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	<title>*/ˈdɪːkæf/ - coffee &#38; linguistics</title>
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		<title>…und jetzt alle!</title>
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		<pubDate>Fri, 14 Dec 2012 11:43:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sf</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Für denn Fall, dass einige meiner LeserInnen im Vorweihnachtsstress den Umstieg aufs Sprachlog verpasst, verschoben oder verdrängt (wie bitte?) und ihre RSS-Feeds noch nicht angepasst haben, hier ein kleines Fazit der ersten Wochen. Drüben geht echtma die Post ab. Das lässt sich ja gar nicht anders beschreiben, wenn man mit großen Zahlen hantiert (die Sache [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Für denn Fall, dass einige meiner LeserInnen im Vorweihnachtsstress den Umstieg aufs <a href="http://www.sprachlog.de">Sprachlog</a> verpasst, verschoben oder verdrängt (<em>wie bitte</em>?) und ihre RSS-Feeds noch nicht angepasst haben, hier ein kleines Fazit der ersten Wochen.</p>
<p>Drüben geht echtma die Post ab. Das lässt sich ja gar nicht anders beschreiben, wenn man mit <a href="http://www.sprachlog.de/2012/12/04/milliarden-vs-billionen-grose-zahlen/">großen Zahlen</a> hantiert (die Sache mit <a href="http://www.bildblog.de/tag/fantastilliarden/">Milliarden und Billionen</a>) oder absurde Theorien <a href="http://www.sprachlog.de/2012/12/10/wickie-und-der-starke-william/">zur Rolle von Wickie</a> innerhalb der englischen Sprachgeschichte, nunja, demontiert. Und, wusstet ihr, dass Kreationisten auch die Sprachevolution <a href="http://www.sprachlog.de/2012/12/13/intelligentes-sprachdesign/">mit der Bibel erklären</a> können? Tja.</p>
<p>Ach so, ja, unsere neuen alten Kategorien Blogspektrogramm und Sprachbrocken kommen als gewohnt buntes sprachliches Allerlei jetzt sogar jede Woche. <em>Jede</em>.</p>
<p>Zuletzt sei noch angemerkt, dass <a href="http://www.anglizismusdesjahres.de/">die beste Wortwahl der Welt</a> für 2012 ihren Betrieb aufgenommen hat. Noch bis zum 7. Januar können Sie Ihren Favoriten nominieren, und zwar genau <a href="http://www.anglizismusdesjahres.de/nominierungen-2012/">hier (also da, also über den Link hier)</a>. Natürlich nur, wenn Sie unseren Sinn für Humor teilen und sehen, dass wir ›tolle‹ Anglizismen suchen und nicht ›blöde‹. In der <a href="http://www.anglizismusdesjahres.de/anglizismen-des-jahres/adj-201/">Jury</a> um Anatol Stefanowitsch sitzen am Küchentisch der Sprachlog-WG die Mitbewohnerinnen Kristin Kopf &amp; ich, sowie erstmals Frank Schilden (<a href="https://spraachenblog.wordpress.com/">SprAACHENblog</a>) und Kilian Evang (Intendant des <a href="http://texttheater.net/">texttheaters</a>). Über 40 Nominierungen in einer Woche - da kommt tolle Arbeit auf uns zu. Nur, falls uns zu Weihnachten nix mehr einfällt.</p>
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		<title>Es gibt kein Sprachlog</title>
		<link>http://www.extraflach.de/blog/2012/11/28/es-gibt-kein-sprachlog/</link>
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		<pubDate>Wed, 28 Nov 2012 08:26:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sf</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Moment. Wir haben Sie nicht angelogen. Es gibt ein neues Sprachlog. Im neuen Sprachlog bloggen Kristin Kopf, Anatol Stefanowitsch und ich in einer offenen Runde über Sprache. Die Planungen waren hart und intensiv , die Renovierungen aber größtenteils abgeschlossen - was auch die relative Schweigsamkeit unserer Blogs über die Sommermonate erklärt. Aber das alles ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Moment.</p>
<p><a href="http://www.sprachlog.de/2012/11/28/herzlich-willkommen/">Wir haben Sie nicht angelogen</a>. Es gibt ein <em>neues</em> Sprachlog.</p>
<p>Im neuen Sprachlog bloggen Kristin Kopf, Anatol Stefanowitsch und ich in einer offenen Runde über Sprache. Die Planungen waren hart und intensiv , die Renovierungen aber größtenteils abgeschlossen - was auch die relative Schweigsamkeit unserer Blogs über die Sommermonate erklärt. Aber das alles ist jetzt Vergangenheit, denn wir sind zusammengezogen, drüben in der neuen Blog-WG. Was aus der alten Wohnung hier wird habe ich noch nicht entschieden. Mal schaun. Die Beiträge bleiben hier vorerst online, sind aber mit auf den Dachboden der WG umgezogen.</p>
<p>Das neue Sprachlog - ab sofort unter <a href="http://www.sprachlog.de/">www.sprachlog.de</a>.</p>
<p>Das Beste und mehr aus einer mindestens dreidimensionalen Sprachblogwelt.</p>
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		<title>Lebendige bedrohte Wörter</title>
		<link>http://www.extraflach.de/blog/2012/09/09/lebendige-begrohte-worter/</link>
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		<pubDate>Sun, 09 Sep 2012 09:01:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Susanne Flach</dc:creator>
				<category><![CDATA[Semantik]]></category>
		<category><![CDATA[Sprachwandel]]></category>
		<category><![CDATA[Tag der Deutschen Sprache]]></category>

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		<description><![CDATA[Gestern war mal wieder »Tag der deutschen Sprache«. So genau war mir nie richtig klar, was die Initiatoren damit wirklich bezwecken wollen. Naja, nutzen Sie halt mal die deutsche Sprache! Brüllen Sie schnell zehn Mal »deutsch« in Großbuchstaben! Stoppen Sie den sintflutartigen Sprachwandel mit bloßen Händen und passen Sie auf, dass Ihnen kein Anglizismus durch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gestern war mal wieder »Tag der deutschen Sprache«. So genau war mir nie richtig klar, was die Initiatoren damit <em>wirklich</em> bezwecken wollen. Naja, nutzen Sie halt mal die deutsche Sprache! Brüllen Sie schnell zehn Mal »deutsch« in Großbuchstaben! Stoppen Sie den sintflutartigen Sprachwandel mit bloßen Händen und passen Sie auf, dass Ihnen kein Anglizismus durch die Finger glitscht! Und vermeiden Sie bloß sone neumodischen Indefinitdemonstrativartikel!</p>
<p>Die Badische Zeitung, die zu diesem Anlass bereits <a href="http://www.extraflach.de/blog/2011/10/16/sprachkritik-auf-ramschniveau/" target="_blank">im letzten Jahr</a> mit einem »Floskel-Alphabet« was Volontierendes beschäftigt hat, macht dieses Jahr mit einem ABC der »Bedrohten Wörter« auf. <del>These</del> Ergebnis: »Immer mehr Begriffe, die wir lieben, geraten in Vergessenheit.« Dieser Spruch setzt sich zwar sofort dem Verdacht eines Oxymorons aus, weil ein Wort ja per Definition nur dann aussterben kann, wenn es nicht mehr genutzt wird. Dieser Einwand wäre jetzt aber nur unnötig verkürzend: mir kann ja ein Wort gefallen und ich kann es nutzen - aber wenn es sonst keiner tut, werde ich mein Lieblingswort mit ins Grab nehmen. Umgekehrt gilt natürlich, dass nicht jedes Wort, was ich als selten ansehe oder empfinde, auch selten ist.</p>
<p>In der Hoffnung, dass alle mit der folgenden Definition leben können, verknüpfen wir an ›bedroht‹ die Erfüllung folgender Bedingungen*:</p>
<ol>
<li>Es ist in der Vergangeheit überhaupt genutzt worden.</li>
<li>Es ist in der Vergangenheit (dauerhaft) deutlich häufiger genutzt worden, als heute.</li>
</ol>
<p>AutorIn »bwa« von der <a href="http://www.badische-zeitung.de/kultur-sonstige/bedrohte-woerter--63597307.html" target="_blank">Badischen Zeitung</a> setzt folgende Begriffe auf die Liste der bedrohten Wörter:</p>
<blockquote><p><em>abermals, blümerant, Chose, dort**, etepetete, frohlocken, garstig, hanebüchen, Ingrimm, Jubelperser, knorke, Labsal, Meschugge, Nuckelpinne, Ohrenschmaus, poussieren, Quasselstrippe, Ratzefummel, Sommerfrische, Schurigeln, töricht, unhold, Vetter, Wendehals, Xanthippe, Yuppie, Zierrat</em></p></blockquote>
<p>Auf welcher subjektiven Grundlage die Liste erstellt wurde, bleibt das Geheimnis von »bwa«. Sie basiert aber sicher nicht auf wirklichem Sprachgebrauch. Dabei wär das sogar recht einfach gewesen: Der folgenden Eingruppierung liegt eine kurze Suche über GoogleNgrams zugrunde (konservativ bewertet, Zeitraum 1800-2000, smoothing=3):</p>
<p>Die absoluten Stars der Liste, da ihre Frequenz zumindest bis 2000 kontinuierlich ansteigt - mal mehr, mal weniger -, sind <em><a href="http://books.google.com/ngrams/graph?content=bl%C3%BCmerant&amp;year_start=1800&amp;year_end=2000&amp;corpus=8&amp;smoothing=3" target="_blank">blümerant</a></em>, <em><a href="http://books.google.com/ngrams/graph?content=Chose&amp;year_start=1800&amp;year_end=2000&amp;corpus=8&amp;smoothing=3" target="_blank">Chose</a></em>, <em><a href="http://books.google.com/ngrams/graph?content=etepetete&amp;year_start=1800&amp;year_end=2000&amp;corpus=8&amp;smoothing=3" target="_blank">etepetete</a></em>, <em><a href="http://books.google.com/ngrams/graph?content=haneb%C3%BCchen&amp;year_start=1800&amp;year_end=2000&amp;corpus=8&amp;smoothing=3" target="_blank">hanebüchen</a></em>, <em><a href="http://books.google.com/ngrams/graph?content=Jubelperser&amp;year_start=1800&amp;year_end=2000&amp;corpus=8&amp;smoothing=3" target="_blank">Jubelperser</a></em>, <em><a href="http://books.google.com/ngrams/graph?content=knorke&amp;year_start=1800&amp;year_end=2000&amp;corpus=8&amp;smoothing=3" target="_blank">knorke</a></em>, <em><a href="http://books.google.com/ngrams/graph?content=Meschugge&amp;year_start=1800&amp;year_end=2000&amp;corpus=8&amp;smoothing=3" target="_blank">Meschugge</a></em>, <em><a href="http://books.google.com/ngrams/graph?content=Quasselstrippe&amp;year_start=1800&amp;year_end=2000&amp;corpus=8&amp;smoothing=3" target="_blank">Quasselstrippe</a></em> und <em><a href="http://books.google.com/ngrams/graph?content=Yuppie&amp;year_start=1800&amp;year_end=2000&amp;corpus=8&amp;smoothing=3" target="_blank">Yuppie</a></em>. Bei einigen dieser Wörter ist gegen Ende eventuell ein kleiner Abfall reininterpretierbar - aber es dürfte a) fraglich sein, ob dies ein eindeutiger Trend ist und b) trotz der Tatsache, dass GoogleBooks bei 2000 aufhört, eher unwahrscheinlich sein, dass sie deshalb als ›bedroht‹ empfunden werden müssen.</p>
