Orthographie
Samstag, 25. Juli 2009Etwas off-topic, aber immerhin passend zum Beitrag vom Donnerstag zur Sprache der Magisterarbeit, oder zur Hass-Liebe zu Microsoft-Produkten, oder auch im weitesten Sinne verwandt mit einer Arbeit, die sich mit Sprachwandel beschäftigt (Sprachwandel ist, wenn man so will, der wissenschaftliche Ausdruck für das polemische Geschwafel vom Sprachverfall) gefiel mir folgender Kommentar zur (Un)Wichtigkeit deutscher Rechtschreibung im großartigen Bremer Sprachlog ganz besonders:
Dass eine mangelhafte Beherrschung der Rechtschreibung nichts mit Sprachverfall zu tun hat, dürfte eigentlich klar sein: ein Aspekt der Sprache, den ein Textverarbeitungsprogramm (sogar eins von Microsoft) besser hinbekommt als die Mehrheit der Sprachgemeinschaft, kann so wichtig kaum sein. (Anatol Stefanowitsch*)
Gut, das Zitat ist etwas aus dem Zusammenhang gerissen. Stefanowitsch bezieht in der Debatte um die Verankerung der deutschen Sprache im Grundgesetz zu einem (nörgelnden) Kommentar von Bastian Sick Stellung, in dem der Zwiebelfischer mehr Geld für Rechtschreibunterricht fordert, weil sich viele »zur Not« ja auf ein elektronisches Korrekturprogramm verlassen.
Dass ich mich Beiträgen aus Blogs beschäftige, die - wie der oben verlinkte - aus dem letzten Jahr stammen, zeigt auch, wie schön (und sinnvoll!) man sich doch ablenken lassen kann. Immerhin bin ich beim erst kürzlich entdeckten Bremer Sprachblog schon fast durchs komplette Archiv. Und schwupps bin ich schon wieder on-topic und habe einen feinen Bezug zur Prokrastinationsproblematik hergestellt!
* Professor Stefanowitsch hat übrigens (unter anderem) in Hamburg studiert und gelehrt (obgleich ich nie in den Genuss seiner Seminare kam). Ich habe also Hoffnung für meine Karriere als Akademiker, Blogger, Schriftsteller, Kabarettist, Kommentator, … !


