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	<title>tráchtas. dialann. tagebuch einer magisterarbeit.</title>
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		<title>Es ist&#8230; Word!</title>
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		<pubDate>Tue, 09 Mar 2010 09:44:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>suz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Technik]]></category>
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		<description><![CDATA[Ich war ja in drei Monaten relativer geistiger Umnachtung in einem IT-Unternehmen beschäftigt. Dort haben Studenten die Software auf Fehler getestet (auch eine Art, Projektmanagement zu definieren, aber gut), die die Informatiker erst auf Grund unserer fehlerhaften Definitionen produziert haben und dann auf unsere Ansage wieder ausmerzen mussten.
Da hat unser Chef immer gesagt, wenn wir [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich war ja in drei Monaten relativer geistiger Umnachtung in einem IT-Unternehmen beschäftigt. Dort haben Studenten die Software auf Fehler getestet (auch eine Art, <em>Projektmanagement</em> zu definieren, aber gut), die die Informatiker erst auf Grund unserer fehlerhaften Definitionen produziert haben und dann auf unsere Ansage wieder ausmerzen mussten.</p>
<p>Da hat unser Chef immer gesagt, wenn wir uns über MS-Office-Produkte aufgeregt haben, dass wenn &#8220;wir&#8221; es schaffen würden, Software zu produzieren, die in ihrer Funktion so umfangreich und doch so relativ wenig fehleranfällig ist wie beispielsweise MS-Word, dann hätten wir&#8217;s geschafft.</p>
<p><span id="more-890"></span></p>
<p>Tja, und nun sitze ich hier schon fast 70 Seiten lang vor einem Dokument in einer Software, vor der ich tausend Mal gewarnt wurde, wenn &#8220;du n richtig großes Projekt und nicht nur ne poplige Hausarbeit am Start hast&#8221;. Man soll den Tag ja nicht vor dem Abend loben &#8211; und ich bin aus Abizeitungs- und Korrekturlesezeiten von mehr als einem halben Dutzden Diplom- und Magisterarbeiten ja eigentlich gewarnt, was passieren kann, wenn der User nicht mit der Software umzugehen weiß &#8211; aber bisher läuft&#8217;s softwaretechnisch echt wie Sau. Die Schlussredaktion in <em>der</em> Hinsicht wird relativ einfach werden.</p>
<p>Der einzige kleine Aufreger waren mysteriös auftretende Leerzeichen in der Fußnotenzeile zwischen Text und Trennstrich. Und es dauerte exakt 20 Sekunden, dafür die richige Behandlungsmethode zu finden (obgleich mir niemand erklären konnte, weshalb der Fehler überhaupt auftrat).</p>
<p>Ansonsten trägt eine vernünftige Format(vorlagen)definition vor Beginn der Reise gute Früchte; die sind übrigens eine reine Wohltat (und ich danke heute noch Ms Agoni [sprich: Agóni; wahlweise auch recht treffend wie <em>agony</em>] von meiner australischen Schule, die uns diese Funktion eingetrichtert hat). Außerdem werden Texte aus fremder Software (z.B. Excel) vor der Übernahme von Formatierungen reingewaschen, in dem also der kopierte Text erst durch einen Neutralisator wie WordPad geschickt wird. Mein Masterdokument ist sogar so gut definiert, dass ich problemlos den Text markieren und in andere Wordprocessingprogramme kopieren kann und keine Formatierung zerschossen wird. Gleichermaßen erfolgreich ist der tägliche Druckauftrag an den PDF-Creator.</p>
<p><strong>Ich bin wirklich schwer beeindruckt.</strong></p>