<p>Damit keiner ohne bunte Bildchen nach Hause gehen muss, eine kleine Auswahl aus der Kategorie »hat Karriere vor sich«:</p>
<p><a href="http://www.extraflach.de/blog/wp-content/uploads/2012/09/bedrohtewoerter.png"><img class="aligncenter size-medium wp-image-3887" title="bedrohtewoerter" src="http://www.extraflach.de/blog/wp-content/uploads/2012/09/bedrohtewoerter-300x115.png" alt="" width="300" height="115" /></a></p>
<p>Größtenteils unverändert (lies: stabil) bzw. unter Umständen sehr stark schwankend, aber keineswegs im Untergang begriffen sind <em><a href="http://books.google.com/ngrams/graph?content=garstig&amp;year_start=1800&amp;year_end=2000&amp;corpus=8&amp;smoothing=3" target="_blank">garstig</a></em>, <em><a href="http://books.google.com/ngrams/graph?content=Ohrenschmaus&amp;year_start=1800&amp;year_end=2000&amp;corpus=8&amp;smoothing=3" target="_blank">Ohrenschmaus</a></em>, <em><a href="http://books.google.com/ngrams/graph?content=Sommerfrische&amp;year_start=1800&amp;year_end=2000&amp;corpus=8&amp;smoothing=3" target="_blank">Sommerfrische</a></em>, <em><a href="http://books.google.com/ngrams/graph?content=schurigeln&amp;year_start=1800&amp;year_end=2000&amp;corpus=8&amp;smoothing=3" target="_blank">schurigeln</a></em>, <em><a href="http://books.google.com/ngrams/graph?content=Unhold&amp;year_start=1800&amp;year_end=2000&amp;corpus=8&amp;smoothing=3" target="_blank">Unhold</a></em>, <em><a href="http://books.google.com/ngrams/graph?content=Vetter&amp;year_start=1800&amp;year_end=2000&amp;corpus=8&amp;smoothing=3" target="_blank">Vetter</a></em>, <em><a href="http://books.google.com/ngrams/graph?content=Wendehals&amp;year_start=1800&amp;year_end=2000&amp;corpus=8&amp;smoothing=3" target="_blank">Wendehals</a></em> (den steilen Anstieg ab den 80ern ignoriere ich geflissentlich) und <em><a href="http://books.google.com/ngrams/graph?content=Xanthippe&amp;year_start=1800&amp;year_end=2000&amp;corpus=8&amp;smoothing=3" target="_blank">Xanthippe</a></em>. Keine Aussagen erlaubt NGram zu <em>Nuckelpinne</em> und <em>Ratzefummel</em>. Und zumindest bei Nuckelpinne ist in meiner subjektiven Einschätzung weder (1) noch (2) erfüllt - es grenzt irgendwie schon fast an einen Okkasionalismus.</p>
<p><em>Ratzefummel</em> klingt für mich nach Kindersprache. Eine nicht-repräsentative Umfrage unter meinem einzigen Facebook-Kontakt, der in der 10. Klasse derzeit noch die Schulbank drückt, hat das bestätigt: ›Nein, in der Grundschule [vielleicht,] aber jetzt nicht mehr‹ - immerhin kannte er es. Um die Überlebenschancen von <em>Ratzefummel</em> muss man sich aber keine Sorgen machen: die handvoll Belege aus dem Wortschatzportal der Uni Leipzig bezeichnen mit <em><a href="http://wortschatz.uni-leipzig.de/cgi-portal/de/wort_www?site=208&amp;Wort_id=26160059" target="_blank">Ratzefummel</a></em> sinnigerweise eine Art Papstgewand.</p>
<p><em>[<a href="http://www.extraflach.de/blog/2012/09/09/lebendige-begrohte-worter/comment-page-1/#comment-921">ke</a> hat meine Quelle kontrolliert und mich darauf aufmerksam gemacht, dass mit </em>Ratzefummel<em> in diesen Belegen immer noch ein Radiergummi gemeint ist, diesmal mit dem Konterfei des Papstes. Jetzt weiß ich gar nicht, ob ich mich für ne Schludrigkeit entschuldigen muss oder mich für die Erfindung der Bedeutungserweiterung ›Papstgewand‹ loben darf.]</em></p>
<p>Kriterien (1) und (2) erfüllen lediglich <em><a href="http://books.google.com/ngrams/graph?content=abermals&amp;year_start=1800&amp;year_end=2000&amp;corpus=8&amp;smoothing=3" target="_blank">abermals</a></em>, <em><a href="http://books.google.com/ngrams/graph?content=frohlocken&amp;year_start=1800&amp;year_end=2000&amp;corpus=8&amp;smoothing=3" target="_blank">frohlocken</a></em>, <em><a href="http://books.google.com/ngrams/graph?content=Ingrimm&amp;year_start=1800&amp;year_end=2000&amp;corpus=8&amp;smoothing=3" target="_blank">Ingrimm</a></em>, <em><a href="http://books.google.com/ngrams/graph?content=Labsal&amp;year_start=1800&amp;year_end=2000&amp;corpus=8&amp;smoothing=3" target="_blank">Labsal</a></em>, <em><a href="http://books.google.com/ngrams/graph?content=poussieren&amp;year_start=1800&amp;year_end=2000&amp;corpus=8&amp;smoothing=3" target="_blank">poussieren</a></em> und <em><a href="http://books.google.com/ngrams/graph?content=t%C3%B6richt&amp;year_start=1800&amp;year_end=2000&amp;corpus=8&amp;smoothing=3" target="_blank">töricht</a></em>. Aber bevor wir beklagen, dass zum Beispiel <em>abermals</em> vom Aussterben bedroht ist: das Wort ist einfach noch viel zu häufig, um von niemandem mehr verwendet oder gar verstanden zu werden.</p>
<p>Natürlich sind die vorgeschlagenen Wörter alle sehr unterschiedlich frequent und damit schon potentiell unterschiedlich ›bedroht‹. Und natürlich bewegen wir uns bereits weit unterm Promillebereich, wo niedrigfrequente Lexeme auch mal schnell weg vom Fenster sind (womit aber die Wahrscheinlichkeit steigt, dass wir sie gar nicht vermissen werden). Im Großen und Ganzen: ganz so düster ist es halt nicht mit diesen Kandidaten - im Gegenteil: der überwiegende Anteil dieser Liste bedrohter Wörter erfreut sich innerhalb seines Frequenzbereichs bester Gesundheit.</p>
<p>Und falls doch nicht: Ohne Ingrimm lässt es sich leichter leben.</p>
<p> </p>
<p>PS: Die BILD-Zeitung listet »die zehn längsten deutschen Wörter« (Link können Sie derzeit vermutlich noch googeln):</p>
<ol>
<li>Grundstücksverkehrsgenehmigungszuständigkeitsübertragungsverordnung</li>
<li>Rindfleischetikettierungsüberwachungsaufgabenübertragungsgesetz</li>
<li>Verkehrsinfrastrukturfinanzierungsgesellschaft</li>
<li>Gleichgewichtsdichtegradientenzentrifugation</li>
<li>Elektrizitätswirtschaftsorganisationsgesetz</li>
<li>Verkehrswegeplanungsbeschleunigungsgesetz</li>
<li>Hochleistungsflüssigkeitschromatographie</li>
<li>Restriktionsfragmentlängenpolymorphismus</li>
<li>Telekommunikationsüberwachungsverordnung</li>
<li>Unternehmenssteuerfortentwicklungsgesetz</li>
</ol>
<p>Diese sollen »in mindestens vier Texten belegt« sein. Ja, die meisten vermutlich <a href="http://www.dtv.de/gesetzestexte_56.html" target="_blank">hier</a>, <a href="http://dejure.org/" target="_blank">hier</a>, <a href="http://www.gesetze-im-internet.de/">hier</a> und <a href="http://www.juris.de/jportal/index.jsp" target="_blank">hier</a>.</p>
<p>--</p>
<p>*Danke an <a href="http://www.scilogs.de/chrono/blog/con-text" target="_blank">Dierk Haasis</a> für die Lösung eines logischen Fehlers in der Bedinungsbedingung.</p>
<p>**Was das hochfrequente <em><a href="http://books.google.com/ngrams/graph?content=dort&amp;year_start=1800&amp;year_end=2000&amp;corpus=8&amp;smoothing=3" target="_blank">dort</a></em> dort (oder hier?) zu suchen hat, entzieht sich meinem Interpretationshorizont. Begründet wird es derweil mit einer Art Deixis-Problem:</p>
<blockquote><p>»Vorsicht auf der A5 zwischen Freiburg-Süd und Freiburg-Mitte. Hier kommt Ihnen einen Falschfahrer entgegen«. »Hier?« Sätze wie diesen sagt der Mann im Radio fast jeden Tag. Richtig sind sie dennoch nicht. Die Sache mit dem Falschfahrer mag stimmen, die Sache mit dem »Hier« aber nicht. Dass auch durchaus begnadete Reportagenschreiber das Wörtchen »hier« zunehmend falsch einsetzen, macht es nicht besser. »Hier« ist stets da, wo sich Hörer oder Leser gerade aufhalten. Am Frühstückstisch, im Bett oder sonst wo. Aber nicht zwingend auf der A5 zwischen Freiburg-Mitte und Freiburg-Süd.</p></blockquote>
<p>Ja, aber die HörerInnen, die vom Geisterfahrer potentiell betroffen sind, gehören eben <em>auch</em> zu den HörerInnen. So einfach ist das. Und möglicherweise gibt es einen psychologischen Vorteil, so eine Art Signalwirkung, dass <em>hier</em> gegenüber einem <em>dort</em> besser vor der Gefahr warnt, weil man mit <em>hier</em> seine unmittelbare Umgebung assoziiert. Wer weiß.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Ambiguitätenolympiade</title>
		<link>http://www.extraflach.de/blog/2012/08/19/ambiguitatenolympiade/</link>
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		<pubDate>Sun, 19 Aug 2012 02:23:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Susanne Flach</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bedeutung]]></category>
		<category><![CDATA[Etymologie]]></category>
		<category><![CDATA[Semantik]]></category>
		<category><![CDATA[Sprachgebrauch]]></category>
		<category><![CDATA[Olympia]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Beitrag hätte natürlich vor dem Olympia-Overkill vor drei Wochen erscheinen sollen oder zumindest in den 16 Tagen danach, aber man will son Fest ja gucken und nicht drüber schreiben. Also: Was bedeutet Olympiade und was ist angeblich so falsch daran, es zu nutzen, wenn man das Sportfest selbst meint? Foren sind ja voll davon. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Beitrag hätte natürlich vor dem Olympia-Overkill vor drei Wochen erscheinen sollen oder zumindest in den 16 Tagen danach, aber man will son Fest ja <em>gucken</em> und nicht drüber <em>schreiben</em>. Also: Was bedeutet <em>Olympiade</em> und was ist angeblich so falsch daran, es zu nutzen, wenn man das Sportfest selbst meint?</p>
<p>Foren sind ja voll davon. Und meist endet die Diskussion damit: »Das heißt<em> Olympische Spiele</em>. <em>Olympiade</em> ist nur die Zeit <em>zwischen</em> den Spielen.«</p>
<p>Heute haue ich nicht in die »wenn es aber von einer ausreichend großen Zahl von Sprechern…«-Kerbe. Und Korpora habe ich für diesen Beitrag auch nicht gewälzt. Was bleibt ist die subjektive Einschätzung, dass eine nicht geringe Menge an ReporterInnen, TrainerInnen und SportlerInnen selbst <em>Olympiade</em> benutzten, um auf das aktuelle Ereignis zu referenzieren.</p>
<p><span id="more-3850"></span></p>
