Anglizismus des Jahres 2010: Publikumswahl

13. Januar 2011 von suz

Mor­gen werde ich ein paar Gedan­ken zu einem bzw. meh­re­ren der Vor­schläge zu Bild­schirm brin­gen. Fürs erste sind unsere Leser auf­ge­ru­fen, an der Publi­kums­wahl zum Angli­zis­mus des Jah­res teil­zu­neh­men. Sozu­sa­gen ein Public Vote zusätz­lich zur - letzt­end­lich offi­zi­el­len - Jurywahl.

Was ist Ihr Angli­zis­mus des Jahres?
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Wei­tere Blog­bei­träge von Jury­kol­le­gen zur Wahl:
Kris­tin Kopf: [Angli­zis­mus des Jah­res] Die App?
Michael Mann: Die Qual der Angli­zis­men­wahl / Google als Daten­lie­fe­rant
Ana­tol Ste­fa­no­witsch: Angli­zis­mus des Jah­res: Zwischenmeldung


Wahlaufruf: Anglizismus des Jahres 2010

28. Dezember 2010 von suz

Sprach­log­ger Ana­tol Ste­fa­no­witsch sucht nebenan im Sprach­log den Angli­zis­mus des Jah­res 2010. Unter Ana­tols Vor­sitz wird eine Jury aus blog­gen­den Ger­ma­nis­ten und Anglis­ten im Januar aus Vor­schlä­gen der Öffent­lich­keit das Gewin­ner­wort (und den Gewin­ner) wäh­len. In der Jury sit­zen neben Ana­tol die Blog­ge­rIn­nen Juliana Gosch­ler, Kris­tin Kopf, Michael Mann und meine Wenigkeit.

Die Moda­li­tä­ten wer­den hier und hier geson­dert auf­ge­führt, zusam­men­fas­send schreibt Ana­tol in sei­nem Wahlaufruf:

Nomi­nierte Wör­ter soll­ten (ganz oder in Tei­len) aus dem Eng­li­schen stam­men, sie soll­ten neu sein, d.h. im Jahr 2010 zum ers­ten Mal ver­wen­det wor­den oder wenigs­tens zum ers­ten Mal in das Bewusst­sein einer brei­ten Öffent­lich­keit gelangt sein. Sie soll­ten eine inter­es­sante Lücke im deut­schen Wort­schatz fül­len, ent­we­der, indem sie eine vor­han­dene Wort­be­deu­tung wei­ter aus­dif­fe­ren­zie­ren oder, indem sie ein Wort für etwas bereit­stel­len, was es vor­her nicht gab oder was vor­her nur müh­sam umschrie­ben wer­den konnte.

Nomi­nie­run­gen dür­fen bis zum 7. Januar in den Kom­men­ta­ren des ers­ten Wahl­auf­rufs (und nur da!) mit Quelle und Begrün­dung hin­ter­las­sen wer­den. Diese Wahl ist die erste sei­ner Art, der aber in Zukunft wei­tere fol­gen sollen.

Warum?

Bleibt eine Frage: Wie kann man erst auf Wör­ter­wah­len schimp­fen und dann selbst eine ver­an­stal­ten? Nun, ich will ver­su­chen, ob man nicht doch eine Wör­ter­wahl hin­be­kommt, bei der es tat­säch­lich um Spra­che geht, und nicht um Gesell­schafts­kri­tik. Es wird viel und unqua­li­fi­ziert auf die eng­li­sche Spra­che und ihren Ein­fluss auf das Deut­sche geschimpft, und dabei wird über­se­hen, dass die Ent­leh­nung von Wör­tern aus ande­ren Spra­chen ers­tens völ­lig nor­mal und zwei­tens ein Pro­zess der sprach­li­chen Berei­che­rung ist. [Her­vor­he­bung von mir.]

Oder: „Alle has­sen eng­li­sche Lehn­wör­ter. Wir nicht.“


Temporarily Unavailable?

12. Dezember 2010 von suz

Ist Max eigent­lich der ein­zige, der hier ziem­lich oft Pro­bleme mit der Erreich­bar­keit der Seite hat? Falls nicht, wäre eine kurze E-Mail oder ein Kom­men­tar ver­mut­lich viel wert. (Evtl. mit Feh­ler­mel­dung und/oder Uhrzeit.)