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		<title>Die Poesie der chaotischen Kreativität</title>
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		<pubDate>Sun, 07 Mar 2010 17:07:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>suz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Umgebungstemperatur]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitsweise]]></category>
		<category><![CDATA[Chaos auf dem Schreibtisch]]></category>
		<category><![CDATA[Kristins Sprachblog]]></category>
		<category><![CDATA[Splok]]></category>

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		<description><![CDATA[Angelehnt an Kristins &#8216;Ein kleiner Gruß vom Schlachtfeld&#8216; (auf deren interessantes Sprachblog ich hiermit ausdrücklich hinweisen möchte; wir sehen uns in Mainz!), auch von mir einen kleinen Eindruck vom Schreibtisch. Der hat sich nämlich vor ein paar Wochen vom Arbeits- und Schlafzimmer in die Wohnküche verschoben, und der Küchentisch ist ins Schlafzimmer verbannt &#8211; das hält [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Angelehnt an Kristins &#8216;<a href="http://schplock.wordpress.com/2009/12/07/schlachtfeld/" target="_blank">Ein kleiner Gruß vom Schlachtfeld</a>&#8216; (auf deren interessantes <a href="http://schplock.wordpress.com/" target="_blank">Sprachblog</a> ich hiermit ausdrücklich hinweisen möchte; wir sehen uns in Mainz!), auch von mir einen kleinen Eindruck vom Schreibtisch. Der hat sich nämlich vor ein paar Wochen vom Arbeits- und Schlafzimmer in die Wohnküche verschoben, und der Küchentisch ist ins Schlafzimmer verbannt &#8211; das hält die Wege zu Kühlschrank, Kaffeemaschine und Radio effizient kurz.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-883" title="schlachtfeld" src="http://www.extraflach.de/blog/wp-content/uploads/2010/03/schlachtfeld.JPG" alt="schlachtfeld" width="448" height="251" /></p>
<p>Hier sei auch angemerkt, dass ich NUR so chaotisch arbeiten kann (wobei der S/W-Modus hier die gröbsten Zettelberge schlicht verschleiert). Wenn ich anfangen würde, aufzuräumen oder &#8216;Ordnung&#8217; rein zu bringen, würde ich a) nichts mehr finden und b) sähe spätestens zwei Stunden später alles so aus wie vorher. So finde ich aber relativ fix alle Stellen wieder &#8211; die Gnade des grafischen Gedächtnisses! Und für alle anderen Fälle gibt&#8217;s Google Desktop.</p>
<p><strong>Kristin, mein Schlachtfeld gewinnt!</strong></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Radikal mal Nein sagen</title>
		<link>http://www.extraflach.de/blog/2010/03/07/radikal-mal-nein-sagen/</link>
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		<pubDate>Sun, 07 Mar 2010 13:33:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>suz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Radical Construction Grammar]]></category>
		<category><![CDATA[Schwere Kost]]></category>
		<category><![CDATA[William Croft]]></category>

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		<description><![CDATA[Wer sich intellektuell vielleicht etwas unterfordert fühlt, dem sei als Ostergeschenk die Radical Construction Grammar von William Croft ans Herz gelegt.
Wie sagte ich zu einem meiner Betreuer: &#8220;Ich hab mir auch mal Croft angeguckt. Das ist ja n büschen schwer zu verdauen. Und ich dachte mir, da darf ich als Magistrand auch mal Nein sagen!&#8221;
Gelächter.