<p>Was solche Diskussionen suggerieren, ist, dass <em>Olympiade</em> zwei konzeptuell konträre Bedeutungen hat: eine anscheinend richtige bzw. offizielle als ›Zeit zwischen zwei Sportfesten‹ (etwa 3 Jahre und 50 Wochen) und eine anscheinend falsche, aber oft genutzte als ›Zeit der Spiele‹ (die zwei Wochen etwa alle vier Jahre).</p>
<p>Also sprechen wir heute mal über Ambiguitäten.</p>
<p>Als Queen Elizabeth II vor drei Wochen die Party in London eröffnete, sagte sie den berühmten Satz:</p>
<blockquote><p>I declare open the Games of London celebrating the 30th Olympiad of the modern era.</p></blockquote>
<p>Wenn irgendwo eine Diskussion um ›richtige‹ und ›falsche‹ Bedeutungen entfacht wird, wird eigentlich immer übersehen, dass Wörter mehrdeutig sind - und dass es oft gar nicht um richtig oder falsch geht. Denn Sprachbenutzung ist generell und grundsätzlich ambiger, als uns bewusst ist - auch in Fällen, die dem Richtig-Falsch-Radar entgehen. <em>Olympiade</em> ist in dieser immerhin offiziellen Formel ein schönes Beispiel für solchne Ambiguität. Sie lässt nämlich mindestens drei Interpretationen zu, unabhängig davon, was <em>Olympiade</em> ›richtig‹ bedeutet. Welche?</p>
<ol>
<li>Feiern, wenn man etwas erreicht oder hinter sich gebracht hat:<br />
<em>I’m celebrating the victory over my opponent.</em></li>
<li>Feiern, was gerade stattfindet:<br />
<em>I’m celebrating Christmas</em><em></em>.</li>
<li>Feiern, was konzeptuell Teil von etwas Größerem ist:<br />
<em>I’m celebrating crossing the finish line in a stage of the Tour de France.</em></li>
</ol>
<p>In (1) muss der Erfolg schon vorliegen, das zu feiernde Ereignis also zurückliegen. Das entspräche der Verwendung von <em>Olympiade</em> im Sinne ›zwischen den Spielen‹. Damit begann die 30. Olympiade als Periode mit dem Löschen der Flamme in Peking und endete bei Queen Elizabeth.</p>
<p>In (2) fällt es einem schon deutlich schwerer, etwas vergangenes reinzuinterpretieren, weil es pragmatisch unmöglich ist, den Satz sinnvoll zu äußern, wenn man dabei nicht das Fest selbst meint. Die Interpretation von <em>Olympiade</em> als ›die Spiele an sich‹ fällt also in diese Kategorie - wie übrigens auch diese <a href="http://www.ioling.org/" target="_blank">Olympiade</a> (und andere). In einer gelockerten Auffassung von (2) könnte man hier noch die Möglichkeit einbeziehen, dass Olympische Spiele als Abschluss einer Olympiade zu sehen sind (etwa als <em>der Höhepunkt der XXX. Periode olympischer Zeitrechnung</em>).</p>
<p>Und (3) ist wohl jetzt die auf den ersten Blick vielleicht erstaunlichste Interpretation. Kommen wir aber gleich noch zu.</p>
<p>Der Eröffnungsspruch - denn dann wird <em>Olympiade</em> für uns Öffentlichkeit am augenscheinlichsten offiziell gebraucht - lässt also <em>beide</em> Interpretationen von (1) und (2) zu. Beide sind nicht für eine ›richtig‹ und deshalb für die andere ›falsch‹. Ambiguität in der Sprache ist allgegenwärtig, immerhin haben wir ein begrenztes lexikalisches Inventar für ein Vielfaches an zu benennenden Konzepten. Aber Mehrdeutigkeiten fallen uns selten wirklich auf, weil wir einen faszinierend mächtigen Filterapparat haben und kontextabhängig meist die sinnvolle Interpretation wählen.</p>
<p><em>Olympiade</em> ist also mehrdeutig. Und zwar weit über den gegensätzlichen Zankapfel <em>zwischen</em> oder <em>während</em> hinaus. Denn die Fraktion der <em>Zwischen</em>-Nutzer beruft sich meist auf die etymologische Bedeutung, weil die auf die griechische ›Zeit zwischen den Spielen‹ (Ὀλυμπιάδ-.GEN ›der Olympiade‹) zurückgeht. Damals feierte man die Spiele nach Ablauf von grob 50 Mondmonaten. Dies entspricht etwas unter vier Jahren. Ich habe dazu jetzt nicht tiefer recherchiert, aber es scheint ein Muster zu sein: Spiele, 50 Mondmonate Pause, Spiele. Damit könnte auch in Abwesenheit gröberer Astronomiekenntnisse klar sein, dass die (Sommer-)Spiele irgendwann auch mal im Winter stattgefunden haben müssen. Das tut jetzt zwar eigentlich wenig zur Sache, zeigt aber, dass wir <em>noch</em> eine Bedeutungsschattierung von <em>Olympiade</em> gefunden haben: eine Antike. Die kann heute aber nicht mehr zutreffen, weil in der Neuzeit die klimatischen Bedingungen des Austragungsort einen größeren Einfluss auf die Terminierung von Olympia haben, als die Aktivität des Mondes. So finden Olympische Spiele üblicherweise im Juli oder August statt, auf der Südhalbkugel gerne mal bis Dezember (Melbourne 1956).</p>
<p>Kommen wir zu (3) zurück und gehen zum IOC und dessen <a href="http://www.olympic.org/Documents/olympic_charter_en.pdf" target="_blank">Statuten</a>. Dort heißt es unter §6:</p>
<blockquote><p>The Olympic Games consist of the Games of the Olympiad and the Olympic Winter Games.</p>
<p>›Die Olympischen Spiele bestehen aus den Spielen der Olympiade und den Olympischen Winterspielen.‹</p></blockquote>
<p>und weiter unter Zusatz [1] und [2]:</p>
<blockquote><p>[1] An Olympiad is a period of four consecutive <strong>calendar years</strong>, beginning on the first of January of the first year and ending on the thirty-first of December of the fourth year.</p>
<p>[2] The Olympiads are numbered consecutively from the first Games of the Olympiad celebrated in Athens in 1896. <strong>The XXIX Olympiad will begin on 1 January 2008.</strong></p>
<p>›Eine Olympiade ist eine Periode von vier aufeinanderfolgenden <strong>Kalenderjahren</strong>, beginnend am ersten Januar des ersten Jahres und endend am 31. Dezember des vierten Jahres.</p>
<p>Die Olympiaden werden durchgehend von den ersten Spielen der Olympiade in Athen 1896 durchnummeriert. <strong>Die 29. Olympiade wird am 1. Januar 2008 beginnen.</strong>‹</p></blockquote>
<p>(Wichtiges hab ich mal markiert.)</p>
<p>Danach endete die 29. Olympiade am 31. Dezember 2011. Die 30. Olympiade, deren Spiele wir in den letzten Wochen in London gesehen haben, hat gerade mal am 1. Januar 2012 begonnen und - surprise! - dauert noch bis Ende 2015.</p>
<p>Was ganz klar fehlt ist ein Beleg dafür, dass <em>Olympiade</em> beim IOC in irgendeiner Form ›zwischen den Spielen‹ bedeutet - und der Beleg fehlt offenbar für seit [sic] 1896! Was das auch heißt: Es ist in dieser Lesart sogar <em>immer</em> Olympiade, nicht nur bei den 200 oder so Wochen zwischen zwei Austragungen.</p>
<p>Damit kommen wir also zu Möglichkeit (3) von oben zurück, die ich anfangs noch als die überraschendste Interpretationsmöglichkeit vorgestellt habe. Es ist aber die, die nach den Statuten des IOC sogar als die offizielle Interpretation gelten dürfte. In (3) sind Olympische Spiele also Teil einer Periode, die die Spiele selbst inkludiert, also zeitlich überlagert. Und nach dieser Definition kommt eine Bedeutung von <em>Olympiade</em> dazu, die <strong>sowohl</strong> das <em>während</em>, <strong>als auch</strong> das <em>dazwischen</em> zulässt. Cool, oder?</p>
<p>Und trotzdem wissen wir mit unserem leistungsstarken Ambiguitätsfilter, dass sich »Ich hab bei dieser Olympiade eine Goldmedaille gewonnen« natürlich auf das <em>während</em>, aber niemals auf das <em>dazwischen</em> oder <em>sowohlalsauch</em> oder gar <em>wasauchimmer</em> bezieht.</p>
<p>Weil ich berufskrankheitsbedingt an mehr Anbiguitäten in Sprache und Sprachwandelprozessen glaube, als viele andere, habe ich Mitleid. Ich glaube ja, dass es unglaublich viel sinnlose Kraft kosten muss, den Ambiguitätsfilter für so viele offensichtliche und frequente Bedeutungen derart konsequent auszuschalten.</p>
<p>P.S.: Ernsthafte Frage: Hat jemand einen nicht-ambigen Video-/Audiobeleg dafür, dass <em>Olympiade</em> im spontanen Sprachgebrauch fürs <em>dazwischen</em> verwendet?</p>
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		<title>Blogspektrogramm 15 &amp; 16</title>
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		<pubDate>Sat, 18 Aug 2012 15:40:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sf</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blogspektrogramm]]></category>
		<category><![CDATA[coffee & linguistics]]></category>
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		<category><![CDATA[Schplock]]></category>
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		<description><![CDATA[Da gestern die Juli-Ausgabe bei Kristin im Schplock erschienen ist, darf man auch noch auf die Juni-Ausgabe bei Michael im lexikographieblog hinweisen. Wer im Sommerloch auf Lesenwertes wartet - voilà. In der größten und besten Sprachblogumschau begrüßen wir übrigens seit der Juni-Ausgabe auch ein neues Fachmitglied! Im SprAACHENblog bloggen Leute von der RTWH Aachen. Die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.extraflach.de/blog/wp-content/uploads/2011/07/blog-spektrogramm_150.png"><img class="size-full wp-image-3005 alignleft" title="Blogspektrogramm" src="http://www.extraflach.de/blog/wp-content/uploads/2011/07/blog-spektrogramm_150.png" alt="Blogspektrogramm" width="150" height="150" /></a>Da gestern die <a href="https://schplock.wordpress.com/2012/08/17/blogspektrogramm-16/" target="_blank">Juli-Ausgabe</a> bei Kristin im Schplock erschienen ist, darf man auch noch auf die <a href="https://lexikographieblog.wordpress.com/2012/07/15/blogspektrogramm-die-funfzehnte-juni-2012/" target="_blank">Juni-Ausgabe</a> bei Michael im lexikographieblog hinweisen.</p>
<p>Wer im Sommerloch auf Lesenwertes wartet - voilà.</p>
<p>In der größten und besten Sprachblogumschau begrüßen wir übrigens seit der Juni-Ausgabe auch ein neues Fachmitglied! Im SprAACHENblog bloggen Leute von der RTWH Aachen. Die bloggen dort in ner Gruppe, stellt euch das mal vor! LinguistInnen auf einem Haufen und in einem Blog! Wahnsinn! PAUKAL!<br />
--<br />
Bis­her erschie­nene Aus­ga­ben:<br />
<a href="http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/sprachlog/allgemein/2011-05-16/blogspektrogramm-1">Blog­spek­tro­gramm #1</a> (im Sprach­log)<br />
<a href="http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/sprachlog/allgemein/2011-06-15/blogspektrogramm-2">Blog­spek­tro­gramm #2</a> (im Sprach­log)<br />
<a href="http://blog.extraflach.de/2011/07/15/blogspektrogramm-3/">Blog­spek­tro­gramm #3</a> (bei */ˈdɪːkæf/)<br />
