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Von Hamburgern und Nürnburgern

Mittwoch, 11. August 2010

Sie haben’s geschafft. Ich stand letzte Woche im Restau­rant zum gol­de­nen M und war kurz­fris­tig sehr ver­wirrt. Aber der Reihe nach.

McDonald’s wirbt auf Bus­sen im Ham­bur­ger Nah­ver­kehr mit »Mehr Ham­bur­ger gibt’s bei uns«. Das Wort­spiel funk­tio­niert natür­lich, weil Ham­bur­ger sowohl die Bedeu­tung ›Per­son aus Ham­burg‹ als auch ›gegrill­tes Rind­fleisch im Bröt­chen‹ hat. Und auch wenn die Her­kunft der zwei­ten Bedeu­tung nicht zwei­fels­frei auf die Han­se­stadt zurück zu füh­ren ist, bzw. zu Ham­burg keine abschlie­ßende Bezie­hung her­zu­stel­len ist, ist - unter der Annahme, dass der Bur­ger doch iiiiir­gend­wie mit der Hafen­stadt zu tun hat - Ham­bur­ger eines der Haus- und Hof­bei­spiele für einige wich­tige mor­pho­syn­tak­ti­sche Prozesse.

Zum Anek­do­ten­re­per­toire eines Anglis­ten oder Lin­gu­is­ten sollte auch die Dis­kus­sion mit nicht-deutschsprachigen Glo­be­trot­tern dar­über gehö­ren, dass Ham­bur­ger ver­mut­lich keine urame­ri­ka­ni­sche Erfin­dung ist und dass Bur­ger ety­mo­lo­gisch nicht nur mit Fleisch zwi­schen Bröt­chen zu tun hat, son­dern auch mit dem (der?) deut­schen Burg ver­wandt ist. Eine sol­che Dis­kus­sion endet meist dann, wenn man dem lin­gu­is­tisch nicht geschul­ten Gesprächs­part­ner die zuge­ge­be­ner­ma­ßen fiese Frage stellt, wo im Ham­bur­ger denn der Schin­ken (engl. ham) sei. Von einem befreun­de­ten Lin­gu­is­ten­kol­le­gen ist über­lie­fert, dass er in Aus­tra­lien meist für meh­rere Minu­ten glaub­haft auf­recht­er­hal­ten konnte, dass die Schwes­ter­stadt von Ham­burg das über die Elbe lie­gende weni­ger bekannte Cheese­burg sei.

Was pas­siert hier mor­pho­lo­gisch? (wei­ter­le­sen …)