Croft, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wer sich intellektuell vielleicht etwas unterfordert fühlt, dem sei als Ostergeschenk die <em>Radical Construction Grammar</em> von William Croft ans Herz gelegt.</p>
<p>Wie sagte ich zu einem meiner Betreuer: &#8220;Ich hab mir auch mal Croft angeguckt. Das ist ja n büschen schwer zu verdauen. Und ich dachte mir, da darf ich als Magistrand auch mal Nein sagen!&#8221;</p>
<p><strong>Gelächter.</strong></p>
<p>Croft, William. 2003. <em>Radical Construction Grammar. Syntactic Theory in Typological Perspective</em>. Oxford.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Zeitangaben und die referentielle Komponente</title>
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		<pubDate>Thu, 04 Mar 2010 21:03:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>suz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Im Englischen gibt es Konstruktion &#8211; mit und alternativ ohne Artikel &#8211; die nichts damit zu tun haben, ob&#8217;s ein Ire oder ein Mensch aus Oxford von sich gibt. Dazu zählen beispielsweise at night vs. in the night und in spring vs. in the spring. Die jeweils letzteren Konstruktionen sind speziell den Iren nachgesagt worden. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im Englischen gibt es Konstruktion &#8211; mit und alternativ ohne Artikel &#8211; die nichts damit zu tun haben, ob&#8217;s ein Ire oder ein Mensch aus Oxford von sich gibt. Dazu zählen beispielsweise <em>at night</em> vs. <em>in the night</em> und <em>in spring</em> vs. <em>in the spring</em>. Die jeweils letzteren Konstruktionen sind speziell den Iren nachgesagt worden. Und niemand ist bisher (bis auf, ironischerweise, einige wenige Grammatiken für Standardenglisch) auf die semantische Komponente eingegangen, schon gar nicht für irisches Englisch.</p>
<p><span id="more-866"></span></p>
<p>Ich dachte ja auch erst, besonders Konstruktionen wie <em>in spring</em> und <em>in the spring</em> sind weitgehend synonym und lediglich stylistisch motiviert. Nahezu jede Grammatik sagt uns, dass Jahrezeiten in linguistisch nicht-referentieller Umgebung, d.h. wenn sie nicht durch eine of-Phrase postmodifiziert sind (<em>the spring of 2009</em>), ohne Artikel verwendet werden. Dies betrifft auch die Konstruktion <em>at night, </em>wie etwa in<em> I don&#8217;t sleep much <span style="text-decoration: underline;">at night</span>. </em>Es gibt allerdings Situationen, in denen man den Zeitpunkt herausheben will und kann, dann ist auch eine Konstruktion mit Artikel möglich: <em>I woke up at two o&#8217;clock </em><em><span style="text-decoration: underline;">in the night</span></em><em>.</em></p>
<p>So sind in unserem Korpus generelle Referenz für die Nacht als Ganzes nur in 10% der Fälle mit Artikel realisiert, während in Fällen, in denen ein bestimmter Zeitpunkt eine Rolle spielt, der Artikel in 57% verwendet wird. Auch wenn der referentielle Bezugspunkt hier nicht kategorisch den Artikelgebrauch motiviert, ist diese Entdeckung, nunja, erwartungsgemäß, aber irgendwie auch ein wenig sensationell (das mag natürlich, je nach Keltizismushang, jeder sehen wie er will).</p>
<p>Diese Muster haben mich veranlasst, das gleiche Spielchen bei Jahreszeiten durchzuführen. Hier kann man nicht nur nach Zeitpunkten (<em>Snow fell early in (the) spring</em>) und Perioden (<em>I was sick all (the) summer</em>), sondern auch nach spezifischen und nicht-spezifischen Jahreszeiten unterscheiden. Ein Fall einer spezifischen Jahreszeit wäre beispielsweise <em>I will come to America in (the) spring</em>, wenn also kontextuell eine bestimmte Jahreszeit gemeint ist, wie hier der nächste Frühling. Ein nicht-spezifischer Winter wäre beispielsweise <em>There is not much work here in (the) winter</em>, Arbeitslosigkeit gilt also für alle Winter, nicht nur für den kommenden oder den vergangenen.</p>
