Artikel-Schlagworte: „Sprachwandel“

Wochenrückblick 3.0: Woche 1

Montag, 5. Oktober 2009

Mon­tag: Aller Anfang ist schwer. Und die­ser noch viel schwe­rer. Nach­dem der ernst­ge­meinte Wie­der­ein­stieg am Wochen­ende am feh­len­den Kaf­fee geschei­tert ist und an der Erkäl­tung, die sich nicht zwi­schen Ver­schwin­den und rich­ti­ger Grippe ent­schei­den konnte (äh, kann! Anm. am Diens­tag), hängt die Prü­fungs­an­mel­dung jetzt wie ein Damo­kles­schwert über dem Schreib­tisch. Nehmt mir das Modem weg, sperrt alter­na­tiv alle Zugänge zu sozia­len Netz­wer­ken oder News­feeds. Die neue Regie­rung strei­tet schon, bevor sie über­haupt ver­han­delt. Prü­fungs­an­mel­dung T -18.

Diens­tag: Es ist wie­der da, scheiße. Das Gefühl, alles auf ein­mal zu wol­len. T -17.

Mitt­woch: Dem poten­ti­el­len Prü­fer von sei­nem Glück erzählt. Und die wun­der­schöne Erfah­rung, auch nach fast zwei Jah­ren Uniab­sti­nenz noch einen Namen zu haben und keine Num­mer zu sein. Im Fließ­band­be­trieb einer Sprech­stunde. Blut lecken, längst begra­bene Ambi­tio­nen wecken. Noch feh­len zwei Unter­schrif­ten fürs Prü­fungs­amt. T -16.

Don­ners­tag: Das erste Kapi­tel ist längst ans externe Quan­ti­täts­prüf­zen­trum gegan­gen. Aber Ein­lei­tun­gen schreibt man zum Schluss. Das ist nur pro­vi­so­risch, sozu­sa­gen. T -15.

Frei­tag: Meine Sta­bi­karte hat eine Gebüh­ren­sperre. Das hin­dert die Insti­tutsbiblio­thek aber nicht daran, mir den­noch Bücher übers Wochen­ende aus­zu­lei­hen. Aber im Insti­tut habe ich auch noch sie­ben Euro Schul­den. Wo die wohl her sind? Über­blicks­ver­lo­rene Alt­las­ten. Sehr fein: die Uni ist wäh­rend der Semes­ter­fe­rien so schön ruhig und über­sicht­lich. Das wird sich über­nächste Woche schlag­ar­tig ändern. Schade. T -14.

Sams­tag: Doof, ich hab den Fei­er­tag total falsch ein­ge­schätzt. Die noch vor­han­de­nen Lebens­mit­tel wer­den mich vor dem Ver­hun­gern ret­ten, die Scho­ko­la­den­at­ta­cken wer­den sie nicht abfan­gen kön­nen. T -13.

Sonn­tag: Es ist nicht viel, aber immer­hin habe ich das in der mitt­wöch­li­chen Sprech­stunde emp­foh­lene Buch gele­sen. Abge­fah­ren - phi­lo­so­phi­sche Sprach­wan­del­theo­rien. Aber wo genau mir die­ses jetzt für die Arbeit hilft? Ich werd’s wohl erst mal sacken las­sen. Die ande­ren übers Wochen­ende aus­ge­lie­he­nen Bücher sind zumin­dest angele­sen. Auch eine Leis­tung: Liegt mir, liegt mir nicht. T -12.

Orthographie

Samstag, 25. Juli 2009

Etwas off-topic, aber immer­hin pas­send zum Bei­trag vom Don­ners­tag zur Spra­che der Magis­ter­ar­beit, oder zur Hass-Liebe zu Microsoft-Produkten, oder auch im wei­tes­ten Sinne ver­wandt mit einer Arbeit, die sich mit Sprach­wan­del beschäf­tigt (Sprach­wan­del ist, wenn man so will, der wis­sen­schaft­li­che Aus­druck für das pole­mi­sche Geschwa­fel vom Sprach­ver­fall) gefiel mir fol­gen­der Kom­men­tar zur (Un)Wichtigkeit deut­scher Recht­schrei­bung im groß­ar­ti­gen Bre­mer Sprach­log ganz besonders:

Dass eine man­gel­hafte Beherr­schung der Recht­schrei­bung nichts mit Sprach­ver­fall zu tun hat, dürfte eigent­lich klar sein: ein Aspekt der Spra­che, den ein Text­ver­ar­bei­tungs­pro­gramm (sogar eins von Micro­soft) bes­ser hin­be­kommt als die Mehr­heit der Sprach­ge­mein­schaft, kann so wich­tig kaum sein. (Ana­tol Ste­fa­no­witsch*)

Gut, das Zitat ist etwas aus dem Zusam­men­hang geris­sen. Ste­fa­no­witsch bezieht in der Debatte um die Ver­an­ke­rung der deut­schen Spra­che im Grund­ge­setz zu einem (nör­geln­den) Kom­men­tar von Bas­tian Sick Stel­lung, in dem der Zwie­bel­fi­scher mehr Geld für Recht­schreib­un­ter­richt for­dert, weil sich viele »zur Not« ja auf ein elek­tro­ni­sches Kor­rek­tur­pro­gramm verlassen.

Dass ich mich Bei­trä­gen aus Blogs beschäf­tige, die - wie der oben ver­linkte - aus dem letz­ten Jahr stam­men, zeigt auch, wie schön (und sinn­voll!) man sich doch ablen­ken las­sen kann. Immer­hin bin ich beim erst kürz­lich ent­deck­ten Bre­mer Sprach­blog schon fast durchs kom­plette Archiv. Und schwupps bin ich schon wie­der on-topic und habe einen fei­nen Bezug zur Pro­kras­ti­na­ti­ons­pro­ble­ma­tik hergestellt!

* Pro­fes­sor Ste­fa­no­witsch hat übri­gens (unter ande­rem) in Ham­burg stu­diert und gelehrt (obgleich ich nie in den Genuss sei­ner Semi­nare kam). Ich habe also Hoff­nung für meine Kar­riere als Aka­de­mi­ker, Blog­ger, Schrift­stel­ler, Kaba­ret­tist, Kommentator, … !

 

Mein Thema

Mittwoch, 18. Juni 2008

Stu­di­en­gang: Anglis­tik. Und weil das zu sehr nach Lite­ra­tur und Shake­speare klingt, sag ich lie­ber, ich stu­diere Lin­gu­is­tik. Erhöht zwar meist den Erklä­rungs­be­darf, ist aber weni­ger anfäl­lig, als der Satz »Ich stu­diere Eng­lisch«. Letz­te­res zieht meist ein »Ach, des­halb sprichst du so gut Eng­lisch« nach sich. Äh, wenn das so wäre, würde das ja im Umkehr­schluss bedeu­ten, dass alle meine Kom­mi­li­to­nen ver­nünf­tig Eng­lisch… gut, las­sen wir das.

Zur Mitte mei­nes Stu­di­ums (der­zeit: zehn­tes Fach­se­mes­ter) war ich eher auf der Schiene der Sprach­lehr­for­schung (Applied Lin­gu­is­tics) und Sozio­lin­gu­is­tik. Dar­auf war auch mein Aus­lands­stu­dium an der Uni­ver­sity of Tech­no­logy, Syd­ney (UTS) aus­ge­rich­tet. Zum dama­li­gen Zeit­punkt schien eine Sym­biose mit mei­nem zwei­ten Haupt­fach Poli­tik­wis­sen­schaft für die Magis­ter­ar­beit - »Englisch/Sprachen und Euro­päi­sche Union« - unaus­weich­lich. Und dann kam alles ganz anders.

Von Juli 2003 bis April 2008 arbei­tete ich am Son­der­for­schungs­be­reich »Mehr­spra­chig­keit« als Stu­den­ti­sche Hilfs­kraft im Pro­jekt zur his­to­ri­schen Ent­wick­lung des Eng­li­schen in Irland (Hiberno-Englisch) und zu Sprach­wan­del­pro­zes­sen in Sprach­kon­takt­si­tua­tio­nen. Und wen das jetzt wirk­lich im Detail inter­es­siert, kann sich gerne hier informieren.

Dann schrieb ich im April 2007 eine Haus­ar­beit über ein Phä­no­men inner­halb des Iri­schen Eng­lisch und setzte mich zum ers­ten Mal wirk­lich mit den Inhal­ten des Pro­jekt aus­ein­an­der. Damit war eine wesent­li­che Wei­che umge­stellt: ver­giss die EU, mach was Irisches!

Und da bin ich nun. Ein Kon­takt­phä­no­men im Iri­schen Eng­lisch. Arbeits­ti­tel: Arti­cle Use in Irish English. 19th Cen­tury Contact-Induced Change.

Und nu mach mal.