<a href="http://texttheater.net/blogspektrogramm-4">Blog­spek­tro­gramm #4</a> (im text­thea­ter)<br />
<a href="http://schplock.wordpress.com/2011/09/15/blogspektrogramm-5/">Blog­spek­tro­gramm #5</a> (im [ʃplɔk])<br />
<a href="http://schplock.wordpress.com/2011/10/21/blogspektrogramm-6/">Blog­spek­tro­gramm #6</a> (im Sprach­log)<br />
<a href="http://lexikographieblog.wordpress.com/2011/11/15/blogspektrogramm-die-siebte-oktober-2011/">Blog­spek­tro­gramm #7</a> (im lexi­ko­gra­phieb­log)<br />
<a href="../2011/12/16/blogspektrogramm-8/?PHPSESSID=gug0ssnrvcbll7l5jti0bvugi1" target="_blank">Blog­spek­tro­gramm #8</a> (bei */ˈdɪːkæf/)<br />
<a href="http://texttheater.net/blogspektrogramm-9">Blogspektrogramm #9</a> (im texttheater)<br />
<a href="http://schplock.wordpress.com/2012/02/15/blogspektrogramm-10/" target="_blank">Blogspektrogramm #10</a> (im [ʃplɔk])<br />
<a href="https://lexikographieblog.wordpress.com/2012/03/19/blogspektrogramm-die-elfte-februar-2012/" target="_blank">Blogspektrogramm #11</a> (im lexikographieblog)<br />
<a href="http://schplock.wordpress.com/2012/04/21/blogspektrogramm-12/" target="_blank">Blogspektrogramm #12</a> (im [ʃplɔk])<br />
<a href="http://texttheater.net/blogspektrogramm-13/comment-page-1#comment-35976" target="_blank">Blogspektrogramm #13</a> (im texttheater)<br />
<a href="http://www.extraflach.de/blog/2012/06/15/blogspektrogramm-14/" target="_blank">Blogspektrogramm #14</a> (bei */ˈdɪːkæf/)<br />
<a href="https://lexikographieblog.wordpress.com/2012/07/15/blogspektrogramm-die-funfzehnte-juni-2012/" target="_blank">Blogspektrogramm #15</a> (im lexikographieblog)<br />
<a href="http://schplock.wordpress.com/2012/08/17/blogspektrogramm-16/" target="_blank">Blogspektrogramm #16</a> (im [ʃplɔk])</p>
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		<title>Neues von den Humorterroristen</title>
		<link>http://www.extraflach.de/blog/2012/08/08/neues-von-den-humorterroristen/</link>
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		<pubDate>Wed, 08 Aug 2012 08:45:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Susanne Flach</dc:creator>
				<category><![CDATA[Phonologie]]></category>
		<category><![CDATA[Sprachen & Dialekte]]></category>
		<category><![CDATA[Sprachgebrauch]]></category>
		<category><![CDATA[Sprachkritik]]></category>
		<category><![CDATA[Varietät]]></category>
		<category><![CDATA[VDS]]></category>

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		<description><![CDATA[Erleichterung könnte sich breit machen: Es gibt derzeit nicht nur Olympia. Halt, moment… Die Humorterroristen vom Verein Deutsche Sprache (VDS) melden sich im Fokus zu Wort, weil sie wieder nen Preis erfunden und unters Journalistenvolk gejubelt haben („Dschammeeka-Preis“). Damit kritisieren sie einen ARD-Reporter aufgrund dessen angeblicher und angeblich falscher Aussprache von Jamaika*: „Ich habe nichts [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Erleichterung könnte sich breit machen: Es gibt derzeit nicht nur Olympia. Halt, moment…</p>
<p>Die Humorterroristen vom Verein Deutsche Sprache (VDS) melden sich im <a href="http://www.focus.de/panorama/welt/verein-deutsche-sprache-rueffelt-ard-reporter-sprachpuristen-wollen-deutsche-aussprache-auch-bei-olympia_aid_795476.html" target="_blank">Fokus</a> zu Wort, weil sie wieder nen Preis erfunden und unters Journalistenvolk gejubelt haben („Dschammeeka-Preis“). Damit kritisieren sie einen ARD-Reporter aufgrund dessen angeblicher und angeblich falscher Aussprache von <em>Jamaika</em>*:</p>
<blockquote><p>„Ich habe nichts dagegen, wenn Reporter Länder in ihrer jeweiligen Landessprache aussprechen. Dann hieße die Insel aber ‚Dschömeika‘“, belehrte Krämer den Reporter. „Dschammeeka“ würden den Namen vor allem Amerikaner aussprechen.</p></blockquote>
<p>Seufz. Was Krämer hier mutmaßlich versucht, ist die Aussprache des ersten Vokal als [ɐ] bzw. [ə] zu kritisieren, wo es doch eigentlich [ø:] heißen soll. Und beim zweiten Vokal hauen wir mit [e:] daneben, obwohl es natürlich [aɪ] heißen soll (vermutlich meint er aber [eɪ]). (Um den Zweifelsfall beim Anlautkonsonanten [tʃ], [dʒ] oder [j] geht’s ihm offenbar nicht.) Demnach entspräche [dʒɐme:kɐ] bzw. [dʒəme:kə] nur der amerikanischen Aussprache, nicht der »jeweiligen Landessprache«, die angeblich also [dʒø:meɪkə] heißen soll.</p>
<p>Abgesehen davon, dass der gerundete Vokal [ø:] in jamaikanischen Varietäten des Englischen gar nicht vorkommt und [e] hier keinen Diphthong [eɪ] bildet (Devonish &amp; Harry 2004), fragen wir doch einfach jemanden, der sich mit der Landessprache in Jamaika auskennt:</p><iframe class='youtube-player youtuber' type='text/html' width='425' height='355' src='http://www.youtube.com/embed/F6syBXasM-8?rel=0&amp;fs=1' webkitAllowFullScreen mozallowfullscreen allowFullScreen frameborder='0'></iframe><p>Wenn ich mich nicht mehrfach verhört habe, ist da weder [ø:] noch [eɪ].</p>
<p><em>*Der ARD-Reporter zeigt sich überrascht - und will es nicht gewesen sein. Ob Sie’s waren oder nicht, ist aber egal, lieber Herr Hark, natürlich haben Sie den Preis nicht verdient. Aber sagen Sie das nicht zu laut, man könnte Ihnen vorwerfen, Sie würden Humorterroristen ernst nehmen.</em></p>
<h4>Literatur</h4>
<p>Devonish, Hubert &amp; Otelemate G. Harry. 2004. Jamaican Creole and Jamaican English: phonology. In: Bernd Kortmann &amp; Edgar W. Schneider [Hrsg]. <em>A Handbook of Varieties of English. Volume 1: Phonology</em>. De Gruyter: 450-480.</p>
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		<title>Das weibliche Airbus</title>
		<link>http://www.extraflach.de/blog/2012/07/25/das-weibliche-airbus/</link>
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		<pubDate>Wed, 25 Jul 2012 19:54:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Susanne Flach</dc:creator>
				<category><![CDATA[Morphologie]]></category>
		<category><![CDATA[Sprachen & Dialekte]]></category>
		<category><![CDATA[Sprachgebrauch]]></category>
		<category><![CDATA[A380]]></category>
		<category><![CDATA[Femininum]]></category>
		<category><![CDATA[Genus]]></category>
		<category><![CDATA[Geschlecht]]></category>

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		<description><![CDATA[Am Dienstag wäre Amelia Earhart 115 Jahre alt geworden. Zeit, sich mal damit zu beschäftigen, welches Genus Flugzeuge denn so haben. Denn vermutlich vergeht keine Einführung in die Englische Linguistik ohne den Zusatz, dass das auf biologischem Geschlecht beruhende Genussystem des Englischen Ausnahmen zulässt: Schiffe, Autos und Flugzeuge sind da angeblich gerne mal feminin. Zum [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am Dienstag wäre Amelia Earhart 115 Jahre alt geworden. Zeit, sich mal damit zu beschäftigen, welches Genus Flugzeuge denn so haben. Denn vermutlich vergeht keine Einführung in die Englische Linguistik ohne den Zusatz, dass das auf biologischem Geschlecht beruhende Genussystem des Englischen Ausnahmen zulässt: Schiffe, Autos und Flugzeuge sind da angeblich gerne mal feminin.</p>
<p>Zum Englischen kommen wir später - schauen wir mal kurz ins Deutsche: <span id="more-3766"></span>Den aktuellen Antrieb für diesen Beitrag lieferte ein Thementag auf 3sat am Sonntag rund um den Frankfurter Flughafen. Ob das zu Ehren von Amelia Earhart geschah, darf bezweifelt werden. Nun denn: Unbestritten ist für unser Sprachgefühl, dass Flugzeuge gewöhnlich im Femininum stehen: <em>die Concorde</em>, <em>die Boeing</em> oder <em>die Cessna</em>. Dass dann, äh, <em>der Airbus</em> ein Maskulinum ist, ist auch noch recht einfach mit dem morphologischen System des Deutschen erklärbar, da der Kopf eines Kompositums das Genus der ganzen Einheit bestimmt<em></em>: <em>die Tür</em> und <em>der Knauf</em> ergeben <em>der Türknauf</em>. Bei <em>der Airbus</em> überstimmt die morphologische Genuszuweisung (von <em>der Bus</em>) also das des Wortfeldmusters.</p>
<p>Aber was machen wir mit »A380«? Ganz ehrlich? Ich wäre im Traum nicht drauf gekommen, das Ding <em>die A380</em> zu nennen und vermutlich dürfte es dem großen Rest der Sprachgemeinschaft ganz ähnlich gehen (abzüglich der technikaffinen Fraktion der Klugscheißenden). Für <em>der A380</em> stand vermutlich <em>der Air<span style="text-decoration: underline;">bus</span> 380</em> Modell - und das ist ein Maskulinum. Aber <em>die A380</em> ist die Bezeichnung, die Airbus und Lufthansa für ihre Airbusflotte verwenden. Dazu später mehr.</p>
<p>Wie sieht’s denn nun aus im Sprachgebrauch? Das ZEIT-Korpus (via DWDS) spuckt für A380 zwischen 2000 und 2009 etwa 360 Belege aus, die nach phrasen- und nicht genusmarkierten Vorkommen bereinigt (N=223) ungefähr so verteilt sind:</p>
<p><a href="http://www.extraflach.de/blog/wp-content/uploads/2012/07/a380.png"><img class="aligncenter size-full wp-image-3789" title="a380" src="http://www.extraflach.de/blog/wp-content/uploads/2012/07/a380.png" alt="" width="481" height="289" /></a></p>
<p>Bis auf das Jahr 2007 könnte die Interpretation als gesichert gelten, wonach <em>der A380</em> im allgemeinen Sprachgebrauch die häufigste Verwendung ist. Die ungewöhnliche Häufung des Femininums im Jahr 2007 könnte damit zusammenhängen, dass im Oktober jenes Jahres die erste Maschine in den Liniendienst gestellt wurde und dementsprechend viele Jubelpressemitteilungen von Airbus bei JournalistInnen das Femininum herausgekitzelt haben könnten (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Priming_%28Psychologie%29" target="_blank"><em>priming</em></a>). Das ist jetzt nur eine Vermutung, auch da die Vorkommen von <em>die A380</em> im ZEIT-Korpus nicht nach bloßer Übernahme von Pressemeldungen aus dem Konzern aussehen.</p>
<p>Ändert man die Suchanfrage auf A3* (wonach also auch A320, A350 oder A3xx [Projektnamen des A380] gefunden werden), und filtert wie oben alle Phrasen, Komposita und unmarkierten Fundstellen raus, sieht das so aus:</p>