<p>Und was soll ich sagen &#8211; die kontextabhängige (wir sagen pragmatische) Umgebung ist ein entscheidender Faktor: ist eine bestimmte Jahreszeit gemeint, erscheint der Artikel in 75% der Fälle, bei nicht näher bestimmten nur in 42%. Ist ein bestimmter Zeit<strong>punkt </strong>Gegenstand der Äußerung, wird der Artikel in 76% verwendet, ist ein Zeit<strong>raum</strong> relevant, in 60%. Andersherum ist eine Äußerung für einen bestimmten Punkt in einer unbestimmten Jahreszeit theoretisch und logisch möglich (<em>Snow always falls early in (the) spring</em>), ist im Korpus als Repräsentant der Sprache im Gebrauch aber nicht attestiert. Mit anderen Worten: wird hier über Zeitpunkte in Jahreszeiten gesprochen, ist immer eine bestimmte Jahreszeit gemeint.</p>
<p>Dies lässt zwei Interpretationen zu. Nummer Eins: der Artikelgebrauch in diesen Temporalkonstruktionen unterliegt pragmatischen und referentiellen Beschränkungen oder ist durch sie begünstigt, und ist nicht mit Parallelkonstruktionen im Irischen, sondern nur mit semantischen/pragmatischen Strategien erklärbar. Nummer Zwei: Ich hab irgendwo einen derben Denkfehler.</p>
<p><strong>Daten lügen nicht. Gib ihnen genug Futter, dann liefern sie dir Muster.</strong></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Dabei sein ist nicht alles, dabei bleiben schon</title>
		<link>http://www.extraflach.de/blog/2010/02/24/dabei-sein-ist-nicht-alles-dabei-bleiben-schon/</link>
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		<pubDate>Wed, 24 Feb 2010 07:29:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>suz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Technik]]></category>
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		<category><![CDATA[word count]]></category>

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		<description><![CDATA[Du weißt, dass der Tag echt für die Katz war, wenn sich der word count nur vergrößert hat, weil du dein Literaturverzeichnis auf den neusten Stand gebracht hast.
Du weißt, dass du frustriert bist, weil die Fallhöhe nach Tagen absoluter Genialität unglaublich weh tut.
Du weißt, dass irgendwas schief läuft, weil der Grund, dass du dich unglaublich aufregst, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Du weißt, dass der Tag echt für die Katz war, wenn sich der <em>word count</em> nur vergrößert hat, weil du dein Literaturverzeichnis auf den neusten Stand gebracht hast.</p>
<p>Du weißt, dass du frustriert bist, weil die Fallhöhe nach Tagen absoluter Genialität unglaublich weh tut.</p>
<p>Du weißt, dass irgendwas schief läuft, weil der Grund, dass du dich unglaublich aufregst, ein unauffindbarer Kugelschreiber ist.</p>
<p>Du weißt, dass die Nerven blank liegen, weil du so unter Strom stehst, dass es zum Heulen nicht reicht.</p>
<p><strong>Und Viren brauchst du wie n Pickel am Arsch.</strong></p>
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		<title>18 Stunden im Leben eines Magistranden</title>
		<link>http://www.extraflach.de/blog/2010/02/22/18-stunden-im-leben-eines-magistranden/</link>
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		<pubDate>Mon, 22 Feb 2010 09:32:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>suz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sprachen & Dialekte]]></category>
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		<description><![CDATA[(Für die Linguisten unter euch: ab 6 Uhr 25 wird&#8217;s richtig spannend.)
16.45 Ich wache auf, es ist kalt. Hab vergessen, die Heizung wieder anzustellen.

16.55 Radio an. Der SC Freiburg liegt zurück gegen Hertha, zu Hause. Und das noch vor dem ersten Kaffee. Das macht ganz schlechte Laune, Radio aus.
