Gähn, Thema verfehlt.
Wenn’s ernst gemeint war: Keller, Rudi.

Aber ganz flott.

Filppula, Markku. 2001. The Highways and Byways of the English Definite Artilce. In: Hiltunen, R, K Battarbee, M Peikola & SK Tanskanen [eds]. English in Zigs and Zags. Turku. 43-51.
Keller, Rudi. 2003. Sprachwandel. Tübingen.

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Uninostalgie

Es gibt Momente, da ist man ganz klein, wenn man auf die Studienbescheinigung guckt und seit Jahren dort eine zweistellige Zahl studierter Semester  wahrnimmt.

Und dann gibt es Momente, in denen man auf diese Zahl stolz sein kann.

Wie, du musst dir deinen Stundenplan selbst zusammenstellen?!?

Auf eine solche – ernstgemeinte (!) – Frage einer schockierten (!!) Kommilitonin darf man dann auch mit der arroganten Gelassenheit des älteren Semesters reagieren (Tipp: einfach Mal laut auflachen). Es verleitet das ältere Semester aber bisweilen auch zur wehmütigen Feststellung, dass man diesen Greenhorns ihre Unwissenheit nicht ankreiden kann (im günstigen Fall) oder darf (äh, eher so ein Fall augenblicklicher Wehmütigkeit).

Kinners, wie die Zeiten sich ändern.

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Quelle versiegt

Jeder Sechste von Zehn Euro kommt über das Online hinein. (Thomas Voigt von der Otto-Gruppe in einem Tagesthemenbeitrag über die Quelle-Pleite.)

Wenn die bei Quelle ähnlich widersprüchliche Kenntnisse über ihre Wirtschaftsdaten hatten, wundert’s ja nich so sehr.

Ein Sechstel ist immerhin weit weniger als etwas mehr über der Hälfte.

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Der Artikel im Niederländischen

Ihr seht, ich bin voll dabei!

Niederländisch ist für Deutsche relativ gesehen sehr einfach. Wir rennen ja nur so durch die Lektionen; Nichtmuttersprachler des Deutschen haben den Kurs nach zwei Tagen auch schon sehr gefrustet aufgegeben. Vokabeln sind oft einmal gesehen und abgespeichert, flektierte Formen dauern etwas länger und die Funktionswörter – naja gut, die schaut man eben einmal mehr nach. Allerdings ist es nicht ganz so ein Pippifax, wie man glauben könnte: Ohne Nachbearbeitung und zugegeben auch stumpfes Auswendiglernen geht’s auch hier nicht. Das hat gut die Hälfte des Kurses nicht richtig verstanden.

Nun ist das Niederländische sogar ein wenig hinterlistig. Das Genussystem unterscheidet zwischen Maskulinum/Femininum (das sogenannte Utrum) und dem Neutrum. So, als hätten wir im Deutschen einen gemeinsamen Artikel für der und die und eben das. Das sind de (Utrum) und het (Neutrum). So weit, zo goed. Jetzt haben aber die Wörter im Utrum auch noch ein männliches oder weibliches Geschlecht:

De trein is te laat. Nu rijdt hij het station binnen.
‘Der Zug ist zu spät. Nun fährt er in die Station ein.’

Das ist fies. Auf die Frage an unsere belgische Dozentin, wie man das als Lerner denn wissen kann, antwortet sie süffisant:

Gar nicht. Aber macht’s am Besten wie die Niederländer – bei denen ist einfach alles maskulin. Auch die Kuh.

Na dann, will ich mal den Freizeit genießen gehen.

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Wiedereinstieg

Es ist mittlerweile der vierte, aber der erste wirklich ernsthafte Versuch, die Anstrebung akademischer Ehren neu in Angriff zu nehmen. Ich war krank. Ich persönlich finde das ausreichend, eine Pause zu erklären, die zweiwöchig angedacht, aber letztendlich ein Jahr und zwei Wochen dauerte. Sei’s drum.

Zur Auflockerung möge ich hier mit einem amüsanten Zitat aus dem ansonsten leider vor Fehlern und fehlerhaften Annahmen strotzenden Buch Mother Tongue von Bill Bryson beginnen. (Das Buch ist dennoch unterhaltsam, aber jedem Sprachwissenschaftlern dürften die Haare zu Berge stehen – und dabei kann ich nur über die hanebüchenen Anmerkungen zur deutschen Sprache kichern, wie wird’s da erst dem polyglotten Sprachtalent gehen?). Über Englisch, Walisisch und Irisch schreibt Bryson in seiner Einleitung folgendes:

In Welsh, the word for beer is cwrw – an impossible combination of letters for any English speaker. But Welsh spellings are as nothing compared with Irish Gaelic, a language in which spelling and pronunciation give the impression of having been devised by seperate committees, meeting in separate rooms, while implacably divided over some deep semantic issue. Try pronouncing geimhreadh, Gaelic for ‘winter’, and you will probably come up with something like ‘gem-reed-uh’. It is in fact ‘gyeeryee’. Beaudhchais (‘thank you’) is ‘bekkas’ and Ó Séaghda (‘Oh-seeg-da’) is simply ‘O’Shea’. Against this, the Welsh pronunciation of cwrw – ‘koo-roo’ – begins to look positively self-evident. (Bill Bryson. 1990. Mother Tongue. Penguin: p. 6-7)

Nun habe ich zugegebenermaßen limitierte Irishkenntnisse. So wie die Iren im 19. Jahrhundert ohne formale Unterrichtung Englisch lernten, lernte ich in einem lockeren Umfeld, dass “Danke” auf Irish go raibh maith agat heisst (etwa ‘go re(f) ma-h-u-gat’). Beaudhchais spuckt noch nicht mal mein Irishlexikon aus (der Fairness halber wohl aber a bhuí la ‘thank you’ und buiochas la Dia ‘thank you to god’). Nun weiss ich natürlich nicht, wie gut das Lexikon wirklich ist, noch, ob beaudhchais irgendeine wilde flektierte Form ist und schon gar nicht, ob meine Nörgelei hier lediglich Haarspalterei ist. An der der doch eher seltsamen Verwandtschaft zwischen irischer Othographie und Aussprache ändert es ja eher wenig. Im Prinzip hat Bill also recht.

In diesem Sinne, Fáilte ar ais, Welcome Back.

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Große Worte

Die Arbeit soll also 120 Seiten nicht überschreiben. Von unterschreiten steht da nichts. Einige sagen, in ihrer Prüfungsmeldebestätigung steht durchaus etwas zur Mindestlänge. 80 Seiten. Da greift das also Gewohnheitsrecht, die plus-minus-Regel, wenn man generell von 100 Seiten ausgeht.

Ähnlich meiner Punktlandung in der letzten Hausarbeit im März dieses Jahres (5003 Wörter – wo kurzfristig die mögliche Rauskürzung dreier Füllwörter in Betracht gezogen wurde), fixiere ich die 80 Seiten an. Auffüllen lässt sich immer.

Das schönste Statement zur Mindestlänge einer Abschlussarbeit hörte ich mal in einer Kleinstbibliothek:

“Alles Richtwerte. Wenn du es schaffst, Saussure auf fünfzehn Seiten zu widerlegen, möcht’ ich den Prof sehen, der dich durchfallen lässt.”

Na dann.

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