<p><a href="http://www.extraflach.de/blog/wp-content/uploads/2012/07/a3xx.png"><img class="aligncenter size-full wp-image-3790" title="a3xx" src="http://www.extraflach.de/blog/wp-content/uploads/2012/07/a3xx.png" alt="" width="481" height="309" /></a></p>
<p>Ein uneinheitliches Bild - und so gesichert wie auf der Grafik von oben ist die Interpretation des Sprachgebrauchs gar nicht mehr, so auf den ersten Blick. Beginnend in den 1980ern (sorry für die potentiell verwirrende Auflistung 1982, 1985, 1993) ist das Femininum tatsächlich meist die häufigere Version, obgleich die Fallzahlen sehr klein sind. Dies mag daran liegen, dass in dieser Zeit meist ein Substantiv der Modellnummer vorangeht und diese Belege aus dieser Suche natürlich ausgeklammert wurden: in den meisten Fällen der Hersteller Airbus (<em>der Airbus 320</em>). So entsteht der Eindruck, früher wäre weniger über Airbus berichtet worden. Das ist nicht ganz falsch, aber die Grafik stellt das etwas zu verzerrt da. Was man trotzdem oder gerade deshalb sagen kann: Der Eigennamencharakter von <em>A3xx</em> stellt sich erst mit Ende der 1990er ein.</p>
<p>Die Zahlen für 2009 sind interessant, weil sie eine Zunahme des Feminimums suggerieren. Verfizieren lässt sich das an diesen Daten nicht weiter, weil für 2010 und 2011 keine Daten aus der ZEIT vorliegen. Stichpunktartige Suchen für 2010 über COSMAS II ergeben z.B. 5:4 für das Maskulinum in der Hannoverschen Allgemeinen, 10:7 in der Braunschweiger Zeitung und einen deutlichen Sieg von 37:0 fürs Maskulinum<em></em> in der Hamburger Morgenpost - wirklich festlegen auf eine Tendenz sollte man sich da nach 2009 also nicht. Es könnte sich um Genre- bzw. Registervariation handeln - aber ich möchte der Hannoverschen Allgemeinen nicht Unrecht tun oder die Mopo beleidigen.</p>
<p>Aber wenn man sich beim 2009er Ausschlag anguckt, was in diesem Jahr für Airbus so in der Presse los war, wird klar, dass sich die meisten dieser Treffer der zweiten Grafik auf den Flug der Air France beziehen, der im Juni 2009 vor der brasilianischen Küste vom Radar verschwand. Die Unfallursachen bzw. Spekulationen darüber waren sehr technisch und könnten deshalb journalistisch von Luftfahrtexperten begleitet worden sein, die sich am Fachsprachengebrauch von Unfallberichten oder Pressemeldungen orientierten, wonach Airbusbezeichnungen mit Eigennamencharakter nahezu ausnahmslos feminin sind.</p>
<p>Und das mit dem Fachsprachengebrauch geht so:</p>
<p>Eine Germanistikstudentin im Grundstudium der Universität Duisburg-Essen hatte die Entdeckung gemacht, dass in EADS/Airbus-Pressemitteilungen immer vom A380 in der femininen Form die Rede ist. Also hat sie sich an den Konzern gewandt. Ein zuständiger Webredakteur hat ihr wie folgt geantwortet:</p>
<blockquote><p>…leider gibt es zum Thema keine Literatur, die sich heranziehen lässt, nur der Umstand kann angeführt werden, dass das Unternehmen Airbus vor einigen Jahren intern entschieden hat, bei Produktnamensnennungen mehr oder weniger die Umgangssprache zu adaptieren. …</p>
<p>So heißt es »der Airbus A380«, aber »die A380«. Warum? Es gibt keinen Grund oder Erklärung. Ja, das umgangsprachliche Deutsch ist hier unscharf und ungenau. …</p>
<p>Vielleicht ist es ein Stückchen norddeutsche Eigenart, sich nicht immer vollständig an die Regeln des weiter südlich redigierten Dudens zu halten, vielleicht ein Einfluss aus dem Vereinigten Königreich auf die Schiff- und Flugzeugbautradition der Hanse- und Hafenstädte Hamburg und Bremen - der Volksmund fühlt sich anscheinend bei der Verwendung der weiblichen Form, wenn  nicht vorher der Firmenname geführt wird, einfach wohler.</p>
<p>(Die E-Mail-Korrespondenz kann <a href="http://www.linse.uni-due.de/linse/esel/pdf/EADS_der_oder_die_Airbus.pdf" target="_blank">hier</a> nachgelesen werden.)</p></blockquote>
<p>Da tritt er reichlich geschwurbelt gleich in mehrere Fettnäpfchen.</p>
<p>Zunächst: Rals Chapman, der immerhin als »Corporate Communicator« mutmaßlich für die Unternehmenkommunikation bei EADS zuständig ist, hat in seiner Antwort die Frage der Studentin gar nicht beantwortet, vermutlich hat er sie nicht mal verstanden: die Beobachtungen der Studentin haben nämlich ergeben - und das schildert sie ihm auch -, dass Airbus in Pressemitteilungen die feminine Form verwendet, während im allgemeinen Sprachgebrauch die maskuline Form vorherrscht (mit Ausnahme von Artikeln »auf der Wikipedia-Homepage«). Irgendwie irrt er dann aber richtig im Regen umher, bringt gleich noch mal ein paar kulturelle Plattitüden ins Spiel und gibt im Vorbeigehen der DUDEN-Redaktionen eine mit.</p>
<p>(Die Studentin sagt, der Online-DUDEN empfehle »der A380« - das kann ich auf duden.de nicht nachvollziehen.)</p>
<p>Airbus hat sich aber mitnichten an den Sprachgebrauch angepasst. Und Chapman liegt dann auch gleich vierfach daneben, wenn er sagt, man habe bei Airbus die Umgangssprache adaptiert, der »Volksmund fühle sich mit der weiblichen Form … wohler« (tut der Volksmund ja gerade nicht), es gebe »keinen Grund oder Erklärung« für die Variation und dann behauptet, das umgangssprachliche Deutsch sei »ungenau«.</p>
<p>Aber beginnen wir mit dem internen, dem Fachsprachengebrauch. Dazu hätte ich gerne Pressemeldungen von Airbus durchsucht, aber die liegen momentan nur auf Englisch vor, die deutsche Webseite von Airbus ist im Um- oder Aufbau. Also greife ich zum Lufthansa Bordmagazin, das auf <a href="http://www.lhm-lounge.de/" target="_blank">dieser Seite</a> für die Ausgaben seit 2008 im Archiv vorliegt, und suche über Google nach</p>
<ul>
<li><code>die A380</code> (65 Treffer ohne Dopplungen)</li>
<li><code>der A380</code> (61 Treffer ohne Dopplungen, alle fem.GEN)</li>
<li><code>dem A380</code> (2 Treffer, nur Komposita: <em>dem A380-Simulator</em>)</li>
<li><code>den A380</code> (2 Treffer, nur Komposita: <em>den A380-Prototyp</em>)</li>
</ul>
<p>Einzig für <code>des A380</code> findet sich <a href="http://www.lhm-lounge.de/beitrag_3454285.html" target="_blank">ein einziger Treffer</a>: <em>…auf den bevorstehenden Einsatz <span style="text-decoration: underline;">des A380</span> in der Lufthansa Flotte</em>. Bei etwa 130 genusmarkierten Verwendungen nur ein einziges Maskulinum - spricht eine recht deutliche Fachsprache. Wenn wir also auch den allgemeinen Sprachgebrauch nicht so eindeutig empirisch belegen können, die Fachsprache können wir durchaus festnageln.</p>
<p>Aber eigentlich ist die Frage eine ganz andere: Erklärungsbedüftig ist nämlich nicht der Fachsprachgengebrauch <em>die A380</em>, sondern der allgemeine Sprachgebrauch <em>der A380</em>. Warum? Weil wir auch in der Umgangssprache vergleichbaren Flugzeugmodellen in der Regel das Femininum zuweisen, mit der Ausnahme solcher Begriffe wie <em>Eurofighter</em> oder <em>Tiger</em> (lässt uns Herr Chapman wissen, worunter auch <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Airbus_Beluga" target="_blank"><em>die Beluga</em></a> fällt - was für mich als <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Beluga_%28whale%29" target="_blank"><em>der Beluga</em></a> aber in die gleiche Kategorie wie <em>der Tiger</em> fallen würde, aber nun gut). So sagen wir <em>die B52</em> oder <em>die DC10</em> - und alle 26 Treffer im DWDS-Kernkorpus für <em>747</em> sind ausnahmslos im Femininum. Bei letzterer ist es sogar wurscht, ob noch ein B davor steht (als Analogiebeispiel für <em>A380</em>). Es bleibt <em>die B-747</em>. So bleibt <em>der A380</em> als Außenseiter stehen - nicht <em>die A380</em> der Fachsprache, die dem generellen Muster widerspruchslos folgt.</p>
<p>Wer also versuchen würde, <em>die A380</em> als Abweichung erklären zu wollen, dem könnten Argumente einfallen wie »naja, ist halt auch <em>die Maschine</em>« - mit der gleichen Begründung könnte man auch irgendwo mal <em>das A380</em> erwarten, immerhin ist es ja <em>das Flugzeug</em> und somit semantisch viel näher dran. Das führt aber zu nix, weil solche Erklärungsversuche zwangsweise kreisläufig sind (die sich aber im Laienpublikum großer Beliebtheit erfreuen und dementsprechend für viel Verwirrung sorgen können).</p>
<p>Plausibler ist es vielmehr, den allgemeinen Sprachgebrauch, der dem Muster des Wortfelds eben nicht folgt, zu betrachten, also <em>der A380</em> mit der konzeptuellen Nähe zu <em>der Airbus 380</em> oder auch <em>der Airbus A380</em> in Verbindung zu bringen und so zu erklären. Denn in gut einem Drittel aller Vorkommen mit <code>A380</code> (z.B. DWDS) ist der Modellnummer noch der Hersteller bzw. die volle Modellbezeichnung vorangestellt, in diesem Fall eben <em>Airbus</em>. Wir »denken« uns quasi den maskulinen Bus davor, wenn wir von <em>dem A380</em> sprechen.</p>
<p>Oder anders gesagt: Der Eigennamencharakter, der auch <em>die 747</em>, <em>die Fokker</em>, <em>die Titanic</em> oder <em>die Queen Mary II</em> motiviert, ist im allgemeinen Sprachgebrauch für die Airbusflotte noch nicht in dem Maße angekommen, wie dort, wo Airbusse gebaut, geflogen oder analysiert werden. So einfach sieht’s aus.</p>
<h3>Und im Englischen so?</h3>
<p>Tja - jetzt wird es ein bisschen haarig. Vorweg: Das englische Genussystem basiert auf biologischem Geschlecht, nicht auf grammatischem (siehe z.B. auch <a href="http://www.extraflach.de/blog/2011/07/03/bastian-sick-und-die-schirie-pfeifin/" target="_blank">hier</a>). Flugzeuge werden neben Schiffen und Autos aber generell gerne als Beispiele genannt, wenn das Englische im Genussystem Ausnahmen zulässt. Wer kennt sie nicht, die Phrase: <em>The Titanic sank on her maiden voyage</em>?</p>
<p>Es war aber in den letzten Tagen <del>unglaublich schwierig</del> unmöglich, für <em>plane</em>/<em>airplane</em>/<em>aeroplane</em>/<em>aircraft</em> und dem Pronomen <em>she</em>/<em>her</em> Belege zu finden - ich würde sogar so weit gehen, die These aufzustellen, dass auf Flugzeuge überhaupt nicht im Femininum referenziert wird. Und falls doch, dann müsste es eine außergewöhnlich emotionale Färbung oder eine sehr spezielle gesprochensprachliche Umgebung aufweisen. Belege habe ich nicht gefunden, obgleich sie meinem Sprachgefühl nach möglich sind: »She’s a beauty alright!«.</p>