17.35 Ich genehmige mir ne Runde Facebook-Spiele. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>(Für die Linguisten unter euch: ab 6 Uhr 25 wird&#8217;s richtig spannend.)</p>
<p>16.45 Ich wache auf, es ist kalt. Hab vergessen, die Heizung wieder anzustellen.</p>
<p><span id="more-853"></span></p>
<p>16.55 Radio an. Der SC Freiburg liegt zurück gegen Hertha, zu Hause. Und das noch vor dem ersten Kaffee. Das macht ganz schlechte Laune, Radio aus.</p>
<p>17.35 Ich genehmige mir ne Runde Facebook-Spiele. Die Olympia-Erfahrung der letzten Tage hat gezeigt, dass ich an Biathlon-Tagen besonders unproduktiv bin. Und heute ist Massenstart. Probates Mittel gegen Prokrastination (&#8217;Die Angst vor der Datei&#8217;): Datei einfach aufmachen, bevor man die Facebook-Farm bestellt. Als Einstieg das bisher geschriebene &#8216;glätten&#8217;; Formulierungen, die gestern irgendwie total geil waren, klingen mit Abstand reichlich dämlich.</p>
<p>20.01 Tatsächlich, ich bewältige den historischen Abriss der linguistischen Besiedlung Irlands, an der ich gestern kläglich gescheitert war (soviel zum Thema &#8216;Geschichtliches geht irgendwie immer&#8217;). Die Übernahme einiger Passagen aus einer Hausarbeit vor fuffzig Semestern war eher hinderlich, als hilfreich. Und noch beim Schreiben fallen mir Dinge auf, die so unglaublich gut in meine Keltizismus-Dekonstruktion passen werden. Fein!</p>
<p>20.20 Ich beschließe, mich heute mit einer Pizza zu belohnen. Im Kühlschrank gammelt gar nichts mehr vor sich hin. Da Störfeuer gerade aber nicht willkommen sind, verschiebe ich die Bestellung.</p>
<p>21.30 Noch 30 Minuten bis zum Massenstart. Mein Magen erinnert mich kurz an die Pizzabestellung, die verschiebe ich aber gleich wieder, denn eigentlich wollte ich das Kapitel &#8220;Theorierahmen&#8221; schon gestern abgefrühstückt haben, so will ich zumindest noch die verworrenen Notizzettel geordnet bekommen, bevor&#8217;s in Whistler Mountain losgeht.</p>
<p>22.00 Der Livestream ist glücklicherweise stabil. Und weil ich bei Biathlon grundsätzlich nie gestört werden will, und ich mich so oder so nicht traue, wild blinkende Java-Webseiten von Pizzadiensten zu öffnen, die den Livestream zum garantierten Absturz bringen würde, verschiebe ich die Bestellung.</p>
<p>22.35 Was ein Rennen! Unglaublich! Das ist Biathlon! (Es hilft natürlich, wenn man sich so begeistern kann, dieses Glück ist ja nicht jedem beschieden.)</p>
<p>22.55 Mir schlottern immer noch die Knie. Ich brauch erst mal einen Kaffee.</p>
<p>23.45 Aber die Rückkehr ist geschafft, der Puls hat sich normalisiert. Ich werde erneut an den Hunger erinnert, verschiebe diesen aber wieder, weil ich neue Emails mit Artikelkonstruktionen in anderen Sprachen erhalte.</p>
<p>1.15 Ich bezahle 0,97 Euro für den ARD-Olympiasong. Ich find den toll. Aber ich frage mich schon, weshalb der Track, der ja von Bryan Adams eigens für die ARD geschrieben und mit Sicherheit von GEZ-Gebühren finanziert wurde, nicht kostenlos runterzuladen ist, sondern dass da offensichtlich noch die Amazons, iTunes und Musicloads dieser Welt kräftig mitverdienen.</p>