Bei den stol­zen Prei­sen, die ich mei­nem Pro­vi­der zahle, darf ich bei aller Beschei­den­heit und gerin­gem Bekannt­heits­grad ja trotz­dem erwar­ten, dass das hier stö­rungs­frei läuft. Mir selbst fällt es gar nicht auf; ich werde nur ab und an aus dem Admin-Bereich geworfen.

Danke.


Mehr Fehler, wie üblich

8. Dezember 2010 von suz

Der Erklä­rungs­druck wird grö­ßer, wes­halb nach der Kon­sul­ta­tion des RSS-Feed der Tages­schau mein Blick auf Spie­gel Online fällt. Es ist ver­mut­lich eine Marotte aus der Zeit, in der Spie­gel Online noch nicht ganz so offen­sicht­lich als Studenten-BILD daher kam. Wofür diese Gewohn­heit aber doch recht gut ist: Man fin­det oft aller­hand span­nende Übersetzungsfehler.

Nach der Ver­haf­tung von Wikileaks-Chef Julian Ass­ange twit­terte Wiki­leaks gestern:

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Flädlesupp II: Die Wahlstatistiker

3. Dezember 2010 von suz

Meh­rere Ham­bur­ger Medien berich­te­ten selbst­ver­ständ­lich über den ges­tern von der For­schungs­gruppe Wah­len ver­öf­fent­lich­ten „Polit­ba­ro­me­ter Extra - Ham­burg“. Die Stim­mungs­lage in der Han­se­stadt sieht der­zeit offen­bar so aus:

  • CDU:  22%
  • SPD:  41%
  • GAL:  21%
  • Linke: 7%
  • FDP:  4%
  • Sons­tige: 5%

Weil wir es jetzt nicht unnö­tig ver­kom­pli­zie­ren wol­len, las­sen wir die 5%-Hürde und das ver­mut­li­che Schei­tern der FDP an der­sel­ben mal außen vor. Damit erge­ben sich nach tra­di­tio­nel­ler Far­ben­lehre für Rot-Grün 62% und für Schwarz-Gelb 26% der Stimmenanteile.

Plötz­lich auf­tre­tende Wah­len las­sen die Fie­ber­werte der Medien ja meist explo­die­ren und so ver­wun­dert es auch nicht, dass das Team der Morningshow bei Als­ter­ra­dio seine Hörer heute mor­gen fragte: „Wen wür­den Sie wäh­len, wenn Sonn­tag Bür­ger­schafts­wah­len wären?“

Tele­fo­nisch und im Inter­net konnte abge­stimmt wer­den, wobei sich fol­gen­des Bild ergab:

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Niveaulimbo bei Spiegel Online

30. November 2010 von suz

Niveaulimbo ist „Jugend­wort des Jah­res 2010″. Spie­gel Online schreibt dazu:

Laut Jury­be­grün­dung steht es für ein „stän­di­ges Absin­ken des Niveaus, aus dem Ruder lau­fende Par­tys und sinn­lose Gesprä­che“ unter Jugend­li­chen. Zudem werde damit auch die „gegen­wär­tige Ent­wick­lung der TV-Landschaft“ von Jugend­li­chen kri­tisch beäugt und kom­men­tiert. Das fin­det jeden­falls die Jury.

Soso.

Im Ren­nen waren noch arg gepresst wir­kende Krea­tio­nen wie Arsch­fax ‚Tex­til­pfle­ge­hin­weis‘, Speck­bar­bie ‚dickes Mäd­chen in engen Kla­mot­ten‘ (wel­ches von den Jugend­li­chen in der Jury übri­gens als zu abwer­tend abge­lehnt wurde), und Klapp­ka­ri­bik ‚Münzmallorca‘.

Aber mir gefällt das. Also Niveaulimbo. Sehr tref­fend, fast schon unfrei­wil­lig komisch. Und weil ich mir jetzt nicht die Mühe machen will, alle Google­tref­fer für Niveaulimbo von vor dem letz­ten Wochen­ende zu ana­ly­sie­ren (nur so viel: ein Jugend­wort isses nicht), hier ein Hin­weis an SPON: Ein­fach mal im eige­nen Archiv nach­gu­cken, not­falls 2005, da wird die Bedeu­tung anhand einer sehr anschau­li­chen Meta­ver­wen­dung auch gleich mitgeliefert.