<p>Erstes Suchgebiet: Korpora. BNC und COCA liefern entweder nicht genug Kontext oder zuviele Treffer. Ein Behelfskniff: nach Pronomenkollokaten (9;9) suchen und dann die Treffer für <em>she</em>/<em>her</em> anschauen. Ergebnis: keine Treffer (hier für eine exemplarische Suche nach dem »mündlichsten« Ausdruck <em>plane</em>). Zum Vergleich: mit der gleichen Methode lassen sich für <em>titanic</em> sofort auch bei kurzer Durchsicht einige Belege finden, z.B.:</p>
<blockquote><p>Many people called <em><span style="text-decoration: underline;">her</span></em> »the wonder ship.« Others said Titanic was the best ship ever built. Some even believed <span style="text-decoration: underline;"><em>she</em></span> was too strong to sink!</p>
<p>(COCA: Susan E Goodman. 2004. Return to Titanic. <em>National Geographic</em> 4 (3): 4.)</p></blockquote>
<p>Zweites Suchgebiet: Das <a href="http://travelinsider.qantas.com.au/" target="_blank">Bordmagazin</a> der Qantas (neben Singapore Airlines die einzige Airline aus dem englischsprachigen Raum, die bereits mit A380 im Liniendienst fliegt), ähnlich dem Versuch, der Fachsprache bei Lufthansa auf die Spur zu kommen. Auch hier: keine Treffer in einer zugegebenermaßen sehr oberflächlichen Suche, noch nicht mal <em>it</em>-Anaphern oder -Kataphern konnte ich finden.</p>
<p>Drittes Suchgebiet: TV-Dokumentationen. Für den Mangel an Treffern (in die eine wie die andere Richtung) in Suchgebieten 1 &amp; 2 mag vielleicht verantwortlich gewesen sein, dass man sich gar nicht mit dem A380 an sich auseinandersetzt. Also hab ich mir eine englische Dokumentation des Discovery Channel (2005/6, <a href="http://www.youtube.com/watch?v=uDAT_3-zpJg" target="_blank">»Building the A380«</a>) und eine von National Geographic (2005, <a href="http://www.youtube.com/watch?v=rFj_tHBlmFQ" target="_blank">»Megastructures</a>«, Episode 25) angesehen. Ich bin nicht chronologisch vorgegangen, habe z.B. bei der ersten Dokumentation direkt in Teil 4 reingelinst, bei der zweiten hab ich mir nur die ersten zehn Minuten angetan. Aber auch hier: kaum eine Referenz mit Personalpronomen. Naja, gut, bis auf acht <em>it</em>-Anaphern bei Discovery Channel und drei aus der National Geographic. Aber <em>she</em>/<em>her</em>? Fehlanzeige. Zum Vergleich: in zwei Dokus der <a href="http://www.youtube.com/watch?v=kA-alf-IKTM" target="_blank">ARD</a> und von <a href="http://www.youtube.com/watch?v=gTj1rbXIejw" target="_blank">Spiegel-TV</a> ist <em>A380</em> in den ersten acht Minuten jeweils acht von acht mal (ARD), bzw. drei von vier Mal (Spiegel-TV) feminin. Bei Spiegel-TV beginnt man mit »Er ist der Gigant der Lüfte«, nutzt dann noch ein Mal <em>der A380</em> und spricht dann in der Folge von <em>die A380</em>.</p>
<p>Man hätte die Suche auch deutlich abkürzen können: Im <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/A380" target="_blank">englischen Wikipedia-Eintrag zum A380</a> finden sich <em>she</em> und <em>her</em> nicht ein einziges Mal. Zum hinkenden Vergleich: Der <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Titanic" target="_blank">Wikipedia-Artikel für<em> Titanic</em></a>, der etwa doppelt so lang ist, hat 39 Vorkommen für <em>she</em> und gar 73 für <em>her</em>. Mögliches Störfeuer dieser Suche wären natürlich weibliche Personen - aber bis auf Molly Brown dürften Frauen kaum irgendeine eine Rolle gespielt haben. Die Richtung dürfte deutlich sein: Schiffe: Ja, durchaus. Flugzeuge: Nö, vermutlich nicht.</p>
<p>(Die Franzosen stehen übrigens vor nahezu exakt dem gleichen Problem: dort ist der (Air)Bus auch ein Maskulinum, <em>le bus</em>. Die Analyse, ob A380 <em>le</em> oder <em>la</em> ist, ist nicht so einfach [wegen <em>l’A380</em> für beide Genera], aber die Suche nach <em>du A380</em> [<em>m</em>.] liefert nur einen Bruchteil der Ergebnisse für <em>de l’A380</em> [<em>f</em>.] [site:fr, etwa 4.000:350.000] - also hier scheint es sich anders als bei uns auch im allgemeinen Sprachgebrauch um ein Femininum zu handeln.<br />
<em>SF: Hier hatte ich bis gerade eben einen Zählfehler - es sind etwa 4000 Treffer für </em>du A380. Danke an Jens!)</p>
<h3>Fazit</h3>
<p>Was lehrt uns das?</p>
<p>Das Sprachgefühl der Studentin (und ihres Dozenten) war korrekt. Die Antwort des Corporate Communicators war hingegen völlig uninformiert, verwirrend und widersprüchlich - wenn nicht sogar eine Spur herablassend. Aha - die Norddeutschen sind eigentümlich und halten sich nicht so gerne an die Regeln des »weiter südlich redigierten Dudens«? Mit Verlaub - die klare Präferenz der Mopo von 37:0 maskuliner Formen nur für 2010 sprechen eine ziemlich klare Sprache für den Sprachgebrauch der Norddeutschen. Immerhin war die Mopo ja lange sowas wie ein Watchblog für das Gewühle im Mühlenberger Loch. Also bitte!</p>
<p>Umgekehrt wird ein Schuh draus: Die Norddeutschen folgen dem allgemeinen Sprachgebrauch sogar ziemlich gut. (Chapman hat hier gleich mehrere Dinge missverstanden: Die Ausgangsfrage, die Sprachverwendung von <em>A380</em> - und, wie viele Laien natürlich, die Art, wie der DUDEN arbeitet. Aber sparen wir uns das für einen Beitrag nach der Sommerpause auf.)</p>
<p>Chapman führt ja auch den Sprachgebrauch des Vereinigten Königreichs in der Schiffs- und Flugzeugproduktion ins Feld. Aber leider gibt es in den doch oberflächlichen Suchen so gut wie keine Hinweise dafür, dass Flugzeuge im Englischen auf breiter Basis mit sogenannten <em>gendered pronouns</em> verwendet werden - wiederholter <em>it’s a she!</em>-Proklamationen zum Trotz. Vermutlich lassen sich solche Belege nur mit Elizitations- oder Akzeptanztests abfragen. Korpussuchen bleiben hier blass - oder müssen die These zulassen, dass es bei diesem Phänomen um wirklich sehr eingeschränkte Verwendungskontexte geht.</p>
<p>Airbus verwendet <em>die A380</em> eben innerhalb der Konventionen der Fachsprachen mit Eigennamencharakter. Diese folgt dem Muster der Genuszuweisung des Wortfelds für Flugzeuge. Die Sprachgemeinschaft macht es, wenn sie <em>der A380</em> sagt, überwiegend nach einem morphologischem Muster mit dem Vorbild <em>der Airbus 380</em>. Was daran unscharf und ungenau für die Umgangssprache sein soll, erschließt sich mir nicht.</p>
<p>Und ne plausible Erklärung für die Variation haben wir auch gefunden. Hauen Sie das demnächst der Klugscheißfraktion um die Ohren.</p>
<p>Davon abgesehen: Natürlich will ich bald mal mit <strong>dem </strong>A380 fliegen.</p>
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		<title>Blogspektrogramm #14</title>
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		<pubDate>Fri, 15 Jun 2012 06:40:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sf</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blogspektrogramm]]></category>
		<category><![CDATA[Fragen Sie Dr. Bopp]]></category>
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		<description><![CDATA[Im neuen Blogspektrogramm für den Monat Mai sind fast alle wieder an Deck. Immerhin befinden wir uns mittlerweile recht komfortabel im zweiten Jahr des größten und umfassendsten Rundumblicks aus der deutschen Sprachblogssphäre. Wenn das kein Grund zum monatlichen Rundumblick wäre! Den Reigen soll Michael Mann vom lexikographieblog eröffnen, der in Von Stundenkilometern und Newtonmetern all [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.extraflach.de/blog/wp-content/uploads/2011/07/blog-spektrogramm_150.png"><img class="alignleft size-full wp-image-3005" title="Blogspektrogramm" src="http://www.extraflach.de/blog/wp-content/uploads/2011/07/blog-spektrogramm_150.png" alt="Blogspektrogramm" width="150" height="150" /></a>Im neuen Blogspektrogramm für den Monat Mai sind fast alle wieder an Deck. Immerhin befinden wir uns mittlerweile recht komfortabel im zweiten Jahr des größten und umfassendsten Rundumblicks aus der deutschen Sprachblogssphäre. Wenn das kein Grund zum monatlichen Rundumblick wäre!</p>
<p>Den Reigen soll Michael Mann vom lexikographieblog eröffnen, der in <a href="http://lexikographieblog.wordpress.com/2012/05/18/von-stundenkilometern-und-newtonmetern/" target="_blank">Von Stundenkilometern und Newtonmetern</a> all den Neunmalklugen antwortet, die nicht müde werden zu sagen, dass <em>Stundenkilometer</em> ein falscher Ausdruck sei. Fachsprachlich mag man den Physikern zustimmen - aber eben nicht aus der sprachgemeinschaftlichen Perspektive. Fast schon ein Klassiker der Sprachkritik.</p>
<p>Kristin Kopf vom Schplock kümmert sich in <a href="http://schplock.wordpress.com/2012/05/17/keiner-mag-sachsisch/" target="_blank">Keiner mag Sächsisch</a> um die Frage, warum Sächsisch in Umfragen zu Dialekwahrnehmung tatsächlich immer so schlecht wegkommt. Die Antwort bleibt schwierig, der Post ist aber ein großartiger Einblick in das Eigene und das Fremde. Achtung: Enthält Daten!</p>
<p>Musikalisch-kulinarische Inspiration liegt dem Beitrag von Stephan Bopp (Fragen Sie Dr. Bopp!) zugrunde, wenn er aufgrund eines Schlagers konsterniert konstatiert: <a href="http://canoo.net/blog/2012/05/16/wenn-carne-sich-auf-sahne-reimt/" target="_blank">Wenn Carne sich auf Sahne reimt</a>.</p>
<p>Anatol Stefanowitsch versorgt die interessierten LeserInnen seit einiger Zeit freitäglich mit den Sprachbrocken - ein manchmal loses, manchmal thematisches Gruselkabinett mit kuriosen Meldungen zur Sprache. In Ausgabe <a href="http://www.scilogs.de/wblogs/blog/sprachlog/allgemein/2012-05-25/sprachbrocken-2012-21-1" target="_blank">20.1/2012</a> geht’s unter anderem um den fast schon niedlichen Versuch des Verein Deutsche Sprache (VDS), Umfragen zu Anglizismen »anwaltlich beglaubigen« zu lassen.</p>
<p>In einem kleinen Aufreger kümmert sich Dirk Müller um die <a href="http://www.interkorrektor.de/sprachblog-buerokratisches-monster.php" target="_blank">Monster unter uns</a> (also, äh, die Monster in der Sprache). Bürokratische Monster!</p>