<p>2.25 Die Abhandlung des Theorierahmens ist irgendwie Marke Blafasel, und so richtig komme ich da nicht weiter. Also mache ich erst mal was Entspannteres: die cross-linguistische Analyse muss ja auch noch irgendwie zu Papier gebracht werden. Und mittlerweile ist die Umfrage auf 12 Sprachen angewachsen (6 Germanische, 4 Romanische, 1 Slavische und 1 Finno-Ugrische), da muss doch eine Beschreibung schon möglich sein. Also: durch die ganzen Emails friemeln.</p>
<p>3.15 Ich kämpfe mit den Konventionen linguistischer Darstellungsmethoden &#8211; und vor allem mit deren Darstellung in Word.</p>
<p>4.36 Frechheit &#8211; warum hat um diese Uhrzeit eigentlich noch kein Pizzadienst auf?</p>
<p>6.25 WESPENNEST! Bei der zusammenfassenden Diskussion meiner cross-linguistischen Analyse stoße ich auf Erstaunliches: nicht nur, dass der bestimmte Artikel ein sogenanntes &#8220;areal feature&#8221; ist (d.h., z.B., alle Sprachen in Westeuropa haben Artikel), das ist längst bekannt und hinreichend belegt, auch, dass sich diese häufig in geografisch eng verbandelten Sprachen im Kontakt entwickeln. Aber nu kommt&#8217;s: auch die Grammatikalisierung semantischer Konzepte scheint an geografische Nähe, weniger an linguistische, geknüpft zu sein. Mit anderen Worten: die zwar geografisch aber typologisch eher wenig bis gar nicht verwandten Sprachen Bulgarisch, Ungarisch und Rumänisch benutzen den Artikel in nahezu identischen Kontexten, womit Rumänisch in dieser Hinsicht beispielsweise sehr viel weiter weg ist von Italienisch als von Ungarisch. Das ist vielleicht nicht so sehr überraschend, aber für eine Miniumfrage mit gerade mal acht Beispielsätzen ist das unglaublich &#8211; und es stützt meine These so sehr, DASS ICH EIGENTLICH ALLE DISKUSSION UM IRISCH SOFORT EINSTELLEN KANN! Mit anderen Worten, &#8220;Standardenglisch&#8221; ist mit seinen durchgängig artikellosen Konstruktionen, äh, naja, ungewöhnlich.</p>
<p>8.40 Unglaublich, wie soll ich so aufgepuscht denn schlafen?</p>
<p>9.10 Aber ich verwerfe den kurzfristigen Gedanken, <em>jetzt</em> Bücher in die Stabi zurück zu bringen. Sollen die doch von meinen Gebühren Hiwis finanzieren.</p>
<p>10.31 Gute Nacht, ihr lieben!</p>
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		<title>Phrasenbingo</title>
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		<pubDate>Sat, 20 Feb 2010 16:45:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>suz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Extralinguistisches]]></category>
		<category><![CDATA[Akademiker]]></category>
		<category><![CDATA[Fleiß bei Wissenschaftlern]]></category>
		<category><![CDATA[Hiwis]]></category>
		<category><![CDATA[Phrasenbingo]]></category>
		<category><![CDATA[Publikation]]></category>
		<category><![CDATA[Textbausteine]]></category>

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		<description><![CDATA[Es gibt sie vermutlich in jeder Disziplin: die besonders fleißigen Hänschen und Lieschen, die publizieren, als ging&#8217;s um wer weiß was. Die vermutlich neue Arbeitsplätze geschaffen haben und Angestellte beschäftigen, die nur damit beschäftigt sind, die Publikationsliste ihrer Chefs immer auf dem neusten Stand zu halten.
