Artikel-Schlagworte: „Aussprache“

Frohes Neues Jahr(zehnt)

Donnerstag, 7. Januar 2010

…oder heißt es ab sofort Jahrzwan­zig?  Immer­hin strei­ten sich unsere anglo­pho­nen Freunde seit Tagen in unter­schied­li­cher Inten­si­tät um die kor­rekte Aus­spra­che von »2010« - zusam­men­ge­tra­gen wurde die Dis­kus­sion bei­spiels­weise von Mark Liber­man im Lan­guage Log. Auf die Frage, wie das in ande­ren Spra­chen aus­sieht, schreibt eine Kom­men­ta­to­rin, dass sich »Zwan­zig­tau­send­zehn« auf Deutsch irgend­wie »falsch« anhört; womit sie ver­mut­lich sehr Recht hat, was aber eher daran lie­gen mag, dass sie sich im fal­schen Jahr­zehn­tau­send befin­det. Aber gut.

Bei Del­ta­Ra­dio war der Mode­ra­tor der Mei­nung, 20-10 (Zwan­zig­Zehn) sei ja viel coo­ler. Mit Ver­laub - das klingt für meine Ohren nach extrem pein­li­chen Poser­ge­töse. Eine Mei­nung, die glück­li­cher­weise auch fast alle zuge­schal­te­ten Hörer ver­tra­ten. Und wenn das schon die Hörer eines ultra­coo­len Sen­ders (Selbst­dar­stel­lung) sagen, besteht Hoff­nung. Aber gut.

Wurscht isses ja. Die Spre­cher­ge­mein­schaft wird’s schon richt(ig)en.

Wiedereinstieg

Donnerstag, 16. Juli 2009

Es ist mitt­ler­weile der vierte, aber der erste wirk­lich ernst­hafte Ver­such, die Anstre­bung aka­de­mi­scher Ehren neu in Angriff zu neh­men. Ich war krank. Ich per­sön­lich finde das aus­rei­chend, eine Pause zu erklä­ren, die zwei­wö­chig ange­dacht, aber letzt­end­lich ein Jahr und zwei Wochen dau­erte. Sei’s drum.

Zur Auf­lo­cke­rung möge ich hier mit einem amü­san­ten Zitat aus dem ansons­ten lei­der vor Feh­lern und feh­ler­haf­ten Annah­men strot­zen­den Buch Mother Tongue von Bill Bry­son begin­nen. (Das Buch ist den­noch unter­halt­sam, aber jedem Sprach­wis­sen­schaft­lern dürf­ten die Haare zu Berge ste­hen - und dabei kann ich nur über die hane­bü­che­nen Anmer­kun­gen zur deut­schen Spra­che kichern, wie wird’s da erst dem poly­glot­ten Sprach­ta­lent gehen?). Über Eng­lisch, Wali­sisch und Irisch schreibt Bry­son in sei­ner Ein­lei­tung folgendes:

In Welsh, the word for beer is cwrw - an impos­si­ble com­bi­na­tion of let­ters for any English speaker. But Welsh spel­lings are as not­hing com­pa­red with Irish Gae­lic, a lan­guage in which spel­ling and pro­nun­cia­tion give the impres­sion of having been devi­sed by sepe­rate com­mit­tees, mee­ting in sepa­rate rooms, while implaca­bly divi­ded over some deep seman­tic issue. Try pro­noun­cing geimh­re­adh, Gae­lic for ›win­ter‹, and you will pro­bably come up with some­thing like ›gem-reed-uh‹. It is in fact ›gyee­ryee‹. Beaudhchais (›thank you‹) is ›bek­kas‹ and Ó Séaghda (›Oh-seeg-da‹) is sim­ply ›O’Shea‹. Against this, the Welsh pro­nun­cia­tion of cwrw - ›koo-roo‹ - begins to look posi­tively self-evident. (Bill Bry­son. 1990. Mother Tongue. Pen­guin: p. 6-7)

Nun habe ich zuge­ge­be­ner­ma­ßen limi­tierte Irish­kennt­nisse. So wie die Iren im 19. Jahr­hun­dert ohne for­male Unter­rich­tung Eng­lisch lern­ten, lernte ich in einem locke­ren Umfeld, dass »Danke« auf Irish go raibh maith agat heisst (etwa ›go re(f) ma-h-u-gat‹). Beaudhchais spuckt noch nicht mal mein Irish­le­xi­kon aus (der Fair­ness hal­ber wohl aber a bhuí la ›thank you‹ und buio­chas la Dia ›thank you to god‹). Nun weiss ich natür­lich nicht, wie gut das Lexi­kon wirk­lich ist, noch, ob beaudhchais irgend­eine wilde flek­tierte Form ist und schon gar nicht, ob meine Nör­ge­lei hier ledig­lich Haar­spal­te­rei ist. An der der doch eher selt­sa­men Ver­wandt­schaft zwi­schen iri­scher Otho­gra­phie und Aus­spra­che ändert es ja eher wenig. Im Prin­zip hat Bill also recht.

In die­sem Sinne, Fáilte ar ais, Wel­come Back.