Guy Deutscher - Der mit dem Whorf tanzt*

29. November 2010 von suz

Begin­nen wir den Neu­an­fang mit einem Kauf­be­fehl. Da die Weih­nachts­zeit vor der Tür steht und der ein oder die andere schon nach einem Geschenk sucht, hier ein Tipp aus der Sprach­wis­sen­schaft. Wäh­rend der Lek­türe von Im Spie­gel der Spra­che von Guy Deut­scher ertappte ich mich näm­lich immer wie­der bei einem Gedan­ken: this guy will this year’s christ­mas shop­ping very easy.

Anders ange­fan­gen: Die Sprach­wis­sen­schaft hat in den letz­ten Jahr­zehn­ten einige - aus unse­rer Sicht - recht unge­wöhn­li­che Ent­de­ckung gemacht. Unge­wöhn­lich für uns, weil das, was wir natür­lich fin­den, nicht immer natür­lich für Spre­cher ande­rer Spra­chen ist. Wenn man bei­spiels­weise Spre­chern euro­päi­scher Spra­chen Bil­der einer Geschichte vor­legt und sie bit­tet, die Bil­der in die rich­tige Rei­hen­folge zu brin­gen, dann ist die Wahr­schein­lich­keit recht groß, dass sie sie von links nach rechts legen. Mut­ter­sprach­ler des Hebräi­schen legen sie ten­den­zi­ell von rechts nach links (Fuhr­mann & Boro­ditsky 2010). Das mag man ja noch mit der Rich­tung ihrer Schrift­spra­che erklä­ren kön­nen. Aber Spre­cher einer aus­tra­li­schen Spra­che legen mal von links nach rechts, mal von oben nach unten und umge­kehrt. Wer sich das augen­schein­li­che Chaos genauer ansieht, stellt fest, dass sie die Bil­der­ge­schichte von Ost nach West erzäh­len (Boro­ditsky 2009).

Ups!

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Abschied: tráchtas. dialann. wird eingestellt

23. November 2010 von suz

Ein Tage­buch ist es hier längst nicht mehr. Und die Magis­ter­prü­fung habe ich ewig hin­ter mir. Der all­ge­meine Tabu­la­ra­sa­wahn in mei­nem beruf­li­chen und pri­va­ten Leben macht also auch vor die­sem Blog nicht halt. Ich ver­ab­schiede mich also von trách­tas. dial­ann. - es war eine wun­der­schöne Zeit.

Aber natür­lich wird hier in drei Tagen wei­ter geb­loggt. Zur Lin­gu­is­tik, natür­lich. Und im Grunde ändert sich zwar eini­ges - aber nicht alles. Anstatt, wie ursprüng­lich geplant, nur ein Wort im Blog­ti­tel zu ändern, habe ich mich ent­schie­den, dem Auf­tritt hier ein neues Aus­se­hen zu ver­pas­sen. Mal etwas Neues und end­lich eine Blo­groll (die ist bereits im Aufbau).

Wer die letz­ten Tage hier mal vor­bei­ge­se­hen hat, mag es auch even­tu­ell gese­hen haben. Die Seite war zeit­weise nicht erreich­bar (Update), öfter habe ich an der fal­schen CSS-Datei gebas­telt (ergo: Design­schema zer­schie­ßen aka Sneak­pre­view auf das neue Farb­schema), einige der Schrift­ar­ten sind schon jetzt zu sehen. Und wer auf­merk­sam ist, hat das (neue) Favicon bemerkt.

Die vor­ge­fer­tig­ten Designs waren dabei das größte Hin­der­nis, zumin­dest für jeman­den, der viel von Schlicht­heit und rela­ti­ver Mono­chro­mie hält. Und das, wofür ich mich schluss­end­lich ent­schie­den habe, erfor­derte doch mehr Ver­än­de­rung an .css und .php, als mir und mei­ner Pro­gram­mier­kennt­nis lieb war. Aber nun denn, wie­der was für den Lebens­lauf. Google sei Dank.

Alles bleibt anders.


Flädlesupp I: Google Street View

19. November 2010 von suz

Quiz­frage: Was ver­birgt sich hin­ter der Milchglasscheibe?

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Under Construction

6. November 2010 von suz

Im Phi­lo­so­phen­turm, der Hei­mat der Geis­tes­wis­sen­schaft­ler, gehen seit Mona­ten - über das übli­che Maß an Schnit­zel­jag­d­ele­men­ten hin­aus - sehr selt­same Dinge vor sich.

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