Also entweder sind diese Akademiker so extrem versiert in ihrem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt sie vermutlich in jeder Disziplin: die besonders fleißigen Hänschen und Lieschen, die publizieren, als ging&#8217;s um wer weiß was. Die vermutlich neue Arbeitsplätze geschaffen haben und Angestellte beschäftigen, die nur damit beschäftigt sind, die Publikationsliste ihrer Chefs immer auf dem neusten Stand zu halten.</p>
<p>Also entweder sind diese Akademiker so extrem versiert in ihrem Fach, dass sie auf Zuruf einfach aus dem Stand ein Paper hinrotzen können, picobello mit neuen Forschungsergebnissen und Referenzen und Verweisen und Zitaten (wenn sie denn welche brauchen) und dem ganzen Kladeradatsch. Oder aber sie spielen Phrasenbingo in der Version für Wissenschaftler und/oder beschäftigen wiederum extra Adjutanten, die die Textbausteine für sie neu zusammenwürfeln.</p>
<p><strong>Faszinierend.</strong></p>
<p><strong><br />
</strong></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Olympischer Geist</title>
		<link>http://www.extraflach.de/blog/2010/02/19/olympischer-geist/</link>
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		<pubDate>Fri, 19 Feb 2010 17:23:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>suz</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Motivation]]></category>
		<category><![CDATA[Papierkorbtag]]></category>
		<category><![CDATA[Prokrastination]]></category>

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		<description><![CDATA[Man sagt ja, dass man seinen Körper am Besten kennenlernt, wenn und indem man zur Höchstform aufläuft und alles aus seinem Körper rausholen muss (Der Leser merkt, für suz ist Olympia!). Ich merke es gerade im, äh, mentalen Bereich. Der Grat zwischen Genie und Wahnsinn ist, naja, schmal halt.
Tja, und dann gibt es so Tage, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Man sagt ja, dass man seinen Körper am Besten kennenlernt, wenn und indem man zur Höchstform aufläuft und alles aus seinem Körper rausholen muss (Der Leser merkt, für suz ist Olympia!). Ich merke es gerade im, äh, mentalen Bereich. Der Grat zwischen Genie und Wahnsinn ist, naja, schmal halt.</p>
<p>Tja, und dann gibt es so Tage, da weißt du schon vorm Aufstehen, dat wird nix. Dann ist es wie die Fernbedienung in den Kühlschrank legen oder die Unterhose über den Kopf ziehen. Oder, um im Duktus zu bleiben, Tage, an denen du nur Fahrkarten* schießt. Papierkorbtage eben.</p>
<p>Es ist ein unglaublich ekliges Gefühl, nicht das zu Papier bringen zu können, wovon man weiß, dass es wirklich genial wäre, wenn&#8217;s so aufm Bildschirm erscheinen würde, wie&#8217;s seit Wochen im Kopfkino abläuft. Anspruch und Wirklichkeit klaffen dann manchmal so frustrierend auseinander.</p>
<p><strong>Fuß auf Vollgas, Fuß auf Bremse. Gleichzeitig.</strong></p>
<h5><em><span style="font-weight: normal;">*Fahrkarten bezeichnen im Biathlonjargon Fehlschüsse.</span></em></h5>
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		<title>Polemik auf der Überholspur</title>
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		<pubDate>Wed, 17 Feb 2010 21:44:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>suz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Thema]]></category>
		<category><![CDATA[Zitate]]></category>
		<category><![CDATA[Artikelgebrauch]]></category>
		<category><![CDATA[Markku Filppula]]></category>
		<category><![CDATA[Präskriptiver Sprachgebrauch]]></category>
		<category><![CDATA[Rudi Keller]]></category>
		<category><![CDATA[Sprachgebrauch]]></category>

