Vom Dialekt einer Sprache
Sonntag, 30. August 2009A language is a dialect with an army and a navy.
Max Weinreich
Das Zitat erklärt - obwohl für jeden halbwegs ehrgeizigen Sprachwissenschaftler längst (und weit) überholt - mehr oder minder kurz und prägnant den Unterschied zwischen Sprache und Dialekt, wenn, ja wenn man überhaupt eine Grenze ziehen kann und/oder möchte. Aber auch das würde uns vom eigentlichen Thema ablenken.
Nun wird vermutlich niemand bezweifeln, dass Niederländisch eine eigene Sprache ist. Die Schweizer hingegen sprechen Deutsch. Zumindest in der landläufigen Meinung. (Wobei Linguisten da eine andere Meinung haben, aber nun gut). Aber das Königreich der Niederlande hat eine Armee. Und eine Marine. Die Schweizer haben zwar eine nicht zu vernachlässigende Küstenlinie am Schwäbischen Meer und auch Schiffe in der Weißen Flotte, aber die MF Romanshorn ist ein ziviles Fährschiff nach Friedrichshafen. Arme(e) Schweizer.
Zwar emanzipieren sich die Schweizer neuerdingstens mit einer eigenen Wikipedia, mit Schwyzerdütsch als Unterrichtssprache in Schulen und Kindergärten und wer mal über den Flughafen Zürich geflogen ist, der weiß auch, dass der Dialekt, der dort Züritüütsch genannt wird, für jeden unbedarften Deutschen mindestens genauso fremd klingt, wie Niederländisch.
Aber es ist wohl noch ein weiter Weg - denn noch wird bei der Volkshochschule Niederländisch als Sprachkurs angeboten, während Plattdeutsch, Alemannisch und Jiddish etwas steifmütterlich unter »Literatur und Kultur« laufen.
Ich lerne ab morgen Niederländisch.