<p>Um einen Rant geht es auch Kilian Evang vom <a href="http://texttheater.net/" target="_blank">Texttheater</a>. Er übernimmt für Mai die Patenschaft für einen ganz besonders feinen Leckerbissen im Vorurteileaufarbeitenundzerstören: So ziemlich alles, was so über Chinesisch und chinesische Schriftzeichen geschrieben wird, ist falsch. Findet man in <a href="http://pinyin.info/news/2010/chinese-characters-like-wow/" target="_blank">Chinese Characters: like, wow.</a> von Pinyin News.</p>
<p>Bei mir gings bei <a href="http://www.extraflach.de/blog/2012/05/06/du-sie-mullers-vieh/" target="_blank">Du, Sie, Müllers Vieh</a> ums Siezen im Englischen. Oder was viele dafür halten.</p>
<p>Viel Spaß und bis zur Nr. 15!</p>
<p>--<br />
Bis­her erschie­nene Aus­ga­ben:<br />
<a href="http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/sprachlog/allgemein/2011-05-16/blogspektrogramm-1">Blog­spek­tro­gramm #1</a> (im Sprach­log)<br />
<a href="http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/sprachlog/allgemein/2011-06-15/blogspektrogramm-2">Blog­spek­tro­gramm #2</a> (im Sprach­log)<br />
<a href="http://blog.extraflach.de/2011/07/15/blogspektrogramm-3/">Blog­spek­tro­gramm #3</a> (bei */ˈdɪːkæf/)<br />
<a href="http://texttheater.net/blogspektrogramm-4">Blog­spek­tro­gramm #4</a> (im text­thea­ter)<br />
<a href="http://schplock.wordpress.com/2011/09/15/blogspektrogramm-5/">Blog­spek­tro­gramm #5</a> (im [ʃplɔk])<br />
<a href="http://schplock.wordpress.com/2011/10/21/blogspektrogramm-6/">Blog­spek­tro­gramm #6</a> (im Sprach­log)<br />
<a href="http://lexikographieblog.wordpress.com/2011/11/15/blogspektrogramm-die-siebte-oktober-2011/">Blog­spek­tro­gramm #7</a> (im lexi­ko­gra­phieb­log)<br />
<a href="http://blog.extraflach.de/2011/12/16/blogspektrogramm-8/" target="_blank">Blog­spek­tro­gramm #8</a> (bei */ˈdɪːkæf/)<br />
<a href="http://texttheater.net/blogspektrogramm-9">Blog­spek­tro­gramm #9</a> (im text­thea­ter)<br />
<a href="http://schplock.wordpress.com/2012/02/15/blogspektrogramm-10/" target="_blank">Blog­spek­tro­gramm #10</a> (im [ʃplɔk])<br />
<a href="https://lexikographieblog.wordpress.com/2012/03/19/blogspektrogramm-die-elfte-februar-2012/" target="_blank">Blog­spek­tro­gramm #11</a> (im lexi­ko­gra­phieb­log)<br />
<a href="http://schplock.wordpress.com/2012/04/21/blogspektrogramm-12/" target="_blank">Blog­spek­tro­gramm #12</a> (im [ʃplɔk])<br />
<a href="http://texttheater.net/blogspektrogramm-13/comment-page-1#comment-35976" target="_blank">Blog­spek­tro­gramm #13</a> (im text­thea­ter)</p>
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		<title>Wales in Worten</title>
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		<pubDate>Sat, 02 Jun 2012 07:31:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Susanne Flach</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sprachen & Dialekte]]></category>
		<category><![CDATA[Wales]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich war letztens kurzentschlossen eine Woche in Wales. Ein paar linguistische Eindrücke sind erwähnenswert - ein kleiner Feldforschungsbericht. Wales brüstet sich mit dem »längsten offiziellen Ortsnamen der Welt«, der - man ahnt es - vor über 100 Jahren künstlich erschaffen wurde, um den Tourismus anzukurbeln. Offenbar profitiert man immer noch davon, obwohl ich betonen möchte, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich war letztens kurzentschlossen eine Woche in Wales. Ein paar linguistische Eindrücke sind erwähnenswert - ein kleiner Feldforschungsbericht.</p>
<p><span id="more-3673"></span>Wales brüstet sich mit dem »längsten offiziellen Ortsnamen der Welt«, der - man ahnt es - vor über 100 Jahren künstlich erschaffen wurde, um den Tourismus anzukurbeln. Offenbar profitiert man immer noch davon, obwohl ich betonen möchte, dass sich Llanf--- (flamin‹ hell!) nicht auf meiner To-See-Liste befand (genaugenommen befand sich nichts auf der Liste). Llanfairpwll­gwyngyllgogery­chwyrndrobwll­llantysilio­gogogoch befindet sich auf der Insel Anglesey im Nordwesten Wales. Oder anders: Auf der Zugstrecke zwischen Bangor und Holyhead. Und hätte ich nicht aufgepasst, wäre Llanfairpw-- an mir vorbeigerauscht. (Kennen Sie die »request stops« bei Bussen? Ja? In angelsächsischen Ländern, wo man den Arm ausstrecken muss, um den Bus heranzuwinken? In Wales gilt das aufm Land auch für Züge.)</p>
<p>Nun denn, es gibt tausend Webseiten, die eine ungefähre Entsprechung des Ortsnamen haben, ich hab mich mit einem vergleichsweise ordentlichen <a href="http://www.geiriadur.net/" target="_blank">Online-Wörterbuch</a> mal dran versucht, ein Gloss zu erstellen - aber ich muss dazu sagen, dass mir das nur leidlich gelingt, da ich von keltischen Sprachen an sich wenig Ahnung habe (und sich Walisisch von Irisch und Scots Gaelic dann doch deutlich unterscheidet, s.u.):</p>
<table style="width: 407px; height: 120px;" border="0">
<tbody>
<tr>
<td><em>Llan-</em></td>
<td><em>fair-</em></td>
<td><em>pwll-</em></td>
<td><em>gwyn-</em></td>
<td><em>gyll-</em></td>
<td><em>go-</em></td>
<td><em>ger-</em></td>
<td><em>y-</em></td>
<td><em>chwyr-</em></td>
<td><em>n-</em></td>
</tr>
<tr>
<td>village/<br />
parish</td>
<td></td>
<td>pool</td>
<td>white</td>
<td>hazel</td>
<td>rather</td>
<td>near</td>
<td>the</td>
<td>rapid</td>
<td> ?</td>
</tr>
<tr>
<td></td>
<td></td>
<td></td>
<td></td>
<td></td>
<td></td>
<td></td>
<td></td>
<td></td>
<td></td>
</tr>
<tr>
<td><em><strong>d</strong>robwll-</em></td>
<td><em>llan-</em></td>
<td colspan="2"></td>
<td colspan="2"><em></em><em>tysilio-</em><em></em></td>
<td><em>go-</em><em></em></td>
<td><em>go-</em></td>
<td><em><strong>g</strong>och</em></td>
<td></td>
</tr>
<tr>
<td>whirlpool</td>
<td colspan="3">village/parish</td>
<td colspan="2">(St. Tysilio)</td>
<td style="text-align: center;" colspan="2">cave (?, <em>ogof</em>-)</td>
<td>red</td>
<td></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>Allgemein wird eine Übersetzung so angegeben:</p>
<blockquote><p>the church of St Mary of the white hazel pool very near the fierce whirlpool in the parish of St Tysilio of the red cave<br />
(Brake 2010: x)</p>
<p>»Die Kirche der heiligen Maria in einer Mulde weißer Haseln direkt in der Nähe eines wilden Strudels in der (Pfarr-)Gemeinde von St Tysilio mit der roten Höhle.«</p></blockquote>
<p>Bevor jetzt jemand in die Welt zieht und von der »unglaublich komplexen walisischen Sprache« erzählt - diese Art der Wortbildung ist, so wage ich zu behaupten, auch im Deutschen möglich (ich habe ja nie verstanden, warum <em>Rothenburg ob der Tauber</em> so gut wie nie abgekürzt wird). Gäbe es im Schwarzwald noch Platz für Touristen, wäre ich mir sicher, dass jemand auf die Idee kommen könnte, Post(er)karten mit »I’ve been to Derseenebendemgroßenbergmitseinenwildenblumenundseinenunglaublichschwarzenbäumenindergemeindedesheiligenchristkönigs« zu drucken.</p>
<p>Llanfairpwllgwyn--- scheint zumindest soviel Sinn zu machen, dass es Walisischsprachigen auch zu fortgeschrittener Stunde noch möglich ist, den Ortsnamen unfallfrei auszusprechen (monolingualen Walisern gelang dies in einem sorgsam kontrollierten Kontrollexperiment nicht).</p>
<p>Was Walisisch für uns aber dann doch ganz exotisch erscheinen lässt, ist die auf den ersten Blick ungewöhnliche Häufung an Konsonanten: Morphemgrenzen hin oder her, aber bereits die eigentliche Ortsbezeichnung <em>Llanfairpwll</em> dürfte ausreichen, von einem Zungenbrecher zu sprechen. Einerseits ja, da der Digraph &lt;ll&gt; nicht das Phonem /l/ darstellt, sondern /ɬ/, ein <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Stimmloser_lateraler_alveolarer_Frikativ" target="_blank">stimmloser lateraler alveolarer Frikativ</a> (an dieser Stelle kommen Ihnen Klingonischkenntnisse zugute!). Ein einfaches walisisches Sprachkursbuch würde Ihnen jetzt raten: Zunge wie zu einem ›l‹ anlegen, dann die Luft durchpusten, also irgendwo eine Mische aus unserem ›l‹ und ›ch‹ (wie <em>Bach</em>). Es bleibt ein Zungenbrecher - oder hab ich zu viel versprochen?</p>
<p>Der zweite, offensichtlichere Grund für den Zungenbrecher ist, dass &lt;w&gt; in den meisten Fällen die Phoneme /u:/ und /ʊ/ repräsentiert (›langes‹ bwz. ›kurzes‹ u), seltener auch ein Phonem ähnlich dem Englischen /w/, und deshalb zu den Vokalen zählt. Damit ist die Verwandschaft von &lt;pwll&gt; zu [pu:l] ›pool‹ dann nicht mehr ganz so so wirklich weit weg. Auch im Englischen spricht man bei /w/ phonetisch von einem Halbvokal (<em>semi-vowel</em>), da [w] in der Artikulation der von Vokalen ähnelt, phonologisch aber nicht-vokalische Eigenschaften aufweist.</p>
<p>Das walisische Alphabet kommt ohne &lt;k&gt;, &lt;q&gt;, &lt;v&gt;, &lt;x&gt;, und &lt;z&gt; aus, hat darüber hinaus noch die Digraphen &lt;dd&gt;, &lt;ff&gt;, &lt;ng&gt;, &lt;ph&gt;, &lt;rh&gt; und &lt;th&gt;, die neben &lt;ch&gt; und &lt;ll&gt; als, hm, Einzelbuchstaben gelten (ähnlich wie &lt;ij&gt; im Niederländischen). Das tut &lt;ch&gt; im Deutschen nicht (obwohl nur einen Laut repräsentierend) und wir schreiben &lt;ch&gt; in Kreuzworträtseln in zwei Kästchen. (Digraphen im Walisischen haben übrigens auch Auswirkungen darauf, wie Wörter im Wörterbuch stehen.) &lt;f&gt; und &lt;ff&gt; repräsentieren im walisischen zwei Phoneme - &lt;ff&gt; entspricht dabei /f/ und &lt;f&gt; dem Englischen /v/, also etwa wie bei <em>wife</em>-<em>wives</em>; &lt;ng&gt; gilt für walisische Kreuzworträtselfreunde und Lexikonschreibern als ein Buchstabe, entspricht dem /ŋ/im Englischen oder im Deutschen. &lt;dd&gt; ist ein ›stimmhaftes th‹ (<em>that</em>), &lt;th&gt; das stimmlose Pendant (<em>thing</em>).</p>