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		<description><![CDATA[The rules and long lists of categories requiring one or the other article laid down in standard grammars manage to hide the amount of variation which actually exists in this domain of grammar even in Standard English (StE), let alone the numerous social or regional varieties of English, which do not give &#8216;two hoots&#8217; for [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>The rules and long lists of categories requiring one or the other article laid down in standard grammars manage to hide the amount of variation which actually exists in this domain of grammar even in Standard English (StE), let alone the numerous social or regional varieties of English, which do not give &#8216;two hoots&#8217; for the grammarians&#8217; best efforts to dictate &#8216;correct usage&#8217;. The situation is much the same as when travelling on roads: once you are outside the radar-control zones of the major roads, on &#8216;B&#8217; roads, you can travel at whatever speek your driving skills and your vehicle may enable you to sustain without having to worry too much about speed control and traffic regulations. (Filppula 2001: 43)</p></blockquote>
<p>Vermutlich jeder Erstsemester würde eine Hausarbeit mit derartiger Polemik um die Ohren gehauen bekommen. So würd&#8217;s jedenfall ich machen, wenn mir mal jemand sowas vorlegen würde.</p>
<p>Wenn&#8217;s lustig gemeint war: Gähn, Thema verfehlt.<br />
Wenn&#8217;s ernst gemeint war: Keller, Rudi.</p>
<p><strong>Aber ganz flott.</strong></p>
<h5><span style="font-weight: normal;"><span style="color: #333333;">Filppula, Markku. 2001. The Highways and Byways of the English Definite Artilce. In: Hiltunen, R, K Battarbee, M Peikola &amp; SK Tanskanen [eds]. </span></span><em><span style="font-weight: normal;"><span style="color: #333333;">English in Zigs and Zags</span></span></em><span style="font-weight: normal;"><span style="color: #333333;">. Turku. 43-51.<br />
Keller, Rudi. 2003. <em>Sprachwandel</em>. Tübingen.</span></span></h5>
]]></content:encoded>
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		<title>Mein Tag hat 28 Stunden</title>
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		<pubDate>Tue, 16 Feb 2010 01:06:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>suz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Umgebungstemperatur]]></category>
		<category><![CDATA[Natürlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Schlaf]]></category>
		<category><![CDATA[Tagesablauf]]></category>
		<category><![CDATA[Tagesrhythmus]]></category>

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		<description><![CDATA[Andere träumen davon &#8211; ich lebe es. Mein Tag hat 28 Stunden.
Ich bin aus gesundheitlichen Gründen seit fast zwei Jahren auf Medikamente angewiesen, die mein Schlafbedürfnis erheblich erhöhen. Das führt aber leider (oder glücklicherweise) nicht dazu, dass sich meine Wachphasen porportional verkürzen. Soll heißen: auf benötigte Schlafphasen von 10 Stunden folgen 18 Stunden, in denen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Andere träumen davon &#8211; ich lebe es. Mein Tag hat 28 Stunden.</p>
<p>Ich bin aus gesundheitlichen Gründen seit fast zwei Jahren auf Medikamente angewiesen, die mein Schlafbedürfnis erheblich erhöhen. Das führt aber leider (oder glücklicherweise) nicht dazu, dass sich meine Wachphasen porportional verkürzen. Soll heißen: auf benötigte Schlafphasen von 10 Stunden folgen 18 Stunden, in denen ich teilweise quietschfidel bin. Die Wachphasen einfach auf 14 Stunden zu kürzen funktioniert nicht.</p>
<p>Die Schlaf-Wach-Rhythmus-Experimente der letzten Monate, also die Versuche, meinen Tagesablauf in einen 24-Stunden-Modus zu pressen, sind gescheitert. In den letzten drei Monaten habe ich mich jeden Morgen um halb acht per Telefonanruf wecken lassen müssen (&#8221;quatschen bis die Kaffeemaschine läuft&#8221;), um überhaupt wach zu werden. Wie gesagt, nicht weil ich faul bin &#8211; ich wache einfach nicht von selbst auf.</p>
<p>Angefangen hat es letzte Woche. Ich war vor 16 Uhr zu gar nichts zu gebrauchen, aber um 20 Uhr schon wieder so erschöpft, vor allem mental von wochenlangen unnatürlichen Wachphasen irgendwie zermürbt, dass die Frustration über das gar-nicht-Vorankommen überhand genommen hat. Also: was anderes ausprobieren! Derzeit gebe ich mich der Natürlichkeit meines Körpers hin. Schlafen wenn ich müde bin &#8211; und Aufstehen, wenn ich wach werde. Und zwar von selbst.</p>
<p><strong>Und morgen werde ich vermutlich kein Tageslicht sehen.</strong></p>
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