<p>Mehrere Waliser haben mir versichert, dass Walisisch eine vergleichsweise phonetische Sprache ist, das heißt, dass man fast alles (so) ausspricht, wie man es schreibt. <em>Verglichen womit</em> ist dabei aber immer die entscheidende und selten gegebene Zusatzinformation. Verglichen mit Englisch trifft das wohl zu (verglichen mit Irisch erst recht). Die Einfachheit der Aussprache behauptet auch Brake (2010: x), aber die will ihr Sprachlehrbuch verkaufen, welches sich ob der Reichweite von Walisisch wohl überwiegend an Waliser, englischsprachige Einwanderer und/oder von Sprachbildungspolitik missbrauchte Briten wendet. Da kann ich in der Einleitung schlecht schon damit loslegen, dass es zusätzlich zur exotisch anmutenden <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Anlautmutation" target="_blank">Anlautmutation</a> noch stimmlose Nasale /m̥/, /n̥/ und /ŋ̊/ gibt (Morris-Jones 1953[1921]). Williams (1994) kommt dann fürs Walisische auf 51 Phoneme - zum Vergleich: Englisch und Deutsch haben jeweils (je nach Auffassung und Zählweise) etwa 44. Wenn man aber <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Welsh_phonology" target="_blank">dieser Tabelle</a> einigermaßen Glauben schenken kann, kommt Walisisch sogar auf bis zu 58.</p>
<p>Haha! Und plötzlich sieht Walisisch mit seinem schnuckligen Alphabet aus zwanzig Monographen und acht Digraphen gar nicht mehr so phonetisch aus. Nun ist es wohl so, dass im Walisischen jedes Graphem tatsächlich ausgesprochen wird - womit es sich natürlich einfacher gestaltet, sich an der Schrift entlangzuhangeln, wenn man die Sprache lernen möchte bzw. eine bessere Vorstellung davon haben könnte, wie ein unbekanntes Wort ausgesprochen wird. Im Vergleich zu Englisch (&lt;draught&gt; als [drɑːft], aber &lt;drought&gt; als [draʊt]) oder Irisch (&lt;thabhairt&gt; als… okay, lassen wir das, aber ich finde, <a href="http://www.forvo.com/word/thabhairt/" target="_blank">es klingt n büschen wie ›heart‹</a>) stimmt die Auffassung vermutlich weitgehend.</p>
<p>(Ein unterhaltsamer und informativer Kommentar zur Graphem-Phonem-Korrespondenz findet sich übrigens bei <a href="http://schplock.wordpress.com/2012/04/26/von-lauten-und-buchstaben/" target="_blank">Kristin</a>.)</p>
<p>Weiter oben schrieb ich, dass Walisisch von Irisch und Schottisch-Gälisch relativ weit weg ist, obwohl alle drei Sprachen zur keltischen Sprachfamilie gehören. Während sich Sprecher des Irischen und Schottisch-Gälischen mit etwas gutem Willen <a href="http://www.siliconglen.com/Scotland/7_7.html" target="_blank">verstehen können</a>, ist das zwischen Schottisch-Gälisch und Irish auf der einen und Walisisch auf der anderen Seite nicht möglich. Denn nur weil Sprachen verwandt sind, muss das nicht heißen, dass sich Sprecher verstehen können (etwa wie Deutsch und Englisch). Walisisch gehört mit Kornisch und Bretonisch zu den Britannischen Sprachen, während Schottisch-Gälisch und Irisch mit Manx zu den Goidelischen Sprachen gehören. (Zu einem Überblick der Klassifizierung <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/P-Celtic_and_Q-Celtic_languages" target="_blank">hier</a> entlang.)</p>
<p>Mir war aber noch was anderes aufgefallen.</p>
<p>In Wales ist die Sprache allgegenwärtig. Nahezu <em>alles</em> ist zweisprachig ausgeschildert und benannt. Straßenschilder, Zugdurchsagen, Baustellenhinweise, Werbung in jedweder Form, Busschilder, Restaurantkarten, Kassenautomatenanzeigen, Lebensmittel, Verpackungen - im Prinzip alles, was in Wales produziert wird und nicht aus England oder sonstwo importiert ist oder dorthin exportiert wird (sogar aufwändigst hergestellte Schilder und Poster bei Marks &amp; Spencer). Ich sage mal: das macht das Sprachenlernen wirklich denkbar einfach: so war’s mir beispielsweise möglich, bereits nach dem zweiten Schild den typischen Pluralmarker -<em>au</em> auszumachen: <em>toiled/toilet</em> &gt; <em>toiledau/toilets</em>.</p>
<p>In Pubs, Cafés und Bussen wird häufig kaum Englisch gesprochen - zugegeben, diese Einschätzung beruht auf meinem Urlaub in Zentral- und Nordwales, in Südwales oder in größeren Städten ist die Situation auch mal englischer. Spannend fand ich aber so Inselbeobachtungen, dass Gespräche unter Fremden häufig auf Englisch beginnen, beispielsweise in Cafés und Kiosken. Irgendwo in den ersten Sätzen müssen sie aber so n Code versteckt haben, denn irgendwann wechselt man ziemlich unvermittelt ins Walisische. Der Zeitpunkt dieses Wechsels nähert sich zeitlich immer stärker der Begrüßungsformel, je weiter nordwestlich man fährt. In Caernarfon passierte es mir sogar, dass mich jemand auf der Straße auf Walisisch ansprach.</p>
<p>Laut Volkszählungen und Studien sprechen etwa 20% der Waliser walisisch zumindest »ordentlich« (<a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Welsh_language" target="_blank"><em>fair</em></a>, was immer das heißen mag). Das ist für die inselkeltischen Sprachen ein beinahe phänomenaler Wert. In <a href="http://www.cnag.org.uk/munghaidhlig/stats/gspeakcensus01.php" target="_blank">Schottland</a> sind es weniger als 2% (hier sind aber wohl Muttersprachler gemeint). In Irland sind derartige Umfragen notorisch schwer vom Einfluss des Nationalstolz der Iren zu trennen und davon, dass jeder Ire Irisch als Zweit-, de facto aber nur als Fremdsprache lernen <em>muss</em>. Die <a href="http://www.cso.ie/en/media/csoie/census/documents/census2011pdr/Pdf%208%20Tables.pdf" target="_blank">(Selbstein)Schätzungen</a> der Iren liegen deshalb traditionell irgendwo zwischen 70,000 (Muttersprachler) und 1,8 Millionen - wobei meist genügt, auf Irish sagen zu können, dass man auf Klo muss, um durch die Sekundarstufe zu kommen und sich als Irischsprecher zu bezeichnen. Die niedrigere Zahl erscheint deshalb im Vergleich zu den Zahlen aus Schottland und Wales realistischer und entspricht somit ebenfalls etwa 2% (1,7 Millionen entsprächen fast 40%). Die Unterschiede sind nicht einfach zu interpretieren: denn wenn in der Umfrage in Wales »fluent or fair speaker« von 21% mit »ja« beantwortet wird (der Link zur Studie im <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Welsh_language" target="_blank">Wikipedia-Artikel</a> ist leider tot, aber beim <a href="http://www.unhcr.org/refworld/topic,463af2212,488f25df2,49749c8cc,0.html" target="_blank">UNHCR</a> wird zusammengefasst und aufgeschlüsselt: 16% »read, write and speak it«, 8% »with less proficiency«), in Irland aber gefragt wird, »how often do you speak Irish?«, dann werden hier zwei völlig verschiedene Sachverhalte abgefragt. Die Zahlen sind also zu verwirrend - mein Eindruck aus einer Woche ist aber, dass ich persönlich mit mehr Walisern gesprochen habe, die untereinander Walisisch sprachen, als mir in drei Jahren Irish Pub Irischsprechende übern Weg gelaufen sind.</p>
<p>Und soweit ich informiert bin, gibt es in Wales keine offiziellen Schutzgebiete, die den irischen <em>Gaeltacht</em> entsprechen würden - obwohl unterschiedlich stark ist die Sprache flächendeckend recht lebendig.</p>
<p>Nicht nur deshalb: Wales war nett, <a href="http://www.facebook.com/media/set/?set=a.10150930646349329.437433.705569328&amp;type=1&amp;l=252f964148" target="_blank">ist ne Reise wert</a>!</p>
<h3>Literatur</h3>
<p>Brake, Julie. 2010. <em>Complete Welsh</em>. Hodder Arnold.</p>
<p>Morris-Jones, J. 1953[1921]. <em>An Elementary Welsh Grammar</em>. Oxford/Claredon Press.</p>
<p>Williams, Briony. 1994. Welsh letter-to-sound rules: rewrite rules and two-level rules compared. <em>Computer Speech and Language</em> 8: 261-277. [<a href="http://www.era.lib.ed.ac.uk/bitstream/1842/1125/1/Williams_1994_a.pdf" target="_blank">Link </a>zu einer Onlineversion]</p>
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		<title>Humor</title>
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		<pubDate>Tue, 08 May 2012 18:39:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Susanne Flach</dc:creator>
				<category><![CDATA[Humor]]></category>
		<category><![CDATA[Arnold Zwicky]]></category>
		<category><![CDATA[Linguistik]]></category>
		<category><![CDATA[Prime]]></category>

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		<description><![CDATA[Damit hier auf Dauer nicht der Eindruck entsteht, SprachwissenschaftlerInnen hätten keinen Humor und/oder möchten nur an Nörglern rumnörgeln, gibt es ab sofort in unregelmäßiger Abfolge einen Humorbeitrag. Ges(t)ammeltes Meta. Heute ging in meiner Facebook-Timeline folgender Witz herum, den Arnold Zwicky 1992 in seiner »Presidential Adress« der Linguistic Society of America erzählte (zitiert in Goldberg 2006: [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p data-ft="{&quot;type&quot;:1}">Damit hier auf Dauer nicht der Eindruck entsteht, SprachwissenschaftlerInnen hätten keinen Humor und/oder möchten nur an Nörglern rumnörgeln, gibt es ab sofort in unregelmäßiger Abfolge einen Humorbeitrag. Ges(t)ammeltes Meta.</p>
<p data-ft="{&quot;type&quot;:1}">Heute ging in meiner Facebook-Timeline folgender Witz herum, den <a href="http://languagelog.ldc.upenn.edu/nll/?author=5">Arnold Zwicky</a> 1992 in seiner »Presidential Adress« der <em>Linguistic Society of America</em> erzählte (zitiert in Goldberg 2006: 19):</p>
<blockquote>
<p data-ft="{&quot;type&quot;:1}">A mathematician, a physicist, an engineer, and a linguist are trying to decide if all odd numbers are prime. The mathematician says, »one’s prime, 3’s prime, 5’s prime, 7’s prime, 9’s not prime, so no.« The physicist says, »one’s prime, 3’s prime, 5’s prime, 7’s prime, 9’s not prime, but maybe that’s experimental error.« The engineer says, »one’s prime, 3’s prime, 5’s prime, 7’s prime, 9’s prime … «</p>
<p data-ft="{&quot;type&quot;:1}">The linguist says, »one’s prime, 3’s prime, 5’s prime, 7’s prime. Aha! We have a universal generalization. Nine doesn’t seem to be prime, but it MUST be prime at some underlying level of representation!«</p>
</blockquote>
<p data-ft="{&quot;type&quot;:1}">(IngenieurInnen unter Ihnen müssen mir aber die Ingenieurin erklären.)</p>
<p data-ft="{&quot;type&quot;:1}">--<br />
Goldberg, Adele. 2006. <em>Constructions at work. The nature of generalization in language</em>. Oxford